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02.11.2017

Tamar Dongus: „Ein guter Matchplan“

2013 wechselte Tamar Dongus gemeinsam mit ihrer Schwester Fabienne vom VfL Sindelfingen zur TSG. Am Sonntag feierte sie gegen den SC Freiburg ein Jubiläum: Zum 100. Mal stand die 23-Jährige in der Bundesliga auf dem Platz. Über ihre Erfahrung in Deutschlands höchster Spielklasse, die ereignisreiche Partie in Freiburg und die anstehenden Aufgaben spricht die Innenverteidigerin im Interview mit achtzehn99.de.

Hallo Tamar, herzlichen Glückwunsch, du hast am Wochenende in Freiburg dein 100. Bundesligaspiel gemacht. Das sind eine ganze Menge…

Tamar Dongus: Ja, das ist wirklich eine große Zahl. Vor allem wenn man überlegt, dass man dafür fast fünf Jahre Bundesliga spielen muss und dabei fast in jeder Partie auf dem Platz steht. Ich habe schon immer gesagt, dass ich die 100 auf jeden Fall vollkriegen will. Aber erst vor ein paar Wochen habe ich überhaupt mitbekommen, dass es bald soweit ist. Anders fühle ich mich jetzt aber auch nicht und das 100. Spiel war eins wie jedes andere.  

Welche Spiele sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Dongus: Ich kann mich noch an fast jeden Bundesliga-Spiel erinnern, auch wenn die aus der Anfangszeit in Sindelfingen langsam verblassen. In 100 Spielen gab es negative und positive Erlebnisse. Die erste Saison in der Bundesliga mit Sindelfingen war für mich eine ganz besondere. Allein, dass wir mit der Qualität, die wir damals hatten, in der höchsten Spielklasse waren. Bei der TSG war sicher die Partie beim FC Bayern München, als wir den Klassenerhalt gesichert haben, etwas Besonderes. Ganz präsent ist mir auch noch ein Spiel gegen Cloppenburg. Das war an meinem 20. Geburtstag und ich habe nach 20 Minuten ein Eigentor geschossen. In der Woche danach gegen Frankfurt habe ich direkt eins nachgelegt…

Die Jubiläums-Partie in Freiburg hatte es in sich. Nach einem Zusammenprall von Sophie Howard und Michaela Specht warst du plötzlich allein in der Dreierkette. Was hast du in dem Moment gedacht?

Dongus: Ich habe die Situation aus einer sehr guten Perspektive gesehen und habe schon vor dem Zusammenprall geahnt, dass das schiefgehen kann. Als Beide liegengeblieben sind, bin ich hingelaufen und habe schon von Weitem das Blut und die heftige Platzwunde gesehen. Ich bin direkt wieder weg, damit ich das Bild wieder aus dem Kopf bekomme. Wir haben dann erstmal bis zur Halbzeit auf Viererkette umgestellt und Maxi und ich waren das neue Innenverteidiger-Duo. Natürlich spielt man in so einer Situation nicht weiter, als wenn nichts gewesen wäre. Das wurde dann mit dem Gegentor bestraft. Gut hat mir dann getan, dass ich mich in der Halbzeit kurz mit Soph unterhalten konnte und gemerkt habe, dass es ihr gut geht. Nach der Halbzeit haben wir dann wieder auf Dreierkette umgestellt.

In der neuen Rolle hast du ein tolles Spiel abgeliefert. Wie hast du das Spiel erlebt und wie habt ihr die Niederlage verkraftet?

Dongus: Mir war klar, dass ich Maxi und Franzi, die noch nicht so viel in der Dreierkette gespielt haben, ein wenig an die Hand nehmen muss. Die beiden haben das aber richtig gut gemacht. Die Mannschaft hat ein starkes Spiel abgeliefert, da lässt man sich anstecken. Jede von uns war hellwach und es hat einfach riesigen Spaß gemacht. Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung dann schon da, aber wir waren sehr zufrieden mit der Leistung und sind mit einem guten Gefühl heimgefahren.

Am Sonntag empfangt ihr nun den SC Sand. Was erwartest du?

Dongus: Der SC Sand ist ein sehr robuster Gegner. Es gab bisher noch keine Spiele gegen sie, in denen wir keine Chance hatten. Wenn wir so auftreten wie in Freiburg, werden wir sicher Punkte mitnehmen. Wir gehen trotz unseres Tabellenstands selbstbewusst in die Partie und wollen gewinnen. Unser Trainerteam wird wieder einen guten Matchplan ausarbeiten.

Das Heimspiel wird dein 101. Auftritt in der Bundesliga sein…

Dongus: Ich freue mich sehr auf die anstehenden Spiele. Wir wollen natürlich punkten, denn im Fußball bringt es nichts, gute Leistungen abzuliefern, aber nichts Zählbares mitzunehmen. Wenn wir weiterhin so trainieren und jede einzelne mitzieht, dann macht es einfach riesigen Spaß in dieser Mannschaft. Und Spaß zu haben, für das Team da zu sein, mich weiter zu verbessern und verletzungsfrei zu bleiben, das nehme ich mir für die nächsten 100 Spiele vor.

 

 

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