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CAMPUS
11.11.2017

Tag der offenen Tür im neuen Spielerwohnheim

Seit Mitte August 2017 verfügt die TSG Akademie über ein zusätzliches Spielerwohnheim. Neben dem im Leistungszentrum, das exakt sieben Jahre früher seine Türen öffnete und Talente im A- und B-Jugend-Alter beherbergt, hat nun ein weiteres in Zuzenhausen seinen Betrieb aufgenommen. Seine Bewohner, TSG-Spieler von der U16 bis zur U14, haben nun einen vereinsinternen Tag der offenen Tür organisiert.

Einen Steinwurf von der Akademie Arena entfernt, in der Meckesheimer Straße 12, deutet eine wehende Akademie-Fahne darauf hin, dass dieses Haus etwas mit der TSG Hoffenheim zu tun hat. In den kommenden Wochen wird das TSG-Branding zunehmen, nun muss aber erst der Betrieb richtig in Gang kommen. Armindo Sieb (U15) empfängt die ersten Gäste. Er führt sie durch die beiden Etagen des verwinkelten ehemaligen Wohnhauses und erklärt: „Hier ist der Gastspielerbereich, hier wird gekocht , da essen wir.“ Die Gäste sind beeindruckt. Lern- und Aufenthaltsräume, sanitäre Anlagen, sogar ein Außenbereich, der noch etwas umgestaltet werden will, stehen den zehn Spielern zur Verfügung. Am Ende des Tags der offenen Tür werden Armindo und sein Teamkollege Nick Breitenbücher fünf Gruppen durch das Gebäude geführt haben.

Torsten Berger leitet das Team

Verantwortlich für dieses Wohnheim ist Torsten Berger, der zum 1. August seinen Dienst bei der TSG als Sozialpädagoge angetreten hat. Der 30-Jährige aus Remseck bei Ludwigsburg ist vor sieben Jahren wegen seines Studiums in die Region gekommen und bereits seit März 2016 als Trainer in der TSG Fußballschule aktiv. Heute lebt er in Heidelberg – und hat alle Hände voll zu tun. Denn: „Die Jungs haben eine Altersstruktur, in der gerne Grenzen ausgetestet werden. Ehe man sich’s versieht, bekommt das Ganze hier einen Ferienlagercharakter, und das wollen wir natürlich vermeiden.“

Berger hat in seinem Heimatverein, dem TV Aldingen, bereits im E- und D-Jugendbereich gearbeitet und während seines Studiums als Athletiktrainer die Jugendlichen des Basketball-Zweitligisten USC Heidelberg betreut. „Es macht mir trotz aller Anstrengungen großen Spaß, mit Jungs in dieser Altersklasse zu arbeiten und ihnen hoffentlich etwas mitgeben zu können.“ Ihm zur Seite stehen zwei Küchenservicekräfte, eine Housekeeping-Dame, ein Mitarbeiter für den Außenbereich und zwei für die Küche. „An vier Abenden werden wir bekocht, teilweise helfen auch die Jungs“, sagt Berger, der mindestens einmal pro Woche ebenfalls am Herd steht.

Umut Tohumcu erster Bewohner

Den Jungs im Spielerwohnheim Zuzenhausen stehen fünf Doppelzimmer zur Verfügung, hinzu kommen zwei Plätze für Gastspieler. Umut Tohumcu aus der U14, derzeit mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze der C-Junioren-Oberliga, war der Erste, der hier sein Zimmer bezogen hat. Mittlerweile sind acht der zehn Plätze belegt. „Langweilig wird es mir hier nicht“, versichert Berger. Die Tatsache, etwas Neues von Beginn mitgestalten und seine Handschrift einbringen zu dürfen, ist für ihn ein ganz besonderer Ansporn. Zwar muss er rund um die Uhr erreichbar und in Extremsituationen innerhalb einer halben Stunde vor Ort sein, andererseits stehen ihm auch studentische Hilfskräfte für die Nacht- und Wochenenddienste zur Verfügung. „Auch wenn der Job zeitliche Einschränkungen mit sich bringt, lässt er trotzdem noch Freiräume und kommt ohne Stechuhr aus“, so Berger.

Zum Trainingsgelände dieser Altersklasse im Häuselgrund sind es gerade mal zehn Gehminuten. Zuvor müssen die Hausaufgaben erledigt sein, hier gehen Lehrer und Experten vom TSG-Partner „Anpfiff ins Leben“ den Jungs zur Hand. „Wenn möglich, wollen wir gemeinsam zu Abend essen, mitunter sind die Jungs nach dem Training jedoch sehr hungrig“, sagt Berger schmunzelnd und ergänzt: „Klar haben wir die üblichen Problemchen mit Sauberkeit und Disziplin, die wir dann gemeinsam kritisch diskutieren. Aber die Eingewöhnungszeit trägt erste Früchte“, stellt er „seinen“ Jungs ein gutes Zeugnis aus. „Es sind nunmal individuelle Typen mit eigenem Charakter.“

Klare Regeln und viel Interaktion

Die zu befolgenden Regeln sind klar formuliert. Um 21 Uhr haben die Jungs im Haus zu sein, ab 22 Uhr auf den Zimmern, eine halbe Stunde später wird das WLAN abgeschaltet. „Bei allem Verständnis für die moderne Medienwelt wollen wir die Handynutzung überschaubar halten und die Jungs zur Interaktion animieren“, erläutert Berger. „Wir haben bereits viele Prozesse angestoßen, müssen aber auch immer wieder punktuell Dinge anpassen.“ Mit „wir“ schließt er den Pädagogischen Leiter der TSG Akademie, Sebastian Bacher, und das Team der Pädagogen und Betreuer mit ein.  

Die Eltern der anvertrauten Spieler wissen ihre Sprösslinge gut aufgehoben. Wenn sie anwesend sind, hält Berger auch gerne einen kurzen Plausch mit ihnen und ist immer erreichbar, einen täglichen Austausch gibt es allerdings nicht, schließlich sollen die Spieler auch zur Selbstständigkeit erzogen werden.

Die berühmten 100 Tage, die für die Erstbewertung einer Person – oder in diesem Fall einer neuen Institution – erforderlich sind, sind zwar noch nicht ganz vergangen, doch Bacher und Berger ziehen schon jetzt ein positives Fazit und sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Bacher: „Ein großes Dankeschön geht an alle Kollegen, die vor der Eröffnung mit großem Engagement angepackt und dafür gesorgt haben, dass die untergebrachten Spieler sich im neuen Wohnheim wohl und zuhause fühlen können.“

Jetzt fehlt in der Meckesheimer Straße 12 nur noch der gesteigerte TSG-Anstrich. Das Pädagogen-Team der TSG Akademie hat das auf dem Schirm.

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