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CAMPUS
27.10.2017

Rekordbesuch beim 6. Workshop Kinderfußball

Rund 130 Nachwuchstrainer sind für die Neuauflage des bereits seit fünf Jahren von der TSG angebotenen Workshops Kinderfußball auf den AOK Campus an die Hoffenheimer Silbergasse gekommen und haben dort einen interessanten und aufschlussreichen Tag verbracht. Thema war in diesem Jahr das „Eins-gegen-Eins in Offensive und Defensive“. Am Ende zogen die Teilnehmer, die Referenten und die Organisatoren ein mehr als zufriedenes Fazit.

Der gut gefüllte Seminarraum des Dietmar-Hopp-Stadions zu Beginn des Workshops sagte eigentlich schon alles über die Strahlkraft aus, die sich die TSG und der AOK Campus durch ihre vielfältigen Angebote erarbeitet hat. Die Anmeldezahlen hatten alles bislang Dagewesene übertroffen und den Seminarraum an seine Kapazitätsgrenzen gebracht, weshalb Teile des Workshops auf die Tribüne des Dietmar-Hopp-Stadions verlagert werden mussten. „Wir wollten keinem absagen“, betonte der Leiter der TSG Akademie und des AOK Campus, Dominik Drobisch.

Selbst 200 bis 300 Kilometer Anfahrt konnten einige Teilnehmer nicht davon abhalten, an der Fortbildung zum Thema „Kinderfußball“ teilzunehmen. Und so waren unter anderem auch Nachwuchstrainer aus Salmrohr oder Wieseck zu Gast auf dem TSG AOK Campus. Mit Axel Roos, der in Kaiserslautern eine Fußballschule betreibt, die auch Campus-Partner ist, und der für den FCK einst mehr als 300 Bundesligaspiele absolvierte, nahm auch ein Ex-Profi teil.

Den Startschuss für den Workshop gab Drobisch, der mit einem Vortrag unter dem Titel „Sich trauen – der schmale Grat zwischen Wagnis und Risiko“ auf die heutigen Lebensumstände der Kinder einging und danach die Brücke zum fußballbezogenen Thema „Eins-gegen-Eins“ schlug. Dabei plädierte der 31-Jährige dafür, den Kindern mehr Freiräume zu gewähren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich etwas zu trauen. „Es geht um die Entwicklung einer Wagniskompetenz, also darum, dass die Kinder lernen, was sie sich in welcher Situation zutrauen können“, so Drobisch.

Talente des Cronenberger SC als Demogruppe dabei

Auf den Fußball übertragen komme dabei das Thema „Eins-gegen-Eins“ zum Tragen. Schließlich wagt ein Spieler in den direkten Duellen auch etwas, denn er nimmt das Risiko eines Ballverlustes in Kauf. Für Drobisch und die Trainingsphilosophie der TSG spielt das Eins-gegen-Eins eine große Rolle – sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. „Es geht ja immer darum, Überzahl auf dem Feld zu schaffen, und das Eins-gegen-Eins ist immer noch der einfachste Weg dahin“, erklärte der Akademieleiter den aufmerksam zuhörenden Teilnehmern.

Diese versammelten sich anschließend um die Kunstrasenplätze des AOK Campus, wo bereits die TSG-Trainer Arne Stratmann (Cheftrainer U12) und Manuel Sanchez (Co-Trainer U12) mit 20 Jungs vom Cronenberger SC aus Wuppertal warteten. Die Gäste vom CSC, dem Heimatverein von Stratmann, waren von der TSG als Demogruppe für den Praxisteil eingeladen worden und machten ihre Sache hervorragend.

Während Stratmann den Workshop-Teilnehmer verschiedene Trainingsformen des offensiven Eins-gegen-Eins für E-Junioren zeigte, demonstrierte Sanchez Übungen für Bambini. Nach einer Dreiviertelstunde lösten U13-Cheftrainer Paul Tolasz und der Trainer der U10- und U9-Kinderperspektivteams, Linus Sandmann, ihre Kollegen ab und zeigten jeweils ein Programm für D- und für F-Junioren.

Matarazzo gibt Einblicke in U17-Training und US-Sport

Nach der Mittagspause, die die Teilnehmer im Seminarraum und im Klubhaus „Fair Play“ verbrachten, stieß mit U17-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo ein neuer Referent dazu. Als US-Amerikaner erklärte Matarazzo im Gespräch mit dem Leiter der TSG Fußballschule, Sebastian Bacher, wie die Nachwuchsstrukturen im Fußball der Vereinigten Staaten aussehen und welchen Stellenwert der Fußball im Vergleich zu den klassischen US-Sportarten wie Basketball, Baseball oder American Football hat.

Außerdem gab Matarazzo einen Einblick in die Trainingsarbeit mit seiner U17-Bundesligamannschaft, bei der auch das Eins-gegen-Eins nicht zu kurz kommt. „Wir trainieren regelmäßig isoliertes Zweikampfverhalten. Wichtig ist aber vor allem, dass die Jungs lernen, zu erkennen, wann sie ins Eins-gegen-Eins gehen können und wann nicht“, sagte Matarazzo.

Um das Defensivverhalten im Eins-gegen-Eins ging es dann in den Praxiseinheiten des Nachmittags. Die TSG-Trainer Tolasz, Stratmann, Sanchez und Sandmann verdeutlichten, wie man Kinder im D-, E- und F-Juniorenbereich sowie bei den Bambini in der Zweikampfführung ohne Ball schulen kann.

Zum Abschluss des Workshop-Tages fassten die Referenten und Leiter die Inhalte nochmals knapp für alle Altersbereiche zusammen. So sei es im Bambini-Alter und auch noch bei den F-Junioren vor allem wichtig, die Übungen immer so kindgerecht und spielerisch wie möglich zu gestalten. Ab dem E-Jugendbereich nähere man sich dann im Training immer mehr spielähnlichen Situationen an, wobei die Übungen anfangs noch eher isoliert erfolgen sollten.

Zufriedenes Fazit von Drobisch

Bei den Teilnehmern kamen die Inhalte und die Art und Weise, wie sie präsentiert wurden, hervorragend an. „Alles war sehr professionell aufgezogen. Von der Verpflegung über die Inhalte bis zu den Trainern, die wirklich sehr gut kommuniziert haben“, fand etwa Daniel Girke, der beim TSV Schott Mainz die U12-Junioren trainiert. Seinen Trainerkollegen Samuel Horozovic, der bei Schott Mainz für die U13 zuständig ist, beeindruckten vor allem die Referenten: „Ich fand es super, dass hier so viele junge Trainer sind, die zudem noch total bodenständig rüberkommen und alle gleichbehandeln. Dadurch kommt man hier hin und fühlt sich gleich wohl.“

Bei solch zufriedenen Teilnehmern war natürlich auch Akademieleiter Drobisch am Ende des Workshops glücklich: „Ich denke für jeden war ein Mehrwert dabei, sodass auch jeder etwas für sich und sein Training mitnehmen konnte. Uns in Hoffenheim war es einfach wichtig, zu vermitteln, dass das Eins-gegen-Eins aus unserer Sicht einer der Hauptbestandteile des Fußballs ist. Wir sehen es daher als absolut lohnenswert an, sich im Kindertraining frühzeitig damit zu beschäftigen.“

Welche Möglichkeiten jeder einzelne Trainer hat, um seine Schützlinge im direkten Duell mit dem Gegenspieler besser zu machen, ist den Teilnehmern an diesem Tag auf dem AOK Campus auf vielfältige Art und Weise aufgezeigt worden. Und so ist wohl davon auszugehen, dass die eine oder andere demonstrierte Übung demnächst auch auf Trainingsplätzen außerhalb von Hoffenheim oder Zuzenhausen zu sehen sein wird.

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