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25.09.2017

Ludogorets Rasgrad: Brasilianische Bulgaren

Rasgrad steht nicht unbedingt für brasilianisches Flair, doch der Klub wird der TSG Hoffenheim zwei südamerikanische Nächte bescheren. Gleich neun Brasilianer stehen beim Serienmeister der A Grupa im Kader – und haben großen Anteil am Erfolg des Klubs, der das Kunststück vollbrachte, in jeder Saison der höchsten Liga den Titel geholt zu haben: Von 2012 bis 2017 feierte Ludogorets sechs Meisterschaften und holte zwei Pokalsiege.

Eine beeindruckende Erfolgsstory, die neben den brasilianischen Fußball-Importen vor allem vom bulgarischen Pharma-Unternehmer und Oligarchen Kyril Domustschiew ermöglicht wurde. In der Saison 2010/11 kaufte er den Klub und schaffte auf Anhieb den Aufstieg in die höchste Liga, die der Verein seitdem dominiert. In der Saison 2013/14 debütierte Rasgrad zudem in der Europa League. Auf der europäischen Bühne konnte Ludogorets seinen Fans schon spektakuläre Nächte bescheren, allerdings nicht in der Heimat, da die nur 8.800 Fans Platz bietende Heimspielstätte in Rasgrad bislang nicht für internationale Spiele zugelassen wurde. Die Europa-Kracher trug der Klub deshalb im Wassil-Lewski-Nationalstadion in Sofia aus, ab dieser Saison dürfen die Zuschauer ihren Klub aber auch im Europapokal im heimischen Stadion sehen. Zuvor mussten sie längere Anfahrten als andere Mannschaften zu Auswärtsspielen zurücklegen: Zwischen Rasgrad und Sofia liegen mehr als 300 Kilometer.

In der Hauptstadt konnten die Fans aus dem nordostbulgarischen 31.000-Einwohner-Städtchen (Zum Vergleich: Sinsheim hat 36.000 Einwohner) dafür bereits zahlreiche europäische Schwergewichte begrüßen: In der Spielzeit 2014/15 waren es Liverpool (2:2), Real Madrid (1:2) und der FC Basel (1:0), zwei Jahre später gab es in der Gruppenphase ein Wiedersehen mit den Schweizern (1:1), zudem kam es zu umkämpften Duellen mit Paris Saint-Germain (1:3) und dem FC Arsenal (2:3). Auch in der vergangenen Saison überzeugten die brasilianisch angehauchten Bulgaren und erreichten in der Europa League das Sechzehntelfinale, in dem sie knapp dem FC Kopenhagen unterlagen.

Die größte Nacht der bisherigen Vereinsgeschichte erlebte der Klub – dessen Name sich von Ludogorie ableitet, wie die Region in der Donautiefebene heißt – aber bereits im Jahr 2014: Im Rückspiel der Champions League-Playoffs ging es gegen Steaua Bukarest ins Elfmeterschießen. In diesem machte sich Cosmin Moti für die Anhänger des Klubs unsterblich: Der Innenverteidiger, kurz zuvor vom Steaua-Lokalrivalen Dinamo aus Rumänien verpflichtet, stellte sich für den nach 119 Minuten vom Platz gestellten Rasgrader Keeper ins Tor, hielt zwei Elfmeter und verwandelte einen gegen den Klub aus seinem Heimatland selbst.

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