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FRAUEN
21.07.2017

Die EM-Spieltaganalyse mit Michaela Specht

Das erste Gruppenspiel bei der Europameisterschaft liegt hinter Nicole Billa und Sophie Howard. Bevor die beiden TSG-Spielerinnen am Wochenende zum zweiten Mal angreifen, blickt Verteidigerin Michaela Specht auf den ersten Spieltag zurück. Wer überzeugte? Wie sieht die Gruppensituation aus? Wer war die entscheidende Spielerin? Antworten gibt es in der EM-Spieltaganalyse.

Österreich – Schweiz 1:0

Das Ergebnis: Der 1:0-Erfolg für Österreich war definitiv gerecht. Die Schweiz konnte ihr Spiel zu keinem Zeitpunkt richtig aufziehen und Österreich war viel präsenter und hellwach.

Die erste Halbzeit: Die Schweiz hat sich total überrumpeln lassen. Österreich hat das taktisch richtig stark gemacht und die Schweiz konnte sich aus dem Druck nicht befreien. Ich glaube, die Schweiz hat in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss abgegeben.

Die zweite Halbzeit: Erst hat Österreich hinten dichtgemacht, sodass die Schweiz keine Lücken gefunden hat. Der Platzverweis von Kiwic hat der Schweiz dann gutgetan, sie sind aufgewacht, haben einigermaßen guten Fußball gespielt und sind so auch zu ersten Chancen gekommen.

Die TSG-Spielerin: Nici hat sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und in der Defensivarbeit immer 100 Prozent gegeben. Gerade läuferisch hat sie voll überzeugt, ist in Pressing-Situationen in vollem Tempo bis zum Strafraum vorgerückt. Entscheidende Aktionen hatte sie nicht, dennoch war es eine gute Leistung von ihr.

Das Tor: Österreich ist früh ins Pressing gegangen und die Schweizer Innenverteidiger kamen damit nicht so gut klar. Nach der guten Balleroberung hat Zadrazil mit einem tollen Pass Burger bedient, die dann überlegt einschiebt.

Die entscheidende Spielerin: Österreich lebt von der mannschaftlichen Geschlossenheit, deshalb war das Team die beste Spielerin.

Die Gruppensituation: Da Frankreich gegen Island gewonnen hat und damit seiner Favoritenrolle gerecht wurde ist davon auszugehen, dass sie sich in der Gruppe auch den ersten Platz sichern. Österreich hat eine super Ausgangslage, denn das Auftaktspiel gegen die Schweiz war schon ein wichtiges Duell um den zweiten Platz und das Ticket für das Viertelfinale.

Der nächste Spieltag: Frankreich hat nochmal eine ganz andere Qualität und ist Top-Favorit auf den Turniersieg. Österreich wird sich erstmal auf das Verteidigen konzentrieren. Wenn sie an die Leistung gegen die Schweiz anknüpfen, ist auch gegen Frankreich etwas möglich. Taktisch werden sie wohl ähnlich agieren wie gegen die Schweiz.

Schottland – England 0:6

Das Ergebnis: Das Ergebnis war auch in der Höhe gerecht. England hatte zahlreiche, stark herausgespielte Chancen und hat diese auch genutzt.

Die erste Halbzeit: Man hat in beiden Halbzeiten einen echten Klassenunterschied gesehen. Das frühe Tor hat England zusätzlich in die Karten gespielt. Schottland war immer einen Schritt zu spät und man hat noch kein Konzept erkannt, mit dem der starke Gegner bezwungen werden sollte.

Die zweite Halbzeit: Die zweite Halbzeit lief ähnlich wie die erste. Schottland war den Engländerinnen auf jeder Position unterlegen. England fand nach den Toren natürlich auch richtig Spaß am Fußball, sodass es weiter gut lief.

Die TSG-Spielerin: So wie wir Sophie bei der TSG kennen, hätte sie meiner Meinung die Offensive durch einen besseren Spielaufbau mehr unterstützt, hätte aber auch defensiv mehr Zweikämpfe gewonnen. Schade, dass sie nicht zum Einsatz kam.

Die Gruppensituation: Für Schottland ist es jetzt natürlich verdammt schwer. Das Selbstvertrauen ist nun sicherlich nicht mehr das beste und mit Spanien und Portugal warten noch gute Gegner auf die Schottinnen. Als Gruppenerster wird sich wohl England durchsetzen.

Der nächste Spieltag: Portugal ist in der Gruppe der vermeintlich leichteste Gegner. Wenn Schottland in diesem Spiel etwas holen will, müssen sie sich aber in allen Belangen steigern. Vielleicht bringt die Trainerin nochmal neuen Wind in die Aufstellung, sodass auch Soph eine Chance bekommt.

 

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