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03.04.2017

Vor #TSGFCB: "Alle müssen Spannung haben"

Der Rekordmeister kommt nach Sinsheim. Das Flutlicht brennt in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena. Die TSG will den ersten Sieg gegen den FC Bayern in der Bundesliga. Julian Nagelsmann und achtzehn99.de blicken auf das Spitzenspiel des 27. Spieltags voraus.

JULIAN NAGELSMANN ÜBER...

... den Gegner:

Das beängstigende am momentanen Auftreten der Bayern ist, dass Carlo Ancelotti es zu Beginn der Saison genau so vorhergesagt hat. Dass sie in der Hinrunde hin und wieder Probleme haben würden, im März und April aber aufdrehen. Sie haben gegen Augsburg zuletzt toll kombiniert und schöne Tore geschossen. Es wird darum gehen, dass Bayern den Bann am Dienstag nicht bricht, denn sonst überrollen sie dich. Dort spielen nur Weltklassespieler. Deshalb ändert es auch nichts, wenn sie rotieren. Rotation bei den Bayern bedeutet etwas anderes als Rotation bei anderen Bundesligisten.

... das Personal:

Der Kader ist für die Partie komplett. Lukas Rupp und Pavel Kaderabek habe ich mir am Samstag bei der U23 angeschaut. Sie haben es gut aufgenommen, dort zu spielen und so in einen Rhythmus zu kommen und beide haben auch ein gutes Spiel gemacht. Sie sind noch nicht bei 100 Prozent, aber das kommt. Wir werden uns anschauen, wer komplett fit ist und gegen die Bayern bestehen kann. Dann benennen wir den Kader.

... die sportliche Situation I:

Wir haben uns seit dem Spiel in der Hinrunde in München vor allem in der Defensive weiterentwickelt, aber es gibt weiteren Verbesserungsbedarf. Mal sehen, ob wir da in dieser Saison noch einen Peak erreichen, oder ob das erst in der kommenden Saison klappt. Damals haben wir es 60 Minuten sehr gut gemacht. Der Ballbesitz war ziemlich ausgeglichen. Danach waren es nur noch 35 Prozent. Wir hatten am Ende Glück. Eine Niederlage wäre verdient gewesen. Auch am Dienstag werden 35 Prozent nicht reichen. Wenn man den Bayern den Ball überlässt, kann man bis zum Abpfiff nur hoffen. Wir werden also einen ähnlichen Ansatz wählen wie im Hinspiel. München fühlt sich mit dem Ball wohler und wenn sie ihn nicht haben, können sie kein Tor erzielen.

... die sportliche Situation II:

Meine Mannschaft hat einen großen Lernhunger und wir haben eine außergewöhnliche Trainingsqualität. In dieser Spielzeit gab es zwei schlechte Einheiten. Ein Trainingsweltmeister bringt im Spiel zwar nicht zwingend den Sieg, aber gutes Training erhöht die Aussicht auf Erfolg. Wir bringen unsere Trainingsleistungen in dieser Saison auf den Platz. Im Spiel nach vorne müssen wir die Umschaltsituationen noch besser zu Ende spielen. Inzwischen erkennen wir sie schon und gehen nach der Balleroberung nicht in den Ballbesitz über. Aber der Moment für den entscheidenden Pass fehlt oft noch. Unser Entscheidungsverhalten muss sich verbessern. Das ist der nächste große Entwicklungsschritt.

... die sportliche Situation III:

Wir brauchen am Dienstag einen sehr guten Tag. Alle in der Mannschaft. Egal, ob sie in der Startelf stehen, auf der Bank oder der Tribüne sitzen. Alle müssen eine gewisse Spannung haben. Wenn die Bayern dann keinen Sahnetag haben, ist was drin. Wenn sie doch einen haben auch, aber es wird eben sehr viel schwerer.

DIE BISHERIGEN DUELLE:

17 Duelle gab es bisher zwischen der TSG und dem Rekordmeister aus München. Auf einen Hoffenheimer Sieg warten die TSG-Fans immer noch. Immerhin fünf Mal holte "Hoffe" einen Punkt gegen die Bayern, zwölf Mal verließ aber der FCB den Platz als Sieger. Mut macht die letzte Begegnung beider Mannschaften in der Vorrunde in München. Die Partie endete 1:1. Die Hausherren hatten zwar am Ende Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden, aber vor dem Seitenwechsel war das Team von Julian Nagelsmann die bessere Mannschaft.

DIE FORM DES GEGNERS:

Ganze drei Spieltage lagen die Münchner in dieser Saison in der Bundesliga nicht an der Tabellenspitze. Im Champions-League-Viertelfinale steht der Kracher gegen Real Madrid an, im DFB-Pokal-Halbfinale wartet Borussia Dortmund. Die Bilanz der Ancelotti-Elf 2017? 14 Pflichtspiele, zwölf Siege, zwei Unentschieden. Und das bei einem Torverhältnis von 43:6. Es könnte schlechter laufen an der Säbener Straße.

DAS SCHLÜSSELDUELL:

Die TSG hat gerne den Ball, die TSG spielt gerne Fußball. Über 13.000 Pässe spielte das Team von Julian Nagelsmann im bisherigen Saisonverlauf, über 80 Prozent davon kamen an. Mit beiden Werten liegt "Hoffe" in der Spitzengruppe der Liga. Beide Statistiken werden vom Gegner aus München angeführt. Die Bayern treten extrem dominant auf. Darum wird es für die TSG zum einen darauf ankommen, sich eigene Spielanteile zu erarbeiten und zum anderen sehr konzentriert und konsequent gegen den Ball zu agieren.

Daten & Fakten zum Spiel »

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