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23.02.2017

Kevin Vogt: Football? "Bin nicht breit genug."

Seit dem vierten Spieltag gilt: Ist Kevin Vogt nicht verletzt, dann spielt er. Er spielt durch. 90 Minuten. Immer. Vogt ist einer der Garanten für die stabile TSG-Defensive. Im Interview mit achtzehn99.de spricht er über seine Rolle auf dem Platz, Rückschläge und das anstehende Bundesliga-Spiel bei Schalke 04.

Julian Nagelsmann hat dich kürzlich mit NFL-Quarterback Tom Brady verglichen. Ist da was dran?

Kevin Vogt: Ich weiß nicht, ob er mich mit Tom Brady verglichen hat oder meine Position auf dem Feld mit der des Quarterbacks. Das ist ein feiner Unterschied. Sicherlich gibt es da Parallelen. Es geht auf meiner Position nicht nur um die Defensive, sondern auch darum, Ideen für die Offensive zu entwickeln und den einen oder anderen Spielzug einzuleiten. Der Vergleich ist also nicht verkehrt, aber ich denke, auf den Schultern Tom Bradys lastet mehr Verantwortung für das Spiel seiner Mannschaft - jeder Angriff beginnt mit ihm. Ich bin Teil des Teams und will Dinge auf dem Feld einleiten, aber da sind beim Fußball auch viele andere beteiligt.

Dafür sprechen ein paar Zahlen. Du hast 1200 Pässe gespielt (die zweitmeisten bei der TSG) und davon überragende 91,3 Prozent zum Mitspieler gebracht (Top-Wert bei der TSG). Brady würde bei diesen Zahlen vor Glück weinen...

Vogt: Die Quote ist schon gut, aber Tom Brady würde sicher nicht weinen. Er hat in seiner Karriere so unfassbar viel erreicht. Das sind beides schöne Statistiken, die für mein Spiel wichtig sind. Ich will auf diesem hohen Niveau weitermachen - für den Rest der Saison. Es ist wichtig, dass meine Pässe von hinten raus ankommen. Diesen Anspruch habe ich an mich.

Und tackeln beziehungsweise grätschen kannst du auch. Du hattest im Saisonverlauf lediglich ein erfolgloses Tackling.

Vogt: Da habe ich ja noch etwas besser zu machen. Manchmal geht es auf meiner Position auch darum, ein Duell geschickt zu verlieren, damit wir danach in Ballbesitz sind. Das mag komisch klingen, aber so ist es.

Hättest du eventuell Football-Profi werden sollen?

Vogt: Ich glaube, dafür bin ich nicht breit genug. Vielleicht wäre ja Quarterback eine Option gewesen, aber mein Vater hat mir den Ball immer in die Füße gespielt und selten in die Hände gegeben. Papa hat also die Weichen auf Fußball gestellt.

Vom Ei wieder zum runden Ball. In vier Rückrunden-Spielen gab es bisher sechs Punkte, verbunden mit zwei Niederlagen. In der Vorrunde waren es vier Punkte, aber keine Niederlage. Was ist dir lieber?

Vogt: Im Fußball geht es darum, Punkte zu sammeln. Deshalb sind sechs besser als vier. Aber dennoch habe ich gemischte Gefühle. Die Niederlage in Leipzig kann ich akzeptieren - da waren wir nicht die bessere Mannschaft. Aber das Spiel gegen Wolfsburg wurmt mich, weil wir es in der zweiten Halbzeit viel zu einfach weggegeben haben. Wir haben aber unsere Lehren daraus gezogen. Wir sind am besten, wenn wir einfachen, schnörkellosen Fußball spielen. Schön zu spielen und nicht zu gewinnen, ist keine Option. Das hat zum Beispiel die Partie gegen Darmstadt gezeigt - da waren wir geradlinig und ohne Schnörkel. Wir haben unsere Stärken aufs Feld gebracht.

Nach den beiden Niederlagen gab es postwendend wieder einen Sieg. Ist das eine Qualität des Teams, Rückschläge schnell wegzustecken?

Vogt: Auf jeden Fall. Es wurde ja viel darüber gesprochen und in den Medien spekuliert: "Was passiert jetzt? Wie reagiert Hoffenheim jetzt?" Wir haben zwei Mal richtig gut reagiert. Eine Niederlage wirft uns nicht aus der Bahn. Wir können die Dinge vernünftig einschätzen. Dennoch wäre mir lieber, wir müssten nicht im Zwei-Wochen-Rhythmus eine Reaktion auf eine Niederlage zeigen.

Am Sonntag geht es zum FC Schalke. Die "Knappen" haben gestern Abend in der Europa League gespielt. Ist das ein Vorteil für euch?

Vogt: Das hat auf die Partie am Sonntag gar keine Auswirkung. Schalke hat einen großen Kader, Schalke kennt diesen Rhythmus. Zudem wurde das Spiel auf Mittwoch vorverlegt. Wir spielen am Sonntag um 17.30 Uhr. Sie werden keine Regenerationsprobleme haben.

Was ewartest du vom Duell auf Schalke und welche Schlagzeile würdest du nach dem Spiel gerne lesen?

Vogt: Wir haben eine hohe Erwartungshaltung und großes Selbstvertrauen. Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Schalke hat eine gute Mannschaft, wir aber auch. Wir wollen dort auf jeden Fall punkten und wenn sie die Tür einen Spalt aufmachen, wollen wir zuschlagen und drei Punkte mitnehmen. Das ist unser Ziel. Das ist unser Anspruch. Ich würde gerne lesen, dass die TSG ihren erfolgreichen Weg weitergeht. 

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