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28.01.2016

Fabian Schär: "Müssen über uns hinauswachsen"

Fabian Schär hat sich nach seinem Wechsel zur TSG im vergangenen Sommer schnell etabliert. 13 Einsätze in der Liga stehen für den Schweizer Nationalspieler inzwischen zu Buche. Am Sonntag spielt er erstmals mit "Hoffe" in der Allianz Arena. Ein Gespräch.

Fabian, du kamst im Sommer 2015 vom FCB zur TSG, nun geht es am Sonntag zum FCB. Was haben Basel und München gemeinsam?

Fabian Schär: Beide Teams sind in ihren Ligen absolut tonangebend, man kann schon fast sagen, unangefochten an der Spitze. Bei beiden Klubs ist es selbstverständlich, zu gewinnen. Das ist der Normalfall; davon wird ausgegangen. Deshalb gibt es wahrscheinlich in beiden Klubs dieses absolute Sieger-Gen. Bei diesen Gemeinsamkeiten darf man nicht vergessen, dass sich der FC Bayern international auf einem völlig anderen Level bewegt.

In der Vorrunde hattet ihr den deutschen Rekordmeister am Rand einer Niederlage. Welchen Einfluss hat die Erinnerung auf die Begegnung in der Allianz Arena?

Schär: Wir wissen, dass auch der FC Bayern verwundbar ist, wenn wir ein absolutes Topspiel machen, aber davon abgesehen, spielt das keine Rolle. Die Begegnung ist Monate her und wir befinden uns in einer völlig anderen Situation. 

Mit dem FC Basel hast du international schon bei Schwergewichten wie Liverpool, Chelsea oder Real Madrid gespielt. Wie geht man so ein Duell an, in dem man Außenseiter ist?

Schär: Man muss sich einer Sache bewusst sein: Es gibt nichts zu verlieren. Die Medien, die neutralen Fans, alle rechnen mit einer Niederlage. Man kann relativ befreit aufspielen und man muss das Spiel als Chance begreifen, über sich hinauszuwachsen. Als Einzelspieler und als Team. Nur als Mannschaft hat man in diesen Spielen eine Chance, nur als Mannschaft kann man sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben. 

Das 1:1 zum Rückrunden-Auftakt war ein Teilerfolg. Wie bewertest du Spiel und Ergebnis mit etwas Abstand?

Schär: Ich habe immer noch gemischte Gefühle. Grundsätzlich ist ein Punkt gegen Leverkusen okay. Aber kurz nach der Pause waren wir drauf und dran, auf 2:0 zu erhöhen. Dann wären wir einem "Dreier" schon sehr nahe gewesen. Gegen Ende der Partie hatten wir dann sicherlich auch ein bisschen Glück, den Punkt nicht noch aus der Hand zu geben. Dennoch - die Leistung war gut und darauf können wir für die restliche Rückrunde aufbauen.

Ihr befindet euch mitten im Abstiegskampf. Eine völlig neue Situation für dich. Wie gehst du damit um?

Schär: Ich versuche, locker zu bleiben, mir nicht zu viel Druck zu machen. Das ist, denke ich, ganz wichtig. Was wir uns immer vor Augen führen müssen: Ja, wir stehen unten drin, aber wir können durch Leistung selbst beeinflussen, wohin unser Weg geht. Aktuell sind noch 16 Partien zu spielen, 48 Punkte zu vergeben. Wir sind stark genug, dort unten rauszukommen - davon bin ich weiterhin total überzeugt. Der Weg ist schwer, aber wir tun alles dafür, ihn zu gehen. Auch, wenn noch viele Punkte zu vergeben sind, jedes Spiel, jedes Tor zählt. Wir müssen liefern.

Schaust du am Spieltag auch wie die Konkurrenten im unteren Tabellendrittel spielen oder konzentrierst du dich nur auf die TSG?

Schär: Natürlich steht die Konzentration auf unsere Leistung und unsere Spiele absolut im Fokus, aber ich bekomme mit, was in der Liga passiert. Am Sonntag habe ich gesehen, wie die direkten Konkurrenten aus Frankfurt und Bremen gewonnen haben. Das war, trotz des guten Auftakts gegen Leverkusen, kein Spieltag für uns.

In München bekommst du es wohl häufiger direkt mit Robert Lewandowski zu tun. Bereitest du dich speziell auf einen solchen Spieler vor?

Schär: Nein, wir kennen die Qualitäten der Bayern-Spieler sehr genau. Sich auf Lewandowski zu konzentrieren, wäre falsch. Er ist ein außergewöhnlicher Stürmer, der wirklich alles mitbringt, was man braucht. Fakt ist aber, wir müssen alle über uns hinauswachsen, um in München zu bestehen.

Was ist in der Allianz Arena für euch drin?

Schär: Es gibt nur wohl wenige Leute, die uns etwas zutrauen, aber wie ich schon gesagt habe: wir haben nichts zu verlieren. Wir können rausgehen, alles raushauen und schauen, was passiert. Wir fahren nicht nur nach München, um mal dort gewesen zu sein. Mit einem Sahnetag ist etwas drin und wir sind alle ehrgeizig. Wir wollen etwas mitnehmen. Dass die Bayern noch nicht in der Gala-Form der Hinrunde sind, hat man beim Spiel gegen den Hamburger SV gesehen. Zudem wird uns Huub Stevens sicherlich gut einstellen.

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