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CAMPUS
27.10.2016

Workshop Kinderfußball: Die Stürmer von morgen

Die Ausbildung von Torjägern im Kinderfußballbereich war das Thema des diesjährigen Workshops Kinderfußball. Rund 100 Teilnehmer verbrachten einen ganzen Tag auf dem AOK achtzehn99 CAMPUS, um sich in Sachen Offensivtraining im unteren U-Bereich auf den Stand der Dinge bringen zu lassen.

Bereits zum fünften Mal hatte die TSG in ihr Kinderzentrum eingeladen, um mit Kindertrainern aus ganz Deutschland in Kontakt zu treten sowie die eigenen Inhalte weiterzugeben. Mit rund 100 angemeldeten Teilnehmern war der Seminarraum bis auf den letzten Platz gefüllt, als Akademieleiter Dominik Drobisch die Veranstaltung offiziell eröffnete und die Gäste begrüßte.

Um nichts Geringeres als „das, was den Fußball ausmacht“, gehe es bei dem diesjährigen Workshop, betonte Drobisch. Gemeint war natürlich das Toreschießen. Um sich über die Trainingsformen für Stürmer bei der TSG zu informieren, hatten einige Teilnehmer weite Wege auf sich genommen. So waren etwa verschiedene Trainer aus Bayern oder Norddeutschland angereist.

Kinder etwas wagen lassen

Der Leiter der achtzehn99 Fußballschule, Sebastian Bacher, blickte zunächst auf die vergangenen Workshops zurück – von den Anfängen mit dem Kinderfußball-Experten und Pionier des Minifußballs, Horst Wein, bis zum Workshop des vergangenen Jahres, bei dem unter anderem TSG-Sportpsychologe Jan Mayer einen interessanten Vortrag gehalten hatte.

Um die veränderte Lebenswelt der Kinder in der heutigen Zeit ging es bei einem Vortrag von Drobisch, der unter anderem auf die Verhäuslichung des Kinderspielens und die Zunahme des Medienkonsums zu sprechen kam: „Diese Entwicklung muss man im Auge haben.“ Für Erzieher und Übungsleiter sei zudem die Handhabe bei der Gestaltung der gemeinsamen Zeit mit den Kindern erschwert, weil Eltern Betreuern häufig mit ihren Sorgen und Vorsichtsmaßnahmen sehr enge Grenzen setzten würden. „Dabei sollen Kinder doch auch mal etwas wagen können. Das gehört zur Entwicklung nun mal dazu“, sagte Drobisch.

Häufige Wiederholungen führen zum Erfolg

In Bezug auf das Training der Offensivqualitäten – auf das Thema waren die TSG-Verantwortlichen durch die Stürmerdebatte im Rahmen der vergangenen Europameisterschaft gekommen – legte der Akademieleiter den Workshop-Teilnehmern den Leitsatz „Tore schießen lernen durch Tore schießen“ ans Herz. Soll bedeuten: Nur durch häufige Wiederholungen und viele Torschüsse im Training entwickeln sich die Kinder zu torgefährlichen Spielern.

Wie das konkret aussieht, demonstrierten die Kinderperspektivteam-Trainer Sabahudin Mislimi und Manuel Sanchez dann mit jeweils einer Einheit für Bambini und E-Junioren. Als Demo-Mannschaft war extra die JSG Seckmauern/Hainding aus dem hessischen Odenwald angereist, die außerdem mit Fin Lüderwald und Christoph Zang von zwei U12-Spielern unterstützt wurde. Als Beispiel für ein Bambini-Training zeigte Sanchez verschiedene Spielformen, bei denen großer Wert auf Spaß und möglichst viele Ballkontakte gelegt wird. Bei der E-Jugend-Einheit legte Mislimi den Fokus hingegen mehr auf Bewegungserfahrungen und in Eins-gegen-Eins-Übungen auch auf etwas komplexere Aufgaben.

Nach dem Mittagessen ging es zunächst wieder in den Seminarraum, wo auch schon Lutz Pfannenstiel eingetroffen war, der bei der TSG für die internationalen Beziehungen zuständig ist und über den Nachwuchsfußball in anderen Ländern berichten konnte. Vor allem der Vergleich mit afrikanischen Talenten wurde immer wieder herangezogen: „Taktiktraining gibt es in Afrika nicht. Aber dafür findet man bei uns keine Spieler mehr, die mit 14 oder 15 noch in Berlin im Hinterhof kicken, weil die bis dahin schon längst in der Struktur der Nachwuchsleistungszentren sind. In Afrika gibt es diese Instinkt- und Straßenfußballer aber noch.“

Unterschiedliche Schwerpunkte für Altersbereiche

Wie im F- und D-Jugend-Bereich an den Offensivqualitäten von Nachwuchsfußballern gearbeitet werden kann, demonstrierten anschließend der Kinderperspektivteam-Trainer Joscha Balle und der U12-Co-Trainer Arne Stratmann. Während Balle bei der F-Jugend-Einheit vor allem Wert auf verschieden Bewegungsaufgaben legte (zum Beispiel wurde in das Torschusstraining ein Radschlag eingebaut), machte Stratmann deutlich, dass im D-Jugend-Bereich durchaus der Fokus auf den technischen Aspekt gelegt werden kann. „In diesem Alter interessieren die Kinder sich von sich aus schon mehr für die Technik“, so Stratmann.

Für Teilnehmer Marian Littel, der extra aus Niederbayern für den Workshop angereist war, gab es während des ganztägigen Workshops jede Menge neue Aspekte, die er für das Training in seinem Heimatverein TSV Langquaid mitnehmen kann. „Ich habe viele interessante Einblicke in die Trainingsarbeit hier bei der TSG erhalten. Vor allem, dass so viel Wert auf Spaß durch Wettkampfformen gelegt wird, nehme ich für mich mit“, so der C-Jugend-Trainer.

Abschluss im Footbonauten

Akademieleiter Drobisch war die Zufriedenheit über den gelungenen Workshop deutlich anzusehen. „Es ist einfach toll, dass so viele Leute an einem ganz normalen Arbeitstag den Weg hierher gefunden haben und dass wir es dann auch schaffen, unsere Inhalte so rüberzubringen, dass jeder für sein Training etwas mitnehmen kann.“

Zum Abschluss des Workshops ging es auf freiwilliger Basis noch nach Zuzenhausen zum Footbonauten, in dem sich die Teilnehmer auch mal selbst ausprobieren konnten. Einige der vielen Kinderfußball-Interessierten hatten da jedoch schon den Rückweg angetreten. Schließlich stand bei vielen am Abend noch das Training der eigenen Mannschaft an – und da wollten die frisch gemachten Eindrücke natürlich direkt angewendet werden.

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