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CAMPUS
19.10.2016

Paul Tolasz: Spuren in allen Zentren hinterlassen

Das kann niemand sonst von sich behaupten: Paul Tolasz hat vom Kinderbereich bis zu den Profis schon in allen Zentren für die TSG gearbeitet. Aktuell ist der 28-Jährige Cheftrainer der U12 und Koordinator des Kinderperspektivteams – und mit dieser Rolle sehr zufrieden. „Es macht großen Spaß, zu beobachten, wie die Jungs hier ihren Weg gehen.“

Eine Zeitlang saß Tolasz regelmäßig bei den Bundesliga-Spielen auf der Bank, stand an der Seitenlinie, gab Anweisungen an den damaligen Angreifer Anthony Modeste weiter. Als der Franzose 2013 nach Hoffenheim kam, sprach er kein Wort Deutsch. Tolasz, der als Saarländer selbstverständlich des Französischen mächtig ist, sollte seine Sprachkenntnisse einbringen. „Ich hatte zwei kurze Gespräche mit Alexander Rosen und Markus Gisdol, bin dann ins Hotel und anschließend mit Anthony zum Medizincheck gefahren“, erinnert sich Tolasz, der von diesem Tag an neben seiner Trainertätigkeit sozusagen rund um die Uhr für den Neuzugang aus Bastia da war: Wohnung finden, Auto kaufen, Konto eröffnen. Zwei Jahre ging das so, in dieser Zeit machte er nebenbei noch sein Staatsexamen.

Tolasz wurde im schlesischen Bielsko-Biała geboren, zwei Jahre später siedelten seine Eltern nach Saarbrücken aus. Da sich seine Mutter stark in die Kirchengemeinde einbrachte, rutschte der Sohnemann bei Kinder- und Jugendzeiten schon frühzeitig in die Betreuer-Rolle, mit 16 war er bereits Inhaber des Skischullehrerscheins. 2007 verschlug ihn das Studium der Biologie, Geografie und Politikwissenschaften nach Heidelberg, wo er bereits im ersten Semester Dominik Drobisch kennenlernte. Es passte zwischen den beiden, und so nahm der heutige Akademie-Leiter Mitte 2008 Tolasz mit zur TSG. Über ein Praktikum im E- und F-Jugend-Breitensport empfahl sich der Student für weitere Aufgaben – und coachte schon bald parallel zum Studium die E-Junioren. Bei der Gründung der Kinderperspektivteams mit dem 99er-Jahrgang fungierte er als Co-Trainer, ab dem 2000er-Jahrgang war er alleiniger KPT-Chef und mittlerweile ist er Koordinator für die Jüngsten bei der TSG.

U16-Meisterschaft als Interimstrainer

Eigentlich wollte Tolasz den Junioren-Elite-Schein machen, dann aber kam der „Notruf“ der Profis. Knapp zwei Jahre pendelte er zwischen Kinder- und Profizentrum und übernahm auch immer mehr organisatorische Aufgaben für das Bundesligateam. Eine hauptamtliche Stelle in dieser Funktion lehnte er jedoch ab: „Ich wollte lieber Trainer sein“, erklärt Tolasz, der schließlich das Angebot annahm, als U12- und KPT-Cheftrainer anzufangen. Sein Büro hat er nun im Grundlagenzentrum, gearbeitet hat er aber auch schon mal im Leistungszentrum. Als im Winter 2012/13 Julian Nagelsmann interimsmäßig als Co-Trainer zu den Profis bestellt wurde und Drobisch die U16 übernahm, stand ihm Tolasz als Co zur Seite. Beide brachten Nagelsmanns Werk zu Ende und gewannen im Entscheidungsspiel die Oberliga-Meisterschaft.

Die Wochenenden sind dicht. Wenn keine Spiele mit der U12 anstehen, fährt Tolasz mit dem KPT auf Turniere oder zu Vergleichen. Und wenn auch das nicht der Fall ist, tourt er durchs Land und scoutet. Als er mal in die schwäbische Provinz wollte und der Bus nicht ansprang, setzte er sich kurzerhand in den Zug und tingelte ins Ländle. Bei einem Hallenturnier fiel ihm ein Spieler des SV Vaihingen auf, der prompt ein herrliches Fallrückziehertor erzielte. Tolasz sprach den Trainer an, später kam der Junge in die U14 zur TSG und steht heute im U19-Kader.

„Die Arbeit mit den Jüngsten, das Fundament für die oberen Altersklassen zu legen, all das macht mir großen Spaß“, sagt Tolasz. Dabei nimmt er gerne in Kauf, mit den KPTs und der U12 keinen geregelten Liga-Betrieb zu haben. „Das macht nichts. Spiele und Turniere zu gewinnen ist zwar schön, für mich liegt der Reiz meines Jobs aber darin, zu sehen, wie Jungs wie Alfons Amade, Lennart Grimmer, Emilian Lässig, Samuel Lengle oder Antonis Aidonis in den oberen Jahrgängen ankommen.“ Demnächst will Tolasz den Junioren-Elite-Schein nachholen.

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