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SPIELFELD
20.08.2016

Julian Nagelsmann: "Mir fehlen die Umgangsformen"

Julian Nagelsmann, 29, legt großen Wert auf Umgangsformen – auf dem Platz genauso wie im Privatleben. An sich selbst und seine Spieler stellt er hohe Ansprüche: Werte wie Höflichkeit, Anstand und Freundlichkeit dürfen für ihn auch im Bundesliga-Alltag nicht zu kurz kommen.

Herr Nagelsmann, haben Sie im Urlaub mal drüber nachdenken können, was Sie jetzt erwartet. Wächst der Respekt vor der Aufgabe?

Julian Nagelsmann: Respekt ist immer angebracht. Aber mehr Druck als von Februar bis Mai kann man nicht haben. Von daher bin ich da eher gelassen. Ich selbst mache mir schon Druck, natürlich habe ich eigene Erwartungen.

Sind Sie denn mit der Vorbereitung zufrieden?

Nagelsmann: Die Mannschaft setzt viele Dinge gut und schnell um. Sie murrt auch nicht, wenn wir mal einen Trainingstag einlegen, an dem die Spieler am Ende 20 Kilometer gelaufen sind. Die Entwicklung bei einigen Spielern, die das noch nicht
kannten, ist außergewöhnlich schnell; andere, die schon länger dabei sind, stabilisieren sich auf einem sehr guten Niveau. Ich bin also guter Dinge, dass wir besseren Fußball spielen als in der vergangenen Saison.

Ihre Aussagen sind durchaus selbstbewusst. Sie haben zum Beispiel gesagt, dass Sie mit Platz zwölf nicht zufrieden wären. Nach dem Fast-Abstieg haben das manche als Übermut aufgefasst.

Nagelsmann: Wenn wir am Ende Zwölfter werden und 80 Prozent im Klub sind glücklich damit, freue ich mich für sie. Aber ich bin es dann eben nicht. Man kann mich dann gern für einen Spinner halten. Da bin ich ganz entspannt. (lacht)

Ihre Aussagen werden nun noch genauer registriert. Wie kommen Sie mit Ihrem neuen Status als öffentliche Person klar?

Nagelsmann: Mich stört es im Prinzip nicht. Nur manchmal fehlen mir da, das muss ich gestehen, insgesamt die Umgangsformen, ein wenig mehr Respekt. Oft ist es dann doch eine Spur zu forsch, zu fordernd. Man kann ja auch Dinge wollen und trotzdem respektvoll und freundlich bleiben. Das ist in einer Beziehung so, das ist in der Familie so, das sollte auch im öffentlichen Umgang so sein.

Das komplette Interview ist ab Freitag, 26. August, in der neuen Ausgabe des TSG-Monatsmagazins SPIELFELD zu lesen.

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