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PROFIS
18.08.2016

Ermin Bicakcic: "Es kribbelt seit Tagen"

Ermin Bicakcic geht in seine dritte Saison bei der TSG - sein 50. Bundesliga-Spiel für "Hoffe" ist nicht mehr weit entfernt. Aber nun steht zuerst der DFB-Pokal an. Das Mitglied des Mannschaftsrates über seine Rolle im Team, den Auftakt im Pokal, die Qualen der Vorbereitung und mehr...

Ermin, es geht wieder los...

Ermin Bicakcic: Die Vorbereitung ist schon eine Art Leidenszeit mit vielen Trainingseinheiten. Wir wissen aber alle, wie wichtig diese ist. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison werden in dieser Phase gelegt. Aber natürlich bin ich froh, dass es jetzt endlich losgeht. Es kribbelt schon seit ein paar Tagen.

Mit dem Spiel endet auch die Vorbereitung. Wie hart war diese unter Julian Nagelsmann?

Bicakcic: Sie war körperlich - wie schon gesagt - intensiv. Und inhaltlich anspruchsvoll. Jeder Spieler muss in jedem Training, in jeder Übung auch mental voll dabei sein. Ich denke, dass wird uns auf Sicht helfen. Meinem Empfinden nach hatten wir eine sehr gute Vorbereitung. Wichtig für die gesamte Mannschaft war, dass wir im Großen und Ganzen gesund durch diese sieben Wochen gekommen sind. Wir hatten nur wenige Ausfälle zu beklagen und sind gut vorbereitet.

Du hast die Gesundheit angesprochen. Im Trainingslager in Tirol musstest du am letzten Tag eine Einheit aussetzen. Das war dir überhaupt nicht Recht...

Bicakcic: Für mich persönlich ist das wichtig; ich will in jeder Einheit auf dem Platz stehen. Da geht es gar nicht so sehr um die Sorge, inhaltlich etwas zu verpassen, sondern mehr um meine Person und meinen Ehrgeiz. Ich will trainieren - auch, um für die anderen Jungs ein Zeichen zu setzen. Wir müssen immer Gas geben; auch wenn es mal weh tut. Da muss man als Profi durch. Das ist meine Einstellung. Ich habe da lange mit unserem Teamarzt und mit den Physiotherapeuten diskutiert, letztlich waren sie in der Überzahl und haben sich durchgesetzt. Aus medizinischer Sicht war es sicherlich die richtige Entscheidung. Ich konnte dann nach dem Trainingslager sofort wieder ins Teamtraining einsteigen.

Zurück ins Jetzt. Zurück zum Pokalspiel gegen Egestorf/Langreder. Das Weiterkommen ist sicher euer klares Ziel?

Bicakcic: Absolut. Wir wissen um unsere Rolle als Favorit und wir nehmen diese an. Aber wir wissen auch, dass der Pokal manchmal seine eigenen Geschichten schreibt. Wir wollen mit aller Macht verhindern, dass wir am Sonntag Teil einer solchen Geschichte werden und in die zweite Runde einziehen.

Wie wichtig sind ein gutes Spiel und ein Sieg für den Start in die Bundesliga-Saison eine Woche später?

Bicakcic: Das ist wichtig - so wie jede Trainingseinheit und jedes Testspiel. Mit Siegen und guten Leistungen kommt das Selbstvertrauen. Das haben wir in der Vorbereitung schon getankt, aber jetzt geht es um Zählbares. Wir werden uns von diesem positiven Gefühl nicht täuschen lassen. Für Erfolge im Pokal und in der Liga müssen wir jeden Tag hart arbeiten - letztlich zählt die Vorbereitung da nicht.

Du gehst in deine dritte Spielzeit im Kraichgau, bist Teil des Mannschaftsrates. Wie würdest du deine Rolle im Team beschreiben?

Bicakcic: Ich habe mir im Verein und in der Mannschaft ein gewisses Standing erarbeitet - auf und neben dem Platz. Darauf bin ich stolz. Ich versuche mich ständig in die Mannschaft einzubringen und ihr zu helfen. Da ist aber grundsätzlich jeder im Team gefordert, egal, ob Kapitän, Mitglied des Mannschaftsrates oder "normaler Spieler".

Stichwort: "Abseits des Platzes": Beim Essen spielt ihr seit einigen Wochen "Schere, Stein, Papier". Wie seid ihr darauf gekommen und wie würdest du deine Fähigkeiten beschreiben?

Bicakcic: Das ist ähnlich wie beim Elfmeter - man darf nicht viel Nachdenken. Eines gedanklich auswählen und das Ding dann durchziehen. Das ist meine Strategie. Die muss aber top secret bleiben (lacht), sonst gehöre ich demnächst zu den Verlierern. Wir machen das bei jedem gemeinsamen Essen. Der Verlierer an jedem Tisch muss das Abräumen übernehmen. Die Verlierer können sich dann auch noch über die Grenzen der Tische hinweg duellieren. Dann geht es um mehr. Sandro Wagner hat das diese Woche gemacht und verloren. Dann musste er alle Tische abräumen - zum zweiten Training war er glücklicherweise fertig (lacht). Ich bin noch nie in Bedrängnis gekommen und das soll auch so bleiben. Ich denke, solche Dinge zeigen, dass wir eine gute Stimmung in der Mannschaft haben.

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