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CAMPUS
22.07.2016

Danny Galm: Der neue U16-Coach im Porträt

Eigentlich hatte Danny Galm alles mitgebracht, doch obwohl er ganz dicht davorstand, wollte es mit der Profi-Karriere nicht klappen. Die Gründe dafür hat der 30-Jährige erkannt und die Sache abgehakt, jetzt will er seine Erfahrungen als U16-Trainer den B-Junioren der TSG weitergeben.

Neben seinen Vereinskollegen Mario Gómez (1985) und Sami Khedira (1987) galt Galm als deutschlandweites Top-Talent des Jahrgangs 1986. Schon als dreijähriger Knirps jagte er beim TSV Amorbach dem Ball hinterher, weil sein Vater dort als Jugendtrainer tätig war. Und früh zeigte sich, dass der kleine Danny einen Torriecher hatte, der ihn zunächst in die Kreisauswahl und nach Zwischenstationen in Offenbach und bei 1860 München auch in die Junioren-Nationalmannschaften U15 bis U19 spülte. Als 16-Jähriger schlug Galm seine Zelte beim VfB Stuttgart auf, die Bundesliga schien nicht mehr weit.

An der Seite Khediras und des späteren Hoffenheimers Andreas Beck stand der Stürmer im Finale um die Deutsche B-Junioren-Meisterschaft 2003 gegen Hertha BSC und schoss den VfB 1:0 in Führung. Am Ende hieß es jedoch 1:4. Zwei Jahre später standen Galm und Co. erneut im Finale, diesmal in dem der A-Junioren. In Celle bezwangen sie den VfL Bochum mit 1:0, den entscheidenden Treffer markierte mit Ádám Szalai ein weiterer späterer TSGler. „Das war der krönende Abschluss meiner tollen Jugendzeit“, blickt Galm, der zudem Torschützenkönig der Bundesliga Süd/Südwest gewesen war, etwas wehmütig zurück. „Ich hatte immer eine überragende Torquote und habe immer geliefert.“ Doch der Traum vom Profi-Fußball platzte. Nicht schlagartig, sondern nach und nach, während Gómez und Khedira Nationalspieler wurden.

Dicht dran am Traum

Galm unterschrieb in der Ära Giovanni Trapattoni einen Profivertrag, riss sich aber bald mehrere Bänder im Knöchel und fiel fünf Monate aus. „Ich war das erste Mal mit so einer Situation konfrontiert, das war nicht leicht.“ Das Talent rutschte aus dem Fokus und suchte sein Glück bei Eintracht Frankfurt, wo er seinem Ziel am nächsten kam, als er im Dezember 2007 in Wolfsburg auf der Bank saß – aber nicht eingewechselt wurde. „Ich habe viel trainiert und alles gegeben, es hat am Ende aber nicht für die Bundesliga-Karriere gereicht“, sagt Galm, der sich jedoch nichts vorzuwerfen und vor allem eines erkannt hat: „Im Fußball brauchst du ab einem gewissen Niveau viel Glück, den richtigen Trainer, ein professionelles Umfeld, die richtige Mentalität und vor allem eine verletzungsfreie Zeit.“

Die Ungeduld spielte auch eine große Rolle. Wie viele Jungprofis wollte Galm zu früh zu viel und schonte seinen Körper nicht. Nach einem Bandscheibenvorfall pausierte er ein Jahr, schloss sich der Fußballer-Gewerkschaft VDV an und spielte anschließend für den Oberligisten SpVgg Neckarelz, mit dem er in die Regionalliga aufstieg.

„Mit Mitte 20 wusste ich dann, dass der Zug abgefahren ist“, sagt Galm, der sich als ausgebildeter und von der IHK geprüfter Sport- und Fitnesskaufmann einen Plan B zurechtgelegt hatte, aber zunächst noch in der Regionalliga auf Torejagd ging. Ab 2013 fing der zweifache Familienvater an, die U19 der SpVgg Neckarelz zu trainieren. Nebenbei erwarb er die Trainerscheine bis zur A-Lizenz und arbeitete als Scout für einen Sportartikelhersteller.

„Ab gewissem Niveau entscheidet der Kopf“

Im Sommer hat Danny Galm seine aktive Karriere beendet und will nun als Trainer durchstarten. „Ich habe vieles erlebt, im Positiven wie im Negativen. Das will ich an meine Jungs weitergeben. Fußballspielen können sie alle, aber ab einem gewissen Niveau entscheidet der Kopf darüber, wie weit sie kommen.“

Mit den „optimalen Bedingungen“, die er in Hoffenheim vorfindet, will Galm seinen Teil dazu beitragen, der Profi-Mannschaft Spieler zu liefern. „Sie sollen sich sportlich aber auch in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln, Eigenverantwortung übernehmen und lernen, sich selbstständig um ihren Körper, der ihr Kapital ist, zu kümmern. Jeder Einzelne soll aufs nächste Level gehoben werden.“

Als kurzfristiges persönliches Ziel für die Trainerlaufbahn hat sich der Amorbacher vorgenommen, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln und täglich dazuzulernen. Dass in diesem Beruf eine langfristige Planung nur schwer möglich ist, hat ihm die aktive Zeit gezeigt. Es kommt, wie es kommt.

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