Alle Ergebnisse
CAMPUS
16.05.2016

Finale! U19 gewinnt auch in Bremen

Das „Finale für den Kapitän“ ist perfekt! Sechs Tage nach dem 3:1 im Dietmar-Hopp-Stadion gewann die U19 auch das Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft bei Werder Bremen mit 2:0 (1:0) und bestreitet am 29. Mai das Endspiel ins Sinsheim. Die TSG ist somit der dritte Klub seit Borussia Dortmund 1996, der drei Mal hintereinander das Finale erreicht.

"Ich freue mich riesig für die Jungs", jubelte Cheftrainer Matthias Kaltenbach nach dem Schlusspfiff. "Das war nach all den Rückschlägen in dieser Saison alles andere als selbstverständlich. Über beide Spiele gesehen stehen wir hochverdient im Finale, und das zum dritten Mal in Folge, das ist außergewöhnlich." Der Sportliche Leiter Dirk Mack bestätigte: "Das Team ist sehr dominant aufgetreten und hat sich das Endspiel verdient. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, uns in Ruhe vorzubereiten."

Nicht in Bremen dabei waren Johannes Bender und Meris Skenderović. Bender hatte sich in der letzten Aktion des Hinspiels das Kreuzband gerissen und sah das Rückspiel – an seinem 18. Geburtstag – vor dem Fernseher. Torjäger Skenderović hatte das Abschlusstraining am Sonntag in Hoffenheim aufgrund von Schmerzen nach seinem Muskelfaserriss abbrechen müssen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück diente ein 20-minütiger Spaziergang am Kuhgraben-Kanal und am futuristischen Wissenschaftsmuseum „Universum“ vorbei der Entspannung. Justin Karlein, den noch Knieprobleme plagten, unterzog sich derweil bei Athletiktrainer Stephan Kisling und Physiotherapeut Andy Malburg einem letzten Belastungstest.

In der Zwischenzeit trudelten auch die Kleinbusse aus dem Kraichgau mit Eltern und Fans ein, gemeinsam ging es dann ins Nobelviertel Oberneuland und durch enge Zufahrtswege in den Sportpark am Vinnenweg. Chefcoach Julian Nagelsmann war am Pfingstmontag ebenfalls in die Hansestadt gereist und posierte mit vom Klassenerhalt beseelten jungen Werder-Fans für ein Erinnerungsfoto. Ihren Hoffnungen auf das Erreichen des Endspiels erteilte der 28-Jährige allerdings eine Absage.

Torjubel für "Jo" Bender

Kaltenbach ersetzte den angeschlagenen Bender mit Semi Belkahia, baute aber ansonsten – ebenso wie sein Gegenüber Mirko Votava – auf die identische Startformation aus dem Hinspiel. Votava, von 1985 bis 1996 Werder-Profi, hatte seinen Spielern in der Vorbereitung auf diese Partie Szenen aus seiner aktiven Zeit gezeigt. 1:4 hatten die Bremer in der Europapokal-Saison 1987/88 bei Spartak Moskau verloren, und im Rückspiel mit einem 6:2 nach Verlängerung den Spieß umgedreht. Eine Verlängerung, so viel war schon vor dem Anpfiff klar, würde es diesmal nicht geben, da das Reglement bei einem Unentschieden in der Addition direkt ein Elfmeterschießen vorsieht.

Die Hoffenheimer machten von Anfang an deutlich, dass sie nicht nach Bremen gekommen waren, um nur ihren Vorsprung zu verwalten, sondern um gewohnt offensiv aufzutreten. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der es in der 23. Minute das erste Mal hätte brenzlig werden können, wenn Bremens Luca Horn den Ball schneller unter Kontrolle bekommen hätte. So aber eilte der aufgerückte Johannes Bühler zurück und entschärfte die Situation.

Am Frühstückstisch hatten Lukas Hoffmann und Dennis Geiger noch geflachst, wer von beiden wieviele Tore erzielen würde. Auf dem Platz einigten sie sich dann auf eine Gemeinschaftsproduktion. Nach einem Foul an Philipp Ochs trat Geiger den Freistoß von der linken Seite vor den Fünfmeterraum, und Hoffmann köpfte die Kugel über SVW-Keeper Tom Pachulski zur 1:0-Führung ins Netz (32.). Den Torjubel zelebrierte die Mannschaft vor der Sport1-Kamera, in die sie ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift „Come back stronger Jo“ hielt. Eine starke Geste für den verletzten Teamkollegen.

Drittes Finale in Folge

Die Platzherren brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. Ihre beste Chance hatten sie 30 Sekunden vor dem Pausenpfiff, als Abdullah Dogan nach Vorarbeit Johannes Eggesteins alleine vor Gregor Kobel auftauchte, aber am starken TSG-Schlussmann scheiterte. Im zweiten Abschnitt blieb die Kaltenbach-Elf Herr der Lage. Nicolas Wähling hätte den Sack in der 66. Minute zu machen können, scheiterte aber nach Ochs-Zuspiel freistehend an Pachulski. Zuvor hatte Kobel gegen Eggestein stark pariert (54.) und dafür gesorgt, dass dem SV Werder nun langsam aber sicher die Zeit davonlief. Votava stellte in der 71. Minute auf eine Dreierkette um und sein Team übernahm nun zumindest die optische Überlegenheit.

Spannend wurde es im beschaulichen Oberneuland allerdings nicht mehr. In der Schussphase hörte man die rund 100 TSG-Anhänger vom Finale skandieren. Und in der 87. Minute hatten sie nach einem blitzsauberen Konter über Karlein und Geiger, der David Otto das 2:0 auflegte, noch einmal Grund zu jubeln.

Die TSG Hoffenheim steht zum dritten Mal in Folge im Finale um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft. Am 29. Mai trifft  sie dann um 13 Uhr in der Sinsheimer WIRSOL Rhein-Neckar-Arena auf Borussia Dortmund. Das "Finale für den Kapitän", zu Saisonbeginn als Motto ausgegeben, ist nun Realität.

 

SV Werder Bremen – TSG 1899 Hoffenheim 0:2 (0:1)
Bremen: Pachulski – Daube, Hehne, Hahn, Jacobsen (57. Wasmus) – Dogan, Vollert, Hertes (57. Bünning), Horn – Schmidt (71. Walter), Eggestein.
Hoffenheim: Kobel – Bühler (77. Posch), Hoffmann, Kapp, Politakis (58. Gimber) – Geiger, Belkahia, Beck – Wähling (72. Karlein), Ochs (88. Janicki), Otto.
Tore: 0:1 Hoffmann (32.), 0:2 Otto (87.). Zuschauer: 1.600. Schiedsrichter: Patrick Schult. Karten: Gelb für Schmidt, Hertes, Daube / Beck.

Daten & Fakten zum Spiel »

Jetzt Downloaden!
Seite Drucken nach oben