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CAMPUS
20.05.2016

David Otto – der Aufsteiger

U19-Stürmer David Otto kann sich zu Recht als einer der Garanten für den Einzug seiner Mannschaft ins Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft fühlen. Der Stürmer traf sowohl im Hin- als auch im Rückspiel des Halbfinales gegen Werder Bremen – und das obwohl er eigentlich noch U17-Spieler ist.

Einen ersten Hinweis darauf, dass er gegen die Norddeutschen von Anfang an und damit live im Fernsehen spielen würde, erhielt Otto bereits im letzten Punktspiel der U19 gegen den SC Freiburg. Nachdem er eine Stunde lang alles gegeben hatte, wechselte Trainer Matthias Kaltenbach seinen Youngster aus und flüsterte ihm beim Abklatschen zu: „Du brauchst deine Kraft für Dienstag.“

In den zwei Tagen zwischen dem Freiburg- und dem Bremen-Spiel ging dem 17-Jährigen dann so einiges durch den Kopf. „Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, was ist, wenn ich einen Fehler mache und das live im Fernsehen zu sehen ist.“ Vor einem Jahr hatte er mit der U16 noch gegen Emmendingen und Villingen gespielt, und nun sollte er vor Tausenden Zuschauern und live im Fernsehen einen kühlen Kopf bewahren. So richtig vorstellen konnte er sich das nicht.

„Immer das Ziel, mal live im Fernsehen zu spielen“

Doch es ging – und das sogar ganz hervorragend. „Kurz vor dem Spiel war die ganze Aufregung plötzlich weg“, sagt Otto. Doch nicht nur das: Der Stürmer zeigte eine seiner besten Leistungen im TSG-Trikot und traf mit viel Gefühl zur wichtigen 1:0-Führung. „In dem Spiel war ich wirklich zufrieden mit mir“, so der gebürtige Pforzheimer, der nahezu täglich zwischen seinem Elternhaus in Birkenfeld und dem Nachwuchsleistungszentrum in Hoffenheim pendelt.

Die Kulisse und die TV-Kameras motivierten ihn nun eher, als dass sie ihn nervös machten. „Es ist ja immer das Ziel, mal live im Fernsehen Fußball zu spielen. Und wenn man nach einer guten Aktion von der vollen Tribüne Beifall bekommt, pusht das auch noch mal zusätzlich.“

Jedes Jahr mehr Tore

Auf noch mehr Beifall und eine größere Kulisse hofft Otto nun im Finale am 29. Mai gegen Borussia Dortmund. Dass das Spiel in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena stattfinden wird, ist für den Stürmer, der schon seit der U14 das TSG-Trikot trägt, etwas ganz Besonderes. Auch der attraktive Gegner steigert die Vorfreude auf das Endspiel um den wichtigsten Titel im deutschen Jugendfußball. „Dortmund ist schon ein besonderer Gegner mit sehr vielen guten Einzelspielern.“

Dass sich Otto nun im Duell der beiden besten deutschen Jugendmannschaften wiederfinden wird, ist die Folge einer kontinuierlichen Entwicklung. Seit seinem Wechsel von 1.FC 08 Birkenfeld zur TSG schießt der Stürmer von Saison zu Saison mehr Tore. In der U14 musste er noch um seinen Stammplatz kämpfen, in der U15 hatte er ihn. Ein Jahr später – in der U16 – war er zum ersten Mal Kapitän, in der U17 bester Torschütze. „Und nun bin ich als U17-Spieler in der U19. Es ging also immer einen Schritt weiter.“

Schule kommt zuerst

Dass Otto seit seinem U19-Debüt im November immer besser in der A-Jugend klarkommt, liegt zum einen an seiner kräftigen Statur mit der er sich auch gegen ältere Gegenspieler behaupten kann, zum anderen aber auch daran, dass er vom ersten Moment an gut im Team aufgenommen wurde. Als er zu Beginn noch Probleme im Spiel gegen den Ball hatte, coachten ihn Mitspieler wie Johannes Kölmel viel auf dem Platz. „Das hat mir anfangs sehr geholfen, und mittlerweile bin voll drin und weiß, was wann zu tun ist.“

Auch abseits des Fußballs lernt der 17-Jährige schnell. „Anpfiff-ins-Leben“-Schulbegleiter Martin Schenk schwärmt von seinen Noten, Otto selbst bleibt da eher bescheiden. „Aber Schule hatte schon immer oberste Priorität. Das haben mir meine Eltern von Anfang an gesagt.“

„Mit kleinen Zielen immer gut gefahren“

Im nächsten Jahr steht das Abitur an, gleichzeitig will Otto mit der U19 weiter für Furore sorgen und auch sportlich den nächsten Schritt machen. Soll heißen: Nach Möglichkeit auch mal beim DFB anklopfen und sich für die U18-Nationalmannschaft empfehlen. Ein Muss ist das für ihn jedoch nicht. „Ich bin immer gut damit gefahren, mir kleine Ziele zu stecken, und so werde ich es auch weiterhin machen.“ Für Otto bedeutet das, eine gute Saison zu spielen und verletzungsfrei zu bleiben.

Aktuell steht jedoch über allem das Ziel, kommende Woche Sonntag Deutscher Meister zu werden. Dafür wird der Musterschüler und –stürmer alles geben. Und dass das Spiel vor Tausenden Zuschauern stattfindet und live im Fernsehen übertragen wird, kann ihn ja zu Höchstleistungen antreiben. Soviel weiß er jetzt.

 

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