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CAMPUS
11.04.2016

U15 hält sich den VfB vom Leib

Bessere Voraussetzungen hätte es für das „Einweihungsspiel“ des neuen Funktionsgebäudes in Zuzenhausen nicht geben können. Die U15, Spitzenreiter der Regionalliga Süd, empfing im Häuselgrund den schärfsten Verfolger VfB Stuttgart. Mit einem verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg sorgte das Team von Trainer Wolfgang Heller für eine rundum gelungene Premiere – und machte einen großen Schritt in Richtung Süddeutsche Meisterschaft.

Über mehrere Monate hatte das Funktionsgebäude zwischen dem Natur- und dem Kunstrasenplatz nach und nach Form angenommen, erstmals wurden nun die neuen Kabinen- und Besprechungsräume in Anspruch genommen. Die Hoffenheimer machten von Beginn an deutlich, trotz ihres komfortablen Punktepolsters auf Sieg spielen und sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden geben zu wollen. Die Heller-Elf attackierte früh, die Stuttgarter waren hingegen bemüht, den Platzherren mit einem äußerst bedächtigen Spielaufbau den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der Plan ging zunächst auf, die erste Torgelegenheit hatten die Stuttgarter, köpften aber die Kugel aus fünf Metern über das von Daniel Klein gehütete TSG-Tor. Dann aber kamen die Hoffenheimer. Nach einer Kombination zwischen Shinhyung Lee und Max Geschwill kam der Ball zu Melesse Frauendorf, der jedoch zu ungenau ablegte. Lee und Frauendorf hatten auch die besten Chancen des ersten Durchgangs. Eine Kopfballverlängerung Benedikt Landwehrs landete bei Lee, der noch einen Gegenspieler abschüttelte, dann aber freistehend mit dem Außenrist an VfB-Schlussmann Sebastian Hornung – und am Tor – vorbeischob. Frauendorf zögerte wenig später nach Geschwills Zuspiel zu lange und blieb an Hornung hängen.

Aidonis klärt auf der Linie, Naainiaa trifft

Auf ging es zur ersten Pausenbesprechung im neuen Funktionsgebäude. Die Stuttgarter dürften mit dem Zwischenresultat zufriedener gewesen sein, als die Hoffenheimer, die mit viel Druck aus der Kabine kamen. Frauendorf provozierte einen Fehlpass, legte aber zu ungenau auf Lee, dessen Schuss geblockt wurde. Der Südkoreaner wurde kurz drauf von Laurin Curda an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Ein Platzverweis lag hier im Bereich des Möglichen, es gab aber nur Gelb, der fällige Freistoß flog über den Fangzaun.

Als Curda kurz darauf erneut hinlangte, musste der VfB-Kapitän mit der Ampelkarte runter (47.). In Unterzahl hatten die Stuttgarter dann aber zunächst ihre beste Phase. Frauendorf warf sich in letzter Sekunde in einen Schuss, und als VfB-Angreifer Leon Dajaku freistehend die Führung erzielen musste, entschied er sich unnötigerweise dazu, Keeper Klein auszuspielen. Das gelang ihm zwar, doch in der Zwischenzeit war TSG-Kapitän Antonis Aidonis auf die Linie geeilt, von der er Dajakus platzierten Schuss in überragender Manier kratzte. Anschließend musste sich Klein bei einem Kopfball noch einmal lang machen, dann war diese Druckperiode überstanden.

Zehn Punkte auf Platz zwei

Sie hatte die Hoffenheimer allerdings für die Schlussphase wachgerüttelt. „Wir haben es weiter konsequent über die Flügel probiert“, so Heller. „Nur die Zuspiele in den Strafraum blieben erfolglos.“ Sechs Minuten vor dem Ende wurden die TSG-Bemühungen dann aber doch noch belohnt. Lee wurde auf der linken Seite freigespielt und fand in der Mitte trotz vielbeiniger VfB-Defensive den gerade eingewechselten Jassin Naainiaa, der aus kurzer Distanz direkt vollstreckte und sich an der Eckfahne gebührend feiern ließ. Noch war der Dreier aber nicht unter Dach und Fach, noch einmal erwies sich Klein im Eins-gegen-Eins als der gewohnt sichere Rückhalt.

„Defensiv haben wir heute in Überzahl zu nachlässig gespielt und zu viele Chancen bei langen Bällen zugelassen“, monierte Heller nach der Partie. „Da haben häufig die Absicherung und die Lufthoheit gefehlt. Wir hatten aber vor dem 1:0 klarste Torchancen, mit denen wir das Spiel schon früher hätten entscheiden können.“

Der U15-Coach gehört nicht zu den Trainern, die den Sekt frühzeitig kalt stellen. „Wir sind glücklich über den Sieg und haben einen direkten Konkurrent weiter distanziert“, so Heller. Die Ausgangslage vor den abschließenden fünf Partien ist allerdings hervorragend. Zehn Zähler beträgt der Vorsprung auf den neuen Zweiten Eintracht Frankfurt, zwölf auf den VfB. Am kommenden Wochenende nehmen sich die beiden Konkurrenten gegenseitig die Punkte weg.

TSG 1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart 1:0 (0:0)
Hoffenheim: Klein – Jungmann, Tripi, Landwehr (59. Naainiaa), Mahler, Aidonis, Frauendorf, Geschwill, Heimpel (44. Gör / 70.+2 Gaudio), Groß, Lee (68. Haile).
Stuttgart: Hornung – Reutter (49. Fritsch), Hellmann, Curda, Kopf, Mistl, Grimm (68. Mocanu), Nonnenmann, Djermanovic, Kaparos (68. Koci), Dajaku (63. Jankovic).
Tor: 1:0 Naainiaa (64.). Zuschauer: 100. Schiedsrichter: Philipp Mößner. Karten: Gelb-Rot für Curda (47.).

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