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AKADEMIE
03.03.2016

Skenderović & Sanyang: Die Akademie-Knipser

Sie sind die besten Torjäger ihrer Zentren: U19-Stürmer Meris Skenderović (Bild links) aus dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) mit 15 Toren und U13-Knipser Mamin Sanyang aus dem Förderzentrum (FZ) mit 14 Treffern. Im FZ, der ehemaligen Wirkungsstätte des einen und der aktuellen des anderen, sind die beiden nun aufeinandergetroffen.

An sein schönstes Tor kann sich Meris Skenderović gar nicht erinnern – so viele waren es. Auch Mamin Sanyang muss länger überlegen, bis ihm dann doch eines einfällt. „Im Testspiel gegen Neckarelz habe ich den Ball aus ganz spitzem Winkel in die lange Ecke geschossen“, sagt der 13-Jährige, der vor zwei Jahren mit seiner Mutter aus Gambia nach Deutschland kam, mittlerweile in Leimen lebt und zu Saisonbeginn vom 1.FC Heidenheim nach Hoffenheim wechselte.

Anlaufschwierigkeiten hatte Sanyang kaum, stattdessen avancierte er innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Topscorer der U13 – und der C-Junioren-Landesliga Rhein/Neckar. Seine Bilanz nach elf Spielen: 14 Tore. Auch Skenderović führt nicht nur in der internen Torjägerliste, sondern auch ligaweit. 15 Tore in 18 Spielen – in der Süd/Südwest-Staffel der A-Junioren-Bundesliga traf niemand häufiger.

Von Linksaußen ins Sturmzentrum

Wie Sanyang zog sich auch Skenderović früher jahrelang im Förderzentrum um. Bereits als U11-Spieler wechselte der Stürmer vom Mannheimer Stadtteilverein MFC 08 Lindenhof zur U12 der TSG. „Da musste ich mich ganz schön umstellen. Bei meinem alten Verein war ich klar der Beste und konnte eigentlich immer alles alleine machen. In Hoffenheim hatte ich viel stärkere Mitspieler.“ Auch seine heutigen Mannschaftskameraden Matthias Stüber und Paul Kruse waren damals schon bei der TSG.

Ein Torjäger war Skenderović schon immer – bis zur U14 allerdings auf Linksaußen. „Mein damaliger Trainer Wolfgang Heller hat mich dann in einem Spiel zur Halbzeit nach ganz vorne gestellt, und da habe ich gleich ein Tor gemacht.“ Nachdem der in Oftersheim lebende Angreifer auch in der darauffolgenden Partie als Mittelstürmer aufgeboten worden war und prompt drei Treffer erzielt hatte, war Skenderović im Angriffszentrum gesetzt.

„Torriecher habe ich schon immer gehabt“

Der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Mit der U14 wurde der Blondschopf mit montenegrinischen Wurzeln Oberliga-Meister und obwohl er aufgrund einer Hüftverletzung vier Monate ausfiel, landete Skenderović in der Torjägerliste auf Platz zwei. In der U15 feierte er gemeinsam mit seinen heutigen U19-Kollegen Dennis Geiger, Theodoros Politakis, Pasqual Pander, Furkan Çevik und Nico Königsmann die Süddeutsche Meisterschaft. Diesmal verletzungsfrei sicherte er sich in jener Saison außerdem die Torjägerkanone. Auch in der U17 war er bester Torjäger der B-Junioren-Bundesliga –mit imposanten 30 Treffern in 26 Spielen.

„Den Torriecher habe ich schon immer gehabt“, sagt Skenderović, der seine große Stärke im Torabschluss sieht – egal ob mit rechts oder links. Zu seiner Zeit im Förderzentrum traf er allerdings größtenteils noch auf andere Art und Weise. „Damals habe ich die meisten Tore nach langen Bällen gemacht, weil ich schneller als viele Abwehrspieler war.“ Dadurch, dass das Tempo in den älteren Jahrgängen höher wird und auch die Abwehrspieler oft schnell sind, musste der Stürmer sein Spiel für die NLZ-Teams etwas umstellen. „Ich komme jetzt viel mehr entgegen und schirme Bälle ab.“

Bei U13-Torjäger Sanyang sieht das Muster für seine Treffer ähnlich aus wie bei Skenderović zu dessen Zeit im Förderzentrum. „Mamin ist brutal schnell“, urteilt etwa Individualtrainer Romeo Wendler, der mit dem Stümertalent verstärkt den schwächeren linken Fuß trainiert. Auch U13-Co-Trainer Jan Zenner sieht bei Sanyang in Sachen Dynamik klare Vorteile gegenüber seinen Gegenspielern: „Er ist deutlich schneller als andere und kann auch wesentlich härter schießen.“

„Bock aufs Verteidigen“

Dass Torjäger auch Individualisten sein müssen, gilt als Fußball-Binsenweisheit. Sanyang hat aber nicht nur seinen eigenen Erfolg im Blick, er gibt sich genauso als Mannschaftsspieler. „Ich will immer Bälle für meine Mitspieler auflegen, aber manchmal muss ich es dann doch alleine machen.“ Dass er das ganz gut kann, hat der Siebtklässler von der Leimener Geschwister-Scholl-Werkrealschule in dieser Saison schon häufig bewiesen. Neben seinen 14 Saisontoren sicherte er sich im Winter bei mehreren Hallenturnieren den Pokal des besten Torschützen. Und so weiß er auch, worauf es bei einem guten Stürmer ankommt: „Immer in Bewegung sein, aktiv bleiben und ständig den Ball fordern“, gibt Sanyang als sein Geheimrezept an.

Nun sind Stürmer im heutigen Fußball allerdings nicht mehr nur Stürmer, sondern auch erste Verteidiger. Dass sie mittlerweile auch in der Defensivarbeit verstärkt gefordert sind, ist für Skenderović und Sanyang kein Problem. „Das macht auch Bock. Ich laufe gerne nach hinten – vor allem im Winter, wenn es kalt ist. Das mag ich nämlich gar nicht“, sagt Sanyang mit breitem Grinsen.

Meisterschaften als Saisonziele

Beide Torjäger haben mit ihren Teams in dieser Saison noch Großes vor. Die Meisterschaft soll es sowohl in der A-Junioren-Bundesliga als auch in der C-Junioren-Landesliga sein. Skenderović möchte außerdem den nationalen Titel, die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft, nach Hoffenheim holen – am liebsten natürlich durch ein Tor von ihm.

An besonders wichtige Treffer erinnern sich beide schließlich viel eher als an schöne. Das 1:0 gegen den VfB Stuttgart im Finale des Knabenturniers in Neubrandenburg, das als inoffizielle Deutsche Meisterschaft für U13-Teams gilt, führt Sanyang an. Für Skenderović waren es die beiden Tore zum 2:1-Sieg gegen Bayern München in dieser Saison. Gut möglich, dass zum Saisonende bei beiden Knipsern neue Treffer in dieser Kategorie auftauchen.

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