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CAMPUS
13.11.2015

Domenico Tedesco vor Mammut-Aufgabe

Wenn U16-Trainer Domenico Tedesco am Samstag (11:30 Uhr, Förderzentrum) mit seinem Team auf den VfB Stuttgart II trifft, liegt für ihn weniger die Tatsache im Fokus, dass es gegen seinen Ex-Klub geht, sondern dass es sich um das Topspiel der Oberliga Baden-Württemberg handelt. Der Zweite empfängt den Ersten. Achtzehn99.de sprach mit dem 30-Jährigen über seine Gefühlslage, seine ersten Monate als TSG-Coach und die Fußballlehrer-Ausbildung.

Herr Tedesco, am Samstag treffen Sie auf die U16 Ihres Ex-Klubs VfB Stuttgart. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in diese Partie?

Ich freue mich sehr darauf. Vor allem, weil es ein Spitzenspiel ist.

Sie haben 2008 als Trainer beim VfB begonnen, zuletzt die U17 ins Finale um die Deutsche Meisterschaft geführt. Wie gut kennen Sie die Jungs, mit denen Sie es am Samstag zu tun bekommen?

Sehr gut, denn ich habe anfangs im Kinderbereich gearbeitet und vier Jahre lang als Co- und als Cheftrainer eben diesen 2000er-Jahrgang betreut. Seit dieser Zeit ist der Kader immer wieder punktuell verstärkt worden, und ich weiß, dass da sehr gute Einzelspieler sind. Als U13 haben wir damals deutschlandweit nahezu jedes Turnier gewonnen oder standen zumindest im Finale. Die Jungs haben bislang super Ergebnisse erzielt. Das wird eine Mammut-Aufgabe.

Ihren Trainerkollegen Heiko Gerber kennen Sie demnach auch gut?

Natürlich. Gerade in meiner Zeit als U17-Trainer hatten wir viele Schnittstellen, die Zusammenarbeit und die Atmosphäre war immer sehr gut.

Losgelöst vom Ausgang der Partie: Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Leistung Ihrer Mannschaft? Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs ziehen gut mit und geben mir das Gefühl, alles aufsaugen zu wollen und wissbegierig zu sein. Sie wissen, dass sie längst nicht am Ziel sind und weiter arbeiten müssen. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

In einem Internetportal steht, dass Ihr bevorzugtes System das 4-2-3-1 sei. Stimmt das?

Ich habe das letzte Mal vor zwei Jahren im 4-2-3-1 spielen lassen. Wir haben in der aktuellen Saison fünf oder sechs verschiedene Systeme zur Anwendung gebracht, weil wir unsere Talente breit ausbilden wollen. Es geht ja um Flexibilität und Variabilität.

Sie sind seit dem 1. Juli 2015 bei der TSG, parallel erwerben Sie die Fußballlehrer-Lizenz. Keine einfache Voraussetzung, um einen guten Einstieg zu finden…

Ja, das stimmt, weil ich in der Regel bedingt durch den Lehrgang erst donnerstags ins Nachwuchsleistungszentrum komme. Dennoch wurde mir der Einstieg sehr leicht gemacht, weil ich herzlich empfangen wurde und in der Akademie viele junge, motivierte Leute arbeiten. Besonders dankbar bin ich meinen Co-Trainern Dominik Drobisch und Adem Karaca, die mich in meiner Abwesenheit vertreten und top unterstützen.

Wie läuft es bei der Fußballlehrer-Ausbildung?

Gut, mit den Zwischennoten in Psychologie, Physiologie und Fußballlehre bin ich zufrieden. Die Krux ist, den Spagat mit der eigentlichen Arbeit in Hoffenheim hinzubekommen. Sehr interessant war auch das Praktikum, das wir im Rahmen unserer Ausbildung absolvieren mussten.

Sie waren in Leipzig…

Ja, und da habe ich gute Gespräche mit kompetenten Leuten gehabt, die in Hoffenheim bestens bekannt sind - wie Ralf Rangnick, Helmut Groß oder Wolfgang Geiger.

Sind Sie ein Fußball-Nerd?

Ich rede schon gerne täglich über verschiedene Fußball-Aspekte. Mit meinem Vater, der viel Ahnung hat, aber auch mit meinem Bruder Umberto (früherer Spieler der Akademie, Anm. d. Red.). Zu Hause mit meiner Frau dann eher weniger.

Ihr Bruder wurde in Deutschland, Sie aber in Italien geboren. Sie besitzen auch beide Staatsangehörigkeiten. Verfolgen Sie die Serie A?

Früher intensiver, aber die Spiele der Top-Klubs schaue ich mir noch immer gerne an. Auch die der kleineren Vereine, wie Sassuolo oder Empoli, die sehr gute Arbeit leisten, verfolge ich. In Italien wird ein anderer Fußball gespielt.

Inwiefern?

Dort ist der Fußball weniger athletisch und auch in Sachen Tempo ist noch Luft nach oben. Dafür ist er stärker taktisch geprägt.

Um Deutschland im EM-Halbfinale 2012 zu bezwingen, hat es immerhin gereicht. Für wen schlägt denn Ihr Herz?

Wer gewinnt, ist mir nicht so wichtig. Es soll aber keiner eine Klatsche bekommen.

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