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U23
14.10.2015

Jesse Weippert: Von Training zu Training zum Comeback

Nach sieben Monaten Verletzungspause hat U23-Spieler Jesse Weippert seit einem Monat wieder Rasen unter den Füßen. Die langersehnte Rückkehr ins Mannschaftstraining nährt beim 20-Jährigen die Hoffnung, dass seine Leidenszeit ein Ende hat.

Als Jesse Weipperts Ferse beim Training während der Rückrundenvorbereitung im Februar 2015 zu schmerzen begann, dachte sich der U23-Rechtsverteidiger zunächst nichts dabei. Schon gar nicht, dass er die nächsten sieben Monate nicht mehr auf dem Platz stehen würde. „Ich war davon ausgegangen, dass es nur eine Druckstelle war und nach einem Tag wieder weg ist“, sagt Weippert rückblickend.

Das Training beendete der 20-Jährige sogar noch, doch danach kam er in keinen Schuh mehr rein. Eine Kernspin-Untersuchung brachte dann die bittere Gewissheit: Läsion an der rechten Achillessehne, Ausfall auf unbestimmte Zeit.

Zuvor hatte Weippert ein ordentliches erstes Halbjahr im Herrenbereich gespielt. Bei elf von 20 Saisonspielen kam er zum Einsatz, davon neun Mal über die volle Distanz. Als Deutscher A-Jugend-Meister war er im Sommer 2014 von der U19 der TSG zur U23 gestoßen – noch berauscht von den Eindrücken aus dem DM-Halbfinale und -Finale vor jeweils über 10.000 Zuschauern. „Eine geile Zeit“, sagt Weippert, wenn er an die Euphorie innerhalb der Mannschaft und die Erfolge zurückdenkt.

Seite an Seite mit U19-Kumpels

Beflügelt vom Finalsieg hatte sich der der gebürtige Öhringer den Übergang in den Herrenbereich allerdings etwas leichter vorgestellt. „Da waren alle einfach viel abgezockter. Vor allem, was Cleverness angeht, konnte man einiges lernen.“ Aber Weippert lernte schnell: Nachdem er es für die ersten drei Partien nicht in den Kader geschafft hatte, stand er am vierten Spieltag beim FC Nöttingen erstmals in der Startformation.

Zehn weitere Spiele später war er etabliert im U23-Team und lief wieder Seite an Seite mit seinen Kumpels aus der U19 wie etwa Grischa Prömel, Russell Canouse, Benjamin Trümner oder Nico Rieble auf. Doch dann die Verletzung und der Beginn einer Zeit der Isolierung. Eine Operation kam nicht infrage, deshalb ging es für Weippert gleich in die Reha.

Abstand vom Fußball gesucht

Bei den Reha-Trainern der TSG, Bernd Steinhoff, Benjamin Bubeck und Michael Ludwig, fühlte sich der Nachwuchsspieler mit seiner ersten längeren Verletzung gut aufgehoben. „Das Reha-Team hat mir immer gut zugeredet und mir sehr dabei geholfen, positiv zu bleiben.“ Und diesen Zuspruch brauchte Weippert, denn immer wieder gab es Rückschläge, immer länger zog sich die Verletzungspause hin. „Da zweifelt man schon mal ein wenig“, gibt der Rechtsverteidiger zu.

Zwischendurch wollte der 20-Jährige sogar ein wenig Abstand zu seinem geliebten Fußball. Nachdem er zu Beginn seiner Ausfallzeit noch die Spiele seiner Mannschaft vor Ort verfolgt hatte, kam er irgendwann immer seltener ins Dietmar-Hopp-Stadion. „Ich wollte einfach nicht mehr immer an Fußball denken“, sagt Weippert, der schon vor seiner Verletzung für den möglichen Plan B ein VWL-Studium angefangen hatte, das er mittlerweile aber wieder ruhen lässt.

Gegen Freiburg erstmals wieder im Kader

Doch als er immer mehr Fortschritte machte, kam auch die Lust auf Fußball wieder. Vor seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining arbeitete er individuell mit Profi-Athletik-Trainer Otmar Rösch, doch die Umstellung auf die täglichen Einheiten mit den Mitspielern war dann doch noch mal etwas anderes. „Das kann man nicht simulieren, deshalb habe ich ein wenig gebraucht, aber von Training zu Training bin ich näher rangekommen und jetzt schon wieder auf einem ganz guten Niveau.“

Im vergangenen Spiel gegen die U23 des SC Freiburg stand er erstmals wieder im Kader. Sein Trainer bestätigt, dass Weippert nah dran ist am Comeback: „Jesse macht Druck und rückt immer näher an die Mannschaft. Auf seiner Position rechts hinten hat er aber mit Jannik Dehm auch jemanden, der er es momentan sehr gut macht“, sagt Marco Wildersinn, der Weipperts Ruhe und Einsatzbereitschaft hervorhebt. „Er geht immer voll zur Sache und schont weder sich noch seinen Gegner.“

Den Plan B hat Weippert zwar nicht aus den Augen verloren – im kommenden Sommer will er mit einem Sportwissenschaftsstudium beginnen – doch der Fokus liege nun wieder ganz klar auf dem Fußball, sagt Weippert sichtlich zufrieden. „Und da lasse ich jetzt erstmal alles auf mich zukommen.“

 

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