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02.09.2015

Kevin Kurányi: "In der Pause möchte ich 100 Prozent erreichen"

Von der Weltstadt in die Kleinstadt. Kevin Kurányi spricht im Interview mit achtzehn99.de über seine Zeit in Russland, seine Freude, zurück in der Heimat zu sein und Momente in der Bundesliga.

Kontrastprogramm Moskau - Kraichgau. Gibt es etwas, das du an der Großstadt vermisst?

Kevin Kuranyi: Ich habe fünf Jahre in Moskau gelebt: Dort ist immer viel los, viel Trubel, viele Autos, viel Stau, viel Stress. Das Leben in einer Kleinstadt gefällt mir besser. Es ist ruhiger, ich kann mich erholen und freue mich, hier zu sein.

Wie ist das Leben in Moskau?

Kuranyi: Es ist ganz anders, als sich viele das Leben in Russland vorstellen. Natürlich ist es im Winter sehr kalt, ein paar Minusgrade mehr als in Deutschland. Der Sommer dort ist auch sehr schön und Bären gibt es in Moskau nicht. Man kann dort gut leben.

Russland ist ein sehr großes Land. Wie lange dauerte die längste Auswärtsfahrt?

Kuranyi: Es gibt einen Verein, der zwölf Flugstunden von Moskau entfernt liegt. Zum Glück ist dieser Klub abgestiegen, noch bevor ich nach Moskau kam und danach auch nicht mehr aufgestiegen. Für mich war die längste Auswärtsfahrt nach Tomsk, das dauert vier Studen mit dem Flugzeug. Die Reisen sind anstrengend, weil sie sich in die Länge ziehen. Oftmals schneit es dann auch noch und die Fahrten vom Flughafen zum Hotel sind auch nicht kürzesten.

Wie fühlt es sich an, bei -17 Grad Fußball zu spielen?

Kuranyi: Sehr kalt (lacht). Die Zehen frieren ein, die Ohren frieren. Du musst eine lange Hose anziehen, zwei T-Shirts unter dem Trikot haben und dich etwas länger warmmachen. Um uns an die Temperaturen anzupassen, haben wir die Tage vor dem Spiel auch draußen trainiert. Schön war das aber nicht immer.

Brasilien, Russland, Deutschland. Was ist für dich deine echte Heimat?

Kuranyi: Statt Russland möchte ich Panama nennen. Dort, in Brasilien und Deutschland fühle ich mich sehr wohl, weil ich dort gelebt habe und diese drei Mentalitäten gut kenne. 

Jetzt bist du wieder zurück, ganz in der Nähe deiner Familie. Ist es das, wonach du nach fünf Jahren gesucht hast?

Kuranyi: Auf jeden Fall. Für mich und meine Familie ist genau das Richtige passiert. Ich bin ganz nah an meiner Heimat Stuttgart, habe meine Familie in der Nähe. Darüber freuen wir uns alle sehr. Auch für meine Kinder ist es schön. Als wir nach Russland gegangen sind, waren meine Kinder drei und zwei Jahre alt. Sie haben sich dort wohl gefühlt, aber die beiden werden sich auch hier sehr schnell anpassen und es wird ihnen hier auch gut gehen.

In der Bundesliga hast du zweimal 60, einmal 90 Minuten gespielt. Wie fühlst du dich?

Kuranyi: Ich bin bei fast 100 Prozent angekommen. In den beiden Länderspielwochen werde ich daran arbeiten, die 100 Prozent zu erreichen. Ich fühle mich wohl und habe auch meine ersten 90 Minuten wieder gut gepackt. Die Länderspielpause tut mir gut, weil ich mich nochmal intensiv vorbereiten kann.

Gab es an den ersten drei Spieltagen Momente, die du in den letzten Jahren vermisst hast?

Kuranyi: Der Moment, mit der Mannschaft in ausverkaufte Stadien einzulaufen, ist schon ein besonderer. Das gibt es in Russland nicht. Der Zuschauerschnitt ist dort in etwa so, wie bei einem Freundschaftsspiel. Schön ist auch das Gefühl, wenn wir es schaffen, gegen Teams wie Bayern oder Leverkusen mit unserem jungen Team gute Spiele zu zeigen.

Die TSG hat einen Punkt geholt. Ihr habt gegen zwei Champions-League-Teilnehmer verloren. Wie sieht du die sportliche Situation?

Kuranyi: Die Bilanz ist die eine Seite, was wir auf dem Feld gezeigt haben, ist etwas ganz anderes. Schade, dass wir nicht mehr Punkte mitgenommen haben, obwohl die Möglichkeit dazu da war. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das in den nächsten Spielen erreichen, was wir uns vorgenommen haben. Dann wird die Tabelle für uns auch viel besser aussehen.

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