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FRAUEN
28.08.2015

Nicole Billa: "Der Dialekt ist manchmal ein Problem"

Die Schweiz und Ungarn sind schon bei der TSG vertreten, nun hat Hoffenheim auch eine Österreicherin im Kader. Die 19-jährige Nicole Billa ist seit dem 1. Juli im Kraichgau. Im schönen Kufstein geboren, im Fußballinternat St. Pölten geschult, versucht die Mittelstürmerin nun ihr Fußballglück in der Bundesliga und hofft für die TSG viele Tore zu schießen.

Nicole, du hast die ersten Wochen in der neuen Heimat hinter dich gebracht. Wie geht es dir?

Nicole Billa: Ich bin im Team gut aufgenommen worden, das ist für neue Spielerinnen sehr wichtig. Durch das Trainingslager in Bad Bertrich sind wir noch näher zusammengerückt. Hin und wieder ist der Dialekt ein Problem.

Ist es dir schwer gefallen, die Heimat zu verlassen?

Billa: Nein. Ich wollte gerne ins Ausland und etwas Neues kennenlernen. Ich habe die Schule in St. Pölten abgeschlossen, insofern war es ein guter Zeitpunkt. Außer Hoffenheim war kein anderer Verein im Gespräch. Ich war zum Probetraining hier, und dann war für mich klar, dass es das Richtige für mich ist.

Erzähl mal von deinen fußballerischen Anfängen bei dir zu Hause.

Billa: Mein Papa war Trainer, mein Bruder hat gespielt, da habe ich mit sechs Jahren auch mit Fußball angefangen. Das war beim SV Angerberg. Mit 15 Jahren bin ich auf das neue Sportinternat im Nationalen Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten gegangen. Dort wurde Sport und Schule sehr gut koordiniert. Morgens waren drei bis vier Stunden Fußball, dann Schule, danach wieder Fußball. Abends gab es Lernzeit für Hausaufgaben. Da blieb natürlich wenig Freizeit.

Du hast schon in sehr jungen Jahren in der österreichischen Bundesliga gespielt.

Billa: Das stimmt. Mit 15 Jahren habe ich für Wacker Innsbruck in der Bundesliga gespielt. Dort war ich zwei Jahre. Dann kam ich nach Spratzern. Das ist ein Ortsteil von St. Pölten. Mit St. Pölten bin ich einmal Meisterin und zweimal Pokalsiegerin geworden. 2013/14 und 2014/15 war ich Torschützenkönigin mit 24 bzw. 27 Toren. Und als beste Spielerin der Saison habe ich die „Bruno-Pezzey-Auszeichnung“ bekommen. Ich habe zwei Spiele in der Champions League gemacht und mit 17 Jahren in der A-Nationalmannschaft debütiert.

Was hast du dir mit der TSG vorgenommen?

Billa: In der Bundesliga werden wieder Bayern und Wolfsburg ganz oben sein. Wir wollen mit den unteren Plätzen nichts zu tun haben. Es ist wichtig, gut zusammen zu halten und von Spiel zu Spiel die Leistung zu bringen. Ich persönlich möchte eine gute Saison spielen. Eine bestimmte Toranzahl habe ich mir nicht vorgenommen. Erst einmal muss ich mich an das Tempo gewöhnen, das wird seine Zeit brauchen.

Du hast lange Zeit eine weitere Sportart erfolgreich betrieben, das Kickboxen. Wie kam es dazu?

Billa: Meine Mutter hat mich zum Kickboxen geschickt, da war ich fünf Jahre alt. Ich habe mich gegenüber anderen Kindern immer zu wenig gewehrt. Es gab keine anderen Mädchen, dadurch habe ich anfangs nur gegen Burschen gekämpft. Dadurch habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen und habe keine Scheu mehr. Ich war dann sechs Jahre lang ungeschlagen, war – jeweils bei den Juniorinnen - vielfache österreichische Meisterin und auch dreimal Europa- und dreimal Weltmeisterin. Kickboxen und Fußball liefen parallel, wenn aber Wettkämpfe am selben Tag waren, hatte zunächst Kickboxen Vorrang. Es war meine Hauptsportart. Das hat sich mit dem Wechsel nach St. Pölten dann geändert.

Was möchtest du mal beruflich machen?

Billa: Ich habe einen Handelsschulabschluss und möchte entweder eine Ausbildung anfangen oder eine Schule für Erzieherinnen besuchen.

 

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