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CAMPUS
07.03.2015

Teurer Sieg für die U19

Eigentlich hätte es ein perfekter Samstag sein können. 6:1 (3:1)-Sieg gegen den 1.FC Saarbrücken, sechs verschiedene Torschützen, dazu noch Heimniederlagen der beiden schärfsten Konkurrenten. Doch die Laune war bei U19-Trainer Julian Nagelsmann eher gedämpft, denn Junioren-Nationalspieler Benedikt Gimber zog sich eine schwere Fußverletzung zu und fällt wohl für den Rest der Saison aus.

Es lief bereits die Nachspielzeit der ersten Hälfte, als der Ball über die linke Seite in den Hoffenheimer Strafraum segelte. Gimber war zur Stelle, prallte aber Kopf an Kopf mit dem Saarbrücker Jens Meyer zusammen, beide gingen zu Boden. Noch während der Behandlung pfiff der Schiedsrichter die erste Halbzeit ab. Als Gimber kurz darauf mit schmerzverzerrtem Gesicht von Physiotherapeut Andy Malburg und Co-Trainer Dominik Drobisch vom Platz getragen wurde, war bereits Schlimmeres zu befürchten. Erste Diagnose: Gehirnerschütterung und Bruch des Sprunggelenks. Der Junioren-Nationalspieler wurde ins Krankenhaus gefahren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, ist die Saison für den Innenverteidiger beendet.

„Das ist sehr bitte für Bene“, bedauerte Nagelsmann, der den Sieg schnell abhakte und sich aufgrund Gimbers Verletzung nicht lange mit der Spielanalyse aufhalten wollte. „Wir können nur hoffen, dass er so schnell wie möglich wieder gesund wird.“

Zwei Mal Rot und 0:1

Es waren keine 30 Sekunden gespielt, da holte Saarbrückens Keeper Julian Wamsbach Nicolas Sessa von den Beinen und sah dafür die Rote Karte. Zu diesem Zeitpunkt schien es nur noch um die Höhe des Sieges zu gehen, doch erst scheiterte Joshua Mees mit dem Elfmeter an Ersatztorwart Alexander Müller, dann flog TSG-Kapitän Nicolai Rapp nach einem Foul an Florian Bohnert als letzter Mann ebenso vom Platz (13.) – und schließlich ging der FCS auch noch in Führung, als Jan Eichmann einen Eckball in die lange Ecke köpfte (18.). Innerhalb kürzester Zeit war der ursprüngliche Matchplan also nur noch Makulatur.

Die Platzherren erholten sich schnell vom Rückstand und drehten den Spieß in einer knappen Viertelstunde um. Philipp Ochs glich nach starker Vorarbeit Erdal Öztürks (25.) aus und dann war es Gimber, der mit einem Ballgewinn die Aktion einleitete, die er selbst freistehend zum 2:1 abschloss (35.). Kurz darauf umkurvte Mees Müller und schob zum 3:1 ein (41.).

Nach dem Wechsel kam Timo Teufel für Gimber, der Saarbrücker Meyer musste mit einer Kopfverletzung ebenfalls draußen bleiben. Die Hoffenheimer wirkten zunächst wie gelähmt und ließen drei gefährliche Aktionen der Saarländer zu, doch nach zehn Minuten hatten sie die Partie wieder im Griff. Johannes Bühler (61.), Esad Morina (66.) und Johannes Kölmel (85.) schraubten das Resultat auf 6:1. Der FCS ergab sich nun seinem Schicksal und resignierte, Ochs, Morina und Bühler mit einem Pfostenschuss hätten das Endergebnis noch deutlich höher gestalten können.

Durch die Heimniederlagen des FC Bayern gegen Nürnberg (2:3) und des KSC gegen Fürth (1:2) ist der Vorsprung der U19 an der Tabellenspitze der Bundesliga Süd/Südwest zu den Zweitplatzierten Karlsruhern auf zehn Punkte angewachsen. Die Bayern folgen mit zwölf Zählern, aber auch zwei Spielen Rückstand. Daran, dass die U19 sich für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft qualifizieren wird, besteht kaum noch Zweifel. Allerdings wird sie dabei sehr wahrscheinlich auf Benedikt Gimber verzichten müssen.

TSG 1899 Hoffenheim – 1.FC Saarbrücken 6:1 (3:1)

 

Hoffenheim: Kobel – Bühler, Gimber (46. Teufel), Rapp, Lorenz, Stüber, Sessa (64. Morina), Öztürk, Mees (61. Kölmel), Bruno (23. Kapp), Ochs.

Saarbrücken: Wamsbach – Sachanenko, Lo Scrudato, Grohs, Eichmann, Dalphin, Roßfeld (2. Müller), Steiner (74. Labisch), Meyer (46. Sonsuz), Reiplinger, Bohnert (64. Schneider).

Tore: 0:1 Eichmann (18.), 1:1 Ochs (25.), 2:1 Gimber (35.), 3:1 Mees (41.), 4:1 Bühler (61.), 5:1 Morina (66.), 6:1 Kölmel (85.). Zuschauer: 100. Schiedsrichter: Thomas Gscheidl (Fürth). Karten: Gelb für Eichmann und Grohs; Rot für Rapp (13.) / Wamsbach (1.). Bes. Vorkommnis: Mees scheitert mit Foulelfmeter an Müller (3.).

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