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FRAUEN
10.03.2015

Emily Evels: "Sechs Monate Schnee im Jahr"

Wenn ein junges Mädchen mit knapp 16 Jahren in die USA geht, dann ist das ein sehr mutiger Schritt. Emily Evels hat ihn getan. Die gebürtige Ludwigsburgerin bekam auf Vermittlung von Dirk Mack, heute Leiter des Nachwuchszentrums der TSG, ein Stipendium an der Shattuck-Saint Marys Highschool in Minnesota. 21 Monate war sie dort. Aus den USA kam sie im Sommer 2014 nach Hoffenheim. Wir sprachen mit ihr über ihre Erfahrungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und ihren Sprung ins Hoffenheimer Bundesligateam.

Hallo Emily, was hat dir der USA-Aufenthalt persönlich und fußballerisch gebracht?

Emily Evels: Es war eine sehr positive Erfahrung. Ich bin überall herumgereist. In der Schule hat man viel weniger Fächer, und die finden jeden Tag in der gleichen Reihenfolge statt. Das Training ist teilweise sehr hart. An zwei Tagen war morgens zwischen sechs und sieben Uhr Training. Athletik- und Krafttraining sind in den USA besser, fußballerisch ist das Niveau hier in Deutschland besser.

Was hat dich bewogen zurück zu kommen und nach Hoffenheim zu wechseln?

Evels: In Minnesota gibt es sechs Monate im Jahr Schnee. Es war mir zu kalt dort. Wir haben dann immer in der Halle trainiert. Ich möchte Fußball aber draußen spielen. Fußballerisch bin ich nicht mehr weiter gekommen. Hier in Hoffenheim können alle den Ball stoppen, dort gibt es pro Mannschaft zwei, drei, die es gar nicht können. Die Unterschiede im Niveau sind groß.

In der Vorrunde hast du überwiegend in der 2. Liga gespielt, mittlerweile aber den Sprung in die Bundesliga geschafft und in den ersten drei Rückrundenspielen in der Startelf gestanden. Wie siehst du deine Entwicklung?

Evels: Ich habe mich gefreut, drei Spiele von Anfang an zu machen. Vorher bin ich eher im zentralen Mittelfeld zum Einsatz gekommen, rechts vorne hatte ich noch nie gespielt. Aber ich kann auch im Sturm spielen. Über mein erstes Bundesligator in Duisburg habe ich mich sehr gefreut und war sehr erleichtert, denn ich hatte ja einige Chancen in dem Spiel. Die Vorbereitung ist sehr gut für mich gelaufen. Es kommt immer auf die Trainingsleistungen an, ob man im Team bleibt. Wir haben einige Verletzte, die bald wieder einsteigen, dann wird es schwieriger zur ersten Elf zu gehören.

Warum spielst Du überhaupt Fußball?

Evels: Seit dem vierten oder fünften Lebensjahr gibt es für mich nur Fußball. Vorher habe ich mal Karate und Tennis ausprobiert. Fußball ist ein Teamsport. Es ist schön, den Ball am Fuß zu haben und Tore zu machen.

Was sind deine fußballerischen Stärken und Schwächen?

Evels: Stärken sind Spielübersicht, Laufwege, Schnelligkeit und Dribbling. Verbessern muss ich mein Zweikampfverhalten, den Abschluss vorm Tor und den Kopfball.

Welche Ziele hast du?

Evels: Ich möchte weiterhin in der Ersten spielen und mit dem Team in der 1. Bundesliga bleiben. Vielleicht auch mal oben mitspielen. Gegen die ersten Vier ist es momentan noch schwer. Die spielen noch schneller und härter als der Rest der Liga. In den letzten Spielen dieser Saison können wir noch einige Punkte holen. Theoretisch sind gegen Sand, Jena, Essen und Freiburg zwölf Punkte drin.


Du warst in der U16-Nationalmannschaft. Wie sind deine Ambitionen in Sachen Nationalmannschaft?


Evels: Ich war zwar in zwei Partien dabei, habe aber nur wenige Minuten gespielt. Die Erfahrung war cool, aber jetzt konzentriere ich mich auf die Mannschaft hier.

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