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FRAUEN
10.09.2014

Lina Bürger:
"Möchte die knappe Zeit
effektiv nutzen"

Lina Bürger hat den Sprung in den Kader von Chefcoach Jürgen Ehrmann geschafft. Über ihre beiden Kurzeinsätze in den ersten beiden Spielen ist sie froh. Sie weiß die Situation richtig einzuschätzen, muss sich aber erst an die 1. Bundesliga gewöhnen, erzählt sie. achtzehn99.de hat mit der 18-Jährigen über die Länderspielpause, ihre Position und die bevorstehenden englischen Wochen gesprochen.

Hallo Lina, deine ersten Spiele in der Allianz Frauen-Bundesliga liegen hinter dir - wie hast du sie empfunden und was hat sich für dich verändert?

Ich habe mich gefreut, dass ich in beiden Spielen eingewechselt wurde und die Trainer mir das Vertrauen schenken, auch in wenigen Minuten vielleicht nochmal etwas reißen zu können. Für mich sind auch kleine Erfolgserlebnisse, wenn ich in der 1. Liga Einsatzzeit bekomme. In der zweiten Mannschaft war ich eine der Leistungsträgerinnen und habe immer gespielt. Jetzt habe ich eben nur wenig Zeit, um der Mannschaft auf dem Platz zu helfen. Aber diese möchte ich dann effektiv nutzen. Das Tempo ist viel schneller und das Spiel körperlich sehr betont. Ich kann den Ball nicht mehr so lange am Fuß haben und habe nicht mehr so viel Zeit zu überlegen, was ich als nächstes mache.

Nach deiner Einwechlsung gegen Wolfsburg hat du mehrmals die körperliche Robustheit der 1. Liga erfahren - wirst du davon noch überrascht und was tust du, um dagegen zu halten?

Robustheit zählt noch nicht zu meinen größten Stärken. Ich versuche das mit meiner Schnelligkeit auszugleichen. Manchmal bin ich aber tatsächlich noch überrascht, wenn von hinten plötzlich ein Schubser kommt - das geht in der 1. Bundesliga alles viel schneller. Aber ich gewöhne mich daran. Dabei hilft mir natürlich auch schon das Training, in dem es ab und zu auch mal richtig zur Sache geht. Es dauert sicher noch eine Weile, bis ich mich endgültig daran gewöhnt habe. Ich weiß, dass ich in diesem Bereich an mir arbeiten muss und gehe deshalb öfter mal schon vor dem Training auf dem Platz, um noch Krafttraining zu machen.

Als Stürmerin gehören Eins-gegen-Eins-Situationen zum Alltag. Auf was konzentrierst du dich dabei?

Nur auf mich und den Ball. Ich versuche dann, den richtigen Moment abzuwarten, um den Gegenspieler aussteigen zu lassen. Wichtig ist, sich nicht von der Gegenspielerin ablenken zu lassen, sondern sich nur auf die eigene Aktion zu konzentrieren.


Braucht man auf deiner Position eine Extraportion Mut?

Man darf auf jeden Fall keine Angst haben, einen Fehler zu machen. Natürlich klappt nicht jede Situation und nicht jeder Angriff. Aber dann muss man eben immer weitermachen und sich auf die nächste Situation konzentrieren. Egal, wie oft und ob man hängen bleibt.

Ist das Training in der Länderspielpause anders?

Vielleicht wird die eine oder andere Einheit anstrengender, weil wir am Wochenende kein Spiel haben. Die Trainer haben uns am Wochenende komplett freigegeben - das ist auch mal schön. Aber ich denke nicht, dass sich das Training inhaltlich ändern wird. Wir können die Länderspielpause nutzen, um an Dingen zu arbeiten, die zuletzt noch nicht perfekt liefen.

Vor euch liegen zwei englische Wochen - sechs Spiele in 14 Tagen - eine extreme Belastung, oder? Bereitest du dich individuell speziell auf diese Phase vor?

Auf jeden Fall ist es für uns alle eine hohe Belastung. Wir müssen in dieser Zeit vor allem auf die Regeneration achten. Nur dann können wir auch wieder hunderprozentige Leistung bringen. Unser Kader ist nicht so breit aufgestellt. Deshalb ist es wichtig, dass sich jetzt niemand verletzt. Ich denke aber, wir werden für die Wochen und Spiele gut gerüstet sein. Ich persönlich achte insbesondere an Spieltagen darauf, dass mein Körper ausreichend regeniert ist und darauf, viel zu trinken.

Du beginnst jetzt mit deinem Studium - wie wird sich dein Alltag deshalb verändern?

Bisher hatte ich viel Zeit und auch die Möglichkeit, vormittags zu trainieren und viele Zusatzeinheiten zu machen. Das wird mit Studienbeginn nicht mehr so sein. Ich denke, ich muss mich wieder umgewöhnen nach der freien Zeit, aber in der Schule habe ich das auch gut hinbekommen. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, Fußball und Studium gut unter einen Hut zu bekommen.

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