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FRAUEN
03.09.2014

Kristin Demann:
"Wenn du grätschst,
bist du raus"

Am Samstag, 6. September bestreitet die TSG ihr erstes Heimspiel der Saison 2014/15 und empfängt um 11.30 Uhr den VfL Wolfsburg im Dietmar-Hopp-Stadion. Die Partie wird live bei Eurosport und DFB-TV zu sehen sein. achtzehn99.de sprach mit Kristin Demann vor dem Topspiel des 2. Spieltags in der Allianz Frauen-Bundesliga über Zweikämpfe, perfektes Timing und das Duell mit dem Deutschen Meister.

Die Liga läuft wieder. Wie zufrieden bist du mit dem Auftakt in Leverkusen?

Kristin Demann: Wir können schon zufrieden sein. Für den Anfang war es ein ordentliches Spiel. Ich hatte den Eindruck, dass es für beide Mannschaften nicht so einfach war, wieder in den Ligaalltag einzusteigen. Man war nervöser als in den Spielen zuvor. Wir sind nicht mit leeren Händen nach Hause gefahren und können mit dem einen Punkt gut leben.

Leverkusen hat mit seiner robusten Spielweise überrascht. Magst du eine gewisse Härte im Spiel?

Demann: Ich denke, die gehört dazu und ich kann damit ganz gut umgehen. Mittlerweile ist der Frauenfußball in Deutschland durch Spielerinnen, die aus dem Ausland kommen sehr international und andere Nationen legen auf andere Eigenschaften wert. Den Einfluss merkt man schon. Dennoch glaube ich, dass die Technik bei uns im Vordergrund bleiben wird.

Der moderne Verteidiger kommt fast ohne Grätschen aus - wie hat sich der Job des Verteidigers verändert?

Demann: Früher wurde oft gesagt: Die Verteidiger kloppen nur die Bälle weg. Mittlerweile zählen Verteidiger aber auch zu den Spielern auf dem Feld, die das Spiel eröffnen. Ein Verteidiger wird nicht mehr nur auf die Abwehrarbeit reduziert, sondern auch ins Offensivspiel eingebunden. Andersrum muss die ganze Mannschaft auch verteidigen, beginnend im Angriff.

Worauf achtest du beim Zweikampf besonders?

Demann: Ich versuche nicht auf den Gegenspieler zu achten, sondern mich auf den Ball zu konzentrieren. Ich achte auch darauf, nicht auf den Boden zu gehen und nicht zu grätschen. Ein Trainer hat mir mal gesagt: 'Wenn das das machst, bist du aus dem Zweikampf raus.' Und das stimmt. Deshalb versuche ich mir durch gutes Stellungsspiel und Antizipation Vorteile zu verschaffen.


Wie sieht deine persönliche Vorbereitung auf Spiele gegen Topteams wie gegen Wolfsburg aus, wenn dich Gegenspielerinnen aus der Weltspitze erwarten?

Demann: Ich bereite mich auf alle Spiele gleich vor. Natürlich kennt man die Spielerinnen aus den Topvereinen beser, weiß über Eigenschaften wie Linksfuß oder Rechtsfuß Bescheid. Das hilft in der Vorbereitung natürlich schon. Und es ist ein Vorteil, wenn man die direkte Gegenspielerin kennt.


Warum ist eine perfekte Zweikampfführung am Samstag noch wichtiger als in anderen Spielen?

Demann: Wolfsburg ist individuell sehr stark besetzt, da sind wir als Mannschaft komplett gefordert und können nur als perfektes Mannschaftsgefüge bestehen. Wir müssen versuchen, den Ball weit weg von unserem Tor zu halten. Alle müssen über 90 Minuten jeden Zweikampf zu 100 Prozent annehmen, damit wir irgendwie etwas Zählbares mitnehmen können.

Woher nimmst du die Ruhe am Ball, wenn am eigenen 16er zwei Gegenspielerinnen Druck auf dich machen?

Demann: Mit kommt zu Gute, dass ich früher oft im Mittelfelfd gespielt habe. Dort geht es immer eng zu und man braucht Überblick. Ich möchte immer versuchen, von hinten Ruhe auszustrahlen und als Abwehrspielerin zusammen mit meiner Partnerin in der Innenverteidigung souverän zu wirken. Die Erfahrung aus vergangenen Spielen gibt mir außerdem Sicherheit und Selbstvertrauen. Ein Geheimnis für meine Ruhe gibt es aber nicht.

In der letzten Saison hast du alle 22 Saisonspiele über die volle Spielzeit absolviert. Das war in der Vergangenheit schon anders...

Demann: Für mich war es natürlich schön, zu spielen und vom Trainer das Vertrauen zu bekommen. Mir hat es gut getan, mit dem Wissen gesund zu sein, aufzulaufen. Das hatte ich die Jahre zuvor wegen einigen Verletzungen leider eher selten. Ich bin ziemlich glücklich, dass mein Körper so gut mitmacht und ich von den früheren Verletztungen nichts mehr spüre. Man lernt dauerhaftes Spielen anders zu schätzen, wenn man schwerer verletzt war.

Am Samstag spielt ihr gegen den Deutschen Meister - was für ein Spiel erwartest du?

Demann: Ich kann mir ein ähnliches Spiel wie in der Rückrunde der vergangenen Saison vorstellen. Wolfsburg wird das Spiel dominieren, sie haben den größeren Druck. Mit einer Mannschaftsleistung wie zuletzt gegen Wolfsburg haben wir realisitische Chancen, etwas zu holen. Die Partie wird sicher noch kampfbetonter als gegen Leverkusen.


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