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FRAUEN
27.08.2014

Theresa Betz über die Kunst der Variation

Für Theresa Betz beginnt am Sonntag die fünfte Saison im Trikot der TSG. Unter Cheftrainer Jürgen Ehrmann ist sie im defensiven Mittelfeld gesetzt und sie ist auch die Frau für die Standards der TSG. Mit achtzehn99.de sprach die angehende Ärztin über den Saisonstart und wichtige Eigenschaften einer Standardschützin.

Die Icebucket-Challenge hat auch dich erreicht. Wie stehst du dazu?

Theresa Betz: Eigentlich bin ich in den sozialen Medien nicht sehr aktiv. In diesem Fall habe aber auch ich mich dazu entschlossen, die Aktion zu unterstützen. Sie hilft eine seltene Erkrankung wie die Amyotrophe Lateralsklerose bekannter zu machen und gleichzeitig Gelder für Forschung und Therapie zu akquirieren. Die Icebucket-Challenge koppelt ein ernsthaftes Thema an eine spaßige Aktion und hat es so geschafft, das Thema in der Bevölkerung zu verbreiten.


Ein kurzer Rückblick auf das Pokalspiel: Ihr habt das Spiel 90 Minuten dominiert, die beste Lösung, den Abwehrriegel zu knacken, kam erst in der zweiten Halbzeit. Warum habt ihr euch nach der Pause leichter getan?

Betz: Aue hat sehr diszipliniert und kompakt verteidigt und hat es uns so nicht einfach gemacht. In der zweiten Halbzeit ist es uns leichter gefallen. Nach unserem zweiten Treffer war der Widerstand doch etwas gebrochen und die Chancen auf eine Pokalüberraschung für Aue wurden immer geringer. Wir haben versucht, das Spiel mehr in die Breite zu ziehen - das hat uns geholfen. Je länger das Spiel lief, desto größer wurde natürlich auch unser konditionelles Übergewicht.

Am Sonntag startet Eure zweite Bundesligasaison. Froh, dass es wieder los geht? Wie sehen deine Erwartungen aus?

Betz: Natürlich freue ich mich nach unserer siebenwöchigen Vorbereitung, dass nun endlich wieder Bundesligaalltag ansteht. Für uns ist es aber nach wie vor etwas Besonderes, in der höchsten Klasse dabei zu sein. Ich hoffe, dass wir an die Leistungen aus der Rückrunde anknüpfen und somit diese Saison von Beginn an unsere Punkte sammeln. Dennoch kann unser Ziel auch dieses Jahr nur der Klassenerhalt sein.

Ihr beginnt in Leverkusen – an die Spiele habt ihr gute Erinnerungen...

Betz: In der vergangenen Saison haben wir in den beiden Spielen vier Punkte geholt. Leverkusen ist ein Gegner auf Augenhöhe. Zum Auftakt ist das mit Sicherheit nicht schlecht, weil alle wissen, dass wir nur mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung Chancen auf Punkte haben. Gleichzeitig haben wir aber nicht sofort den Druck, dort gewinnen zu müssen.

Du bist die Spezialistin für Standards – hast du ein Rezept?

Betz: Das Rezept für unsere Standards erarbeiten wir uns gemeinsam als Mannschaft mit den Trainern. Da wir körperlich nicht die größten Spielerinnen haben, ist bei uns mit Sicherheit mehr Überlegung und die Ausarbeitung von Varianten notwendig, um auch die Standards zu einer unserer Stärken zu machen.

Wie trainierst du Ecken und Freistöße?

Betz: Wenn ich ehrlich bin, kommt das bisher noch etwas zu kurz, soll sich aber natürlich ändern. Ich möchte gerne intensiv und häufig an der Ausführung der verschiedenen Standardvariationen arbeiten. Eine hohe Wiederholungszahl ist beim Standardtraining essentiell. Dafür bleibe ich nach dem Training auch mal ein paar Minuten länger auf dem Platz.

Gibt es Eigenschaften, die eine gute Standardschützin haben sollte?

Betz: Im Spiel bekommt man nicht immer zehn Ecken oder Freistöße. Deshalb ist es wichtig, den einen möglicherweise entscheidenden Ball dahin zu bringen, wo er hin soll. Gute Schusstechnik und Präzision sind da mit Sicherheit zwei wesentliche Eigenschaften. Wichtig ist aber auch die Ruhe am Ball und Konzentration bei der Ausführung. Wenn ich mir den Ball zurechtlege, muss ich mich auf den Punkt konzentrieren können.

Ihr habt viele verschiedene, auch clevere, Variationen. Die bisher schönste Variante war der Freistoß in der Hinrunde 13/14 gegen Bayern München. Klappt so etwas nur einmal?

Betz: Die Kunst ist es, möglichst viele Varianten zu haben, die in der Auslösung gleich aussehen, dann aber abgewandelt werden können. Darauf kann sich der Gegner nur schwer einstellen, sodass manche Varianten auch durchaus öfter funktionieren können. Allerdings ist man durch die Videoaufzeichnungen natürlich zu mehr Variabilität gezwungen.

Daten & Fakten zum Spiel »

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