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CAMPUS
12.06.2014

Das war der Tag auf Schalke / Rückspiel am Samstag

Ein Bundesliga-Stadion, knapp 11.000 Zuschauer, dazu eine Live-Übertragung und Interviews vor laufender Kamera – am Ende sah es so aus, als habe die U19 die ganze Saison über nichts anderes gemacht, als unter diesen Bedingungen zu spielen. Wir lassen den gestrigen Tag auf Schalke noch einmal Revue passieren.

Völlig abgekämpft liefen die Hoffenheimer A-Junioren nach dem Schlusspfiff in die Fankurve, um sich für den 1:0 (1:0)-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft bei den Knappen bejubeln zu lassen. Zu Recht. Siegtorschütze Steffen Nkansah musste die Feierlichkeiten frühzeitig abbrechen: Sport1 bat um ein Live-Interview. Kein Problem für den Innenverteidiger, der das Gespräch mit Moderator Martin Quast genauso souverän über die Bühne brachte, wie zuvor die 75 Minuten auf dem Platz.

Die Freude über den Teilerfolg war riesengroß, doch die Hoffenheimer A-Junioren sind auf dem Teppich geblieben. „Die waren bärenstark“, weiß auch Nkansah, dass ihn und seine Kollegen am Samstag im Rückspiel nochmal ein heißer Tanz erwartet.

Der Tag hatte mit einem moderaten „Anschwitzen“ begonnen. Im altehrwürdigen Parkstadion – oder besser gesagt: was davon übrig geblieben ist – startete die Vorbereitung auf eine verhältnismäßig sehr späte Anstoßzeit. Für Trainer Julian Nagelsmann und seinen Stab ging es darum, die Konzentration hoch und die Nervosität flach zu halten. Die Veltins-Arena, nur wenige Meter Luftlinie vom Hotel entfernt, flößte allen Beteiligten Respekt ein. Um sie herum waren hier und da Spuren des Unwetters zu sehen, das zwei Nächte zuvor über Westfalen getobt und tragischerweise einige Menschenleben gefordert hatte.

Am Nachmittag sollten die Spieler bei einem Spaziergang um die Arena die Köpfe frei bekommen. Nervosität lähmt, daher wollte Nagelsmann seine Jungs so locker wie möglich ins Rennen schicken. Um 16:45 Uhr gab es noch einmal eine kulinarische Stärkung, während die ersten Zuschauerströme schon über den Gelsenkirchener Arenaring schwappten. 18:30 Uhr, Abfahrt.

„Hoffenheim fußballerisch unheimlich gut“

„Wir haben etwas nervös begonnen und hatten zu viele leichte Ballverluste“, sagte Nagelsmann nach dem starken Auftritt seiner Truppe. „Danach haben es die Jungs aber gut gemacht. Am Schluss war es sehr intensiv, aber wir haben verdient gewonnen.“ Dass noch nichts entschieden ist, ist dem 26-Jährigen mehr als klar, dennoch gibt er sich sehr selbstbewusst: „Sie werden uns am Samstag alles abverlangen, aber wer auf Schalke gewinnt, kann auch zu Hause gewinnen.“ Die Auswärtstorregel kommt in den Halbfinal-Duellen nicht zur Anwendung, bei einer Niederlage mit einem Tor Unterschied gibt es sofort Elfmeterschießen.

Oliver Ruhnert, Direktor Nachwuchs der „Knappenschmiede“, zollte der TSG Respekt: „Hoffenheim ist fußballerisch unheimlich gut, unsere erste Halbzeit war enttäuschend.“ Am Freitag wird sich der S04-Tross in Richtung Kraichgau aufmachen. „Bis dahin müssen die Spieler die Köpfe frei bekommen. Ich bin überzeugt, dass wir das Ding noch umbiegen können“, so Ruhnert.

S04-Chefcoach Norbert Elgert verzog sich nach der Partie lange Zeit in die Kabine und musste anschließend erst einmal seine Stimme wiederfinden. „Wir wussten, dass Hoffenheim eine bärenstarke Mannschaft hat. Wir sind aber auch bärenstark, und wenn ich es einer Mannschaft zutraue, den Spieß noch umzudrehen, dann meiner.“

Faktor Physis wird entscheiden

Was den Schalker Trainer positiv stimmt, ist die physische Stärke seiner Mannschaft, die sich im zweiten Abschnitt ein optisches Übergewicht erspielte, aber gegen die sattelfeste TSG-Defensive zu keiner zwingenden Möglichkeit kam. „Die Jungs können vieles besser und werden das am Samstag zeigen. Bei Hoffenheim haben sich viele Spieler mit Krämpfen geplagt.“

Ein Punkt, der Nagelsmann nicht weiter beunruhigt. „Es ist in der Tat bewundernswert, wie fit die Schalker Spieler trotz Mehrfachbelastung in dieser Saison sind. Aber man darf nicht vergessen: Für uns war das ein Auswärtsspiel mit langer Anfahrt und Vorbereitung. Die Anfangsnervosität hat sicherlich auch eine Rolle gespielt. Es ist aber kein Spieler angeschlagen – und bis Samstag sind wieder alle hundertprozentig hergestellt.“

Im Hotel angekommen, wurden die Spieler von Eltern und Freunden mit Applaus empfangen. Selbst von Schalker Anhängern gab es reihenweise Komplimente. Nach der kleinen Abendmahlzeit musste die Bettruhe nicht mehr explizit verordnet werden. Am Donnerstagmorgen hieß es Auslaufen und Rückkehr nach Hoffenheim. Die Vorbereitung auf Teil zwei dieses packenden Duells hat begonnen.

TSG 1899 Hoffenheim – FC Schalke 04

 

Samstag, 13:05 Uhr, Dietmar-Hopp-Stadion

Hinweise zur Anfahrt und zum Kartenverkauf gibt es hier.

Hier geht es zum Interview mit Julian Nagelsmann und Steffen Nkansah auf achtzehn99tv.

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