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FRAUEN
03.01.2014

Jürgen Ehrmann: "Der Aufwand und die Arbeit sind enorm groß"

Winterpause. Zeit, sich auszuruhen, sich Ruhe zu gönnen. Noch ein paar Tage haben die 1899-Frauen Zeit, um sich von den Anstrengungen, intensiven Spielen und ihrer ersten Saisonhälfte in der Bundesliga zu erholen. Mit Trainer Jürgen Ehrmann sprach achtzehn99 über die ersten zehn Spiele, Gutes, aber auch Enttäuschendes. Ein Rückblick.

… die erste Saisonhälfte

Uns war von Anfang an klar, dass wir es mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen würden. Insgesamt kann ich nicht ganz zufrieden sein, aber wir schauen zuversichtlich nach vorne. Viele Spielerinnen mussten sich erst an die Bundesliga gewöhnen. Im Oberhaus geht es anders zur Sache, Zweikämpfe sind härter, Fehler werden direkt bestraft. Bei uns muss jede Spielerin am Limit spielen, mitlaufen bei 70-80 Prozent reicht nicht. Die Spielerinnen sind mittlerweile aber soweit, in jeder Situation alles zu geben und jedes Spiel mit großer Entschlossenheit anzugehen.

… Highlights und Enttäuschungen

Wir hatten einige Highlights, dazu zähle ich insbesondere die Spiele gegen Freiburg oder in Leverkusen. Trotz der Niederlagen möchte ich aber auch die Partien gegen die Topteams Wolfsburg, Potsdam und Frankfurt zu den bisherigen Höhepunkten zählen. Es war ein gutes Gefühl, in Wolfsburg in Führung zu gehen oder jeweils zwei Tore gegen Potsdam und in Frankfurt zu erzielen. Besonders enttäuscht hat mich das Spiel gegen Cloppenburg, in dem wir es nach einer 2:0-Führung verpasst haben, den Deckel drauf zu machen und am Ende gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf verloren haben.

… Erfolgserlebnisse

… sind sehr wichtig für uns. Auch der eine Punkt gegen Bayern macht uns Mut. Die Arbeit, die dahinter steht, sich auch kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen, ist enorm groß. Die Spielerinnen stehen mindestens viermal die Woche auf dem Trainingsplatz, nebenher arbeiten sie, studieren oder gehen in die Schule. Der Aufwand ist sehr hoch. Deshalb sind Erfolgserlebnisse für die Mannschaft besonders wichtig, um immer weiter Vollgas zu geben.

… Fehler

Davon erlauben wir uns leider noch zu viele. Wir machen immer wieder individuelle Fehler, die es den Gegnern zu einfach machen, Tore zu erzielen. Die vielen Gegentore sind unser Hauptproblem. Zu häufig leisten wir uns Abspielfehler im Spielaufbau oder die Zuordnung stimmt nicht. Das sind aber alles Dinge, an denen wir arbeiten werden und uns definitiv verbessern werden.

… Belohnung

Eine tolle Belohnung ist unser Publikum. Gegen Bayern waren wieder fast 1300 Zuschauer im Dietmar-Hopp-Stadion und zwei Mal haben die Fans uns auswärts mit Fanbussen in Leverkusen und Frankfurt unterstützt. Sogar bis nach Wolfsburg ist uns eine kleine Gruppe gefolgt. Die Zuschauer unterstützen uns wirklich klasse. Das ist eine schöne Belohnung und Anerkennung für die Mannschaft.

… die Entwicklung der Mannschaft

Vor einem Jahr hatten wir im Pokal gegen Bayern nicht den Hauch einer Chance. Jetzt sind wir schon näher an dem Leistungsniveau etablierter Bundesligisten dran. Viele Spielerinnen haben sich sehr gut weiter entwickelt, sei es athletisch, fußballerisch oder psychisch. Wir arbeiten im Training sehr konzentriert und konnten unter anderem schon ein verbessertes Zweikampfverhalten erkennen.

… Arbeit in der Winterpause

Zunächst sollten wir alle ein wenig zurückfahren. Es war viel zu tun und 2014 wird es sicher nicht weniger werden. Die Winterpause ist kurz. Danach müssen wir uns intensiv auf die verbleibenden zwölf Spiele vorbereiten und werden alles daran setzen, um unser Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen. Anfang Januar starten wir in der Halle, spielen beim DFB-Hallenpokal in Magdeburg (12. Januar) und beim SAP-Cup (19. Januar) in Rauenberg mit. Danach geht es wieder ins Freie soweit es die Wetterbedingungen zulassen.

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