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U23
27.11.2013

Florian Ruck: Der Defensivallrounder

Er ist einer der Dauerbrenner unter den Eigengewächsen in der U23. Florian Ruck spielt seine sechste Saison im Kraichgau. Nach einem Jahr in der U17- und zwei Spielzeiten in der U19-Bundesliga hat sich der 21-Jährige in der U23 der Blau-Weißen etabliert. Es ist die dritte Saison, die Ruck im Regionalliga-Team der TSG aufläuft, und in den vergangenen Wochen war der Defensivmann aus der ersten Elf kaum noch wegzudenken. Seit dem sechsten Spieltag stand Ruck in nahezu jedem Spiel in der Startelf – nur einmal fehlte er aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre.

Rucks Position ist im System von Trainer Thomas Krücken nicht genau festgelegt. Ob auf der Außenbahn oder in der Innenverteidigung – der gebürtige Bad Mergentheimer (liegt etwa 35 Kilometer südwestlich von Würzburg) hat in der Viererabwehrkette schon jede Position bekleidet. „In der Innenverteidigung macht es mir mehr Spaß“, gibt Ruck zu, wohl wissend, dass er von seiner Vielseitigkeit schon oft profitiert hat und deshalb auch die Außenposition annimmt. Den hohen Stellenwert beim neuen Trainer musste sich Ruck allerdings erst noch erarbeiten. Zu Saisonbeginn war er noch nicht gesetzt. „Da habe ich wenig gespielt und musste im Training erst meine Leistungen abrufen und mich anbieten.“ Nun aber läuft es besser bei ihm, wie auch bei der Mannschaft insgesamt, die mittlerweile einige Siege eingefahren hat. Allerdings muss die U23 noch nachlegen, um den Blick Richtung obere Tabellenhälfte schweifen lassen zu können.

Positive Erinnerungen an die Schulzeit

Ruck helfen Tugenden, die seinen Werdegang im Kraichgau seit jeher geprägt haben: Biss, Durchsetzungsfähigkeit, Identifikation. Im Jahr 2008 kam er nach Hoffenheim. Vom damaligen U17-Kader sind heute nur noch er selbst und Maurice Hirsch in der U23 übrig. „Leicht war es nicht, damals in der neuen Umgebung Fuß zu fassen“, sagt er über seine Anfangszeit. Der Verteidiger hatte bis zu seinem Wechsel in den Kraichgau beim TSV Hollenbach zumeist in Junioren-Bezirksligen gespielt. Plötzlich musste er sich auf Bundesliga-Niveau behaupten. Dazu die neue Umgebung, das Wegbrechen des direkten Kontakts zur Familie und zu Freunden in der Heimat – ein nicht gerade leichtes Paket, das da auf seinen Schultern lastete. Doch Ruck nahm die Situation erfolgreich an.

Interessanterweise nennt er den Beginn seiner Zeit auf der Max-Weber-Schule in Sinsheim als Schlüsselerlebnis. „Als die Schule losging, kam Routine rein, waren die Tagesabläufe gleich. Ich konnte mich an alles gewöhnen und die Aufgaben sowohl auf dem Platz als auch daneben meistern. Außerdem war man in der Schule auch mal vom Fußball abgelenkt und kam auf andere Gedanken.“ Daneben half ihm das tolle Verhältnis zu seiner Gastmutter Magdalena Frank, die in der achtzehn99 AKADEMIE zum Housekeeping-Team gehört. Sportlich ist er übrigens noch heute seinem Mentor Karl-Heinz Beck vom TSV Hollenbach dankbar, der ihn in Hoffenheim empfohlen hatte. „Ohne ihn hätte ich es womöglich nicht hierher geschafft.“

Zweites Hobby: Schlagzeug

Erfolge sowohl auf dem Platz als auch daneben pflasterten nach der Eingewöhnungsphase Rucks Weg. Im Jahr 2010 gewann er mit der U19 den DFB-Pokal. Im Endspiel gegen Hertha BSC (2:1) fehlte der 21-Jährige allerdings verletzt. In der Regionalliga hat er mittlerweile über 40 Spiele bestritten. Daneben baute er souverän sein Abitur, absolvierte in der Akademie bei Kai Rosar im administrativen Bereich sein Freiwilliges Soziales Jahr und informierte sich bereits über mögliche Studienmöglichkeiten. „Aktuell konzentriere ich mich aber erst einmal auf den Fußball und möchte noch nach oben kommen. Ein Universitätsstudium mit dem Fußball auf diesem Niveau zu verbinden, ist extrem schwer. Ich möchte mir die nötige Zeit lassen.“

Wenn Ruck mal nicht auf dem Platz steht, schaltet er gerne bei seinem zweiten großen Hobby ab: dem Schlagzeug. „Als ich noch zu Hause gewohnt habe, saß ich jeden Tag daran.“ Ganz auf die Musik muss er aber auch im Kraichgau nicht verzichten. Gitarrenspieler Otmar Rösch, der bei den Profis als Co-Trainer arbeitet und zuvor in gleicher Funktion die U23 betreut hatte, bekam mit, dass Ruck mit dem Schlagzeug vertraut ist. Rösch spielt gemeinsam mit weiteren „Hoffe“-Mitarbeitern in einer Band und fragte seinen Spieler, ob er nicht Lust habe, sich der Gruppe, die sich einmal pro Woche trifft, anzuschließen. „Da ich ansonsten selten zum Spielen komme, habe ich das natürlich gerne getan.“

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