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28.10.2013

Richtige Reaktion vor den Heimspiel-Wochen

Vor dem Auswärtsspiel gegen Hannover 96 dominierten bei 1899 Hoffenheim die Diskussionen um Fehlentscheidungen und Phantomtore die Szenerie. Nicht die besten Bedingungen, um die Partie gegen die heimstarken Niedersachsen konzentriert anzugehen. Die Elf von Trainer Markus Gisdol aber zeigte auf dem Platz die richtige Reaktion: Mit Abschlussstärke, Spielintelligenz und viel Ruhe in einer hitzigen Partie bestanden die Hoffenheimer den Charaktertest mit Bravour. Eindeutiger Beleg: der 4:1-Erfolg in Hannover.

Dabei musste Trainer Markus Gisdol vor dem Spiel nicht nur die Köpfe seiner Spieler nach den letzten Wochen frei bekommen sondern auch noch die Mannschaft umbauen. Kai Herdling ersetzte in der Offensive den angeschlagenen Kevin Volland und Sejad Salihovic half auf der Linksverteidigerposition aus, die er zwar aus der bosnischen Nationalmannschaft kennt, auf der er für Hoffenheim aber noch nie gespielt hatte.

Dass in Spielen mit Hoffenheimer Beteiligung Spektakel garantiert ist, zeigte sich schon in den ersten 20 Minuten. Christian Schulz brachte Anthony Modeste im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Tobias Stieler war das erste Mal gefordert. Er gab Elfmeter und Salihovic verwandelte zur 1:0-Führung für Hoffenheim. Weil sich Mame Diouf nach dem Strafstoß beschwerte, sah er gelb. Keine zwei Minuten später folgte Gelb-Rot wegen einer Schwalbe. Das Publikum tobte.

Herdlings Tor-Premiere

Die junge Mannschaft von Trainer Gisdol behielt die Ruhe und nutzte kühl ihre nächste Gelegenheit. Nach mustergültiger Flanke von Kapitän Andreas Beck köpfte Herdling den Ball am verdutzt schauenden 96-Keeper Ron-Robert Zieler vorbei in die Maschen. Es war das erste Bundesliga-Tor des Hoffenheimer Urgesteins mit insgesamt zehn Jahren Vereinszugehörigkeit.

Auch der Anschlusstreffer nach 56 Minuten warf die TSG nicht aus der Bahn, vor allem weil Roberto Firmino nur knapp drei Minuten für seinen Doppelpack (62., 64.) benötigte und so den 4:1-Endstand herstellte. Nach dem zweiten Tor des 22 Jahre alten Brasilianers musste auch noch dessen Landsmann Marcelo mit Rot vom Platz. Damit war es endgültig und wieder mal ein "außergewöhnliches Spiel", wie Beck nach dem Spiel feststellte.

"Schritt in die richtige Richtung"

1899 ist so die erste Mannschaft, die in der laufenden Saison drei Punkte aus Hannover mitnehmen kann. Dank derer rutscht die TSG in die obere Tabellenhälfte und holt sich Selbstvertrauen für die anstehenden Heimspiel-Wochen mit aufeinanderfolgenden Partien gegen Meister FC Bayern München und Aufsteiger Hertha BSC.

Vor allem gegen die Star-Truppe aus München wird es wichtig sein, die Ruhe zu bewahren. Das gelang der TSG in der hitzigen Partie in Hannover sehr gut. Auch wenn nach den folgeschweren Entscheidungen "das Publikum natürlich aufgeheizt war", wie 1899-Keeper Koen Casteels konstatierte. Sportdirektor Alexander Rosen sprach abschließend der Mannschaft für ihr Auftreten ein großes Lob aus: "Wie sie da reagiert haben, ganz stabil. Das war auf alle Fälle ein Schritt in die richtige Richtung."

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