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AKADEMIE
10.09.2013

Michael Mutzel: Blick auf das Gesamtpaket

Seit seinem Dienstantritt vor genau einem Jahr kann sich Michael Mutzel über mangelnde Abwechslung nicht beklagen. Der langjährige Bundesliga-Profi startete seine Akademie-Laufbahn als U17-Co-Trainer und Koordinator Sport, übernahm im Winter – (gemeinsam mit Dominik Drobisch) die Rolle des U16-Cheftrainers – und ist seit April Sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Ende Juni fand er auch die Zeit, seine langjährige Lebensgefährtin Karolin vor den Altar zu führen. Im Interview spricht der 33-Jährige über seinen neuen Aufgabenbereich und seine Ziele.

Herr Mutzel, in den vergangenen Wochen waren Sie mit der Kaderplanung der A- und B-Junioren beschäftigt. Bitte umreißen Sie doch kurz Ihren Tätigkeitsbereich!

Der ist sehr vielseitig und spannend. Das geht mit der Beobachtung der eigenen Spieler und regelmäßigen Feedbackgesprächen los, zudem stehe ich im engen Austausch mit den Trainern sowie mit den Eltern und Beratern. Unser Anspruch ist es, ausschließlich Jungs mit Profi-Perspektive nach Hoffenheim zu holen. Dazu ist jede Menge Scouting notwendig, das hauptsächlich von unseren Scouts, aber eben auch von mir selbst und den Trainern übernommen wird. Neben der sportlichen Einschätzung der Spieler ist es meine Aufgabe, den Trainern zu helfen, sich weiterzuentwickeln.

Da haben Sie genug zu tun…

Ja, aber ich bin ja zum Glück nicht allein. Wir sind in der Akademie insgesamt sehr gut aufgestellt und haben vom Sozialpädagogen bis zum Schulkoordinator ein sehr gutes und professionelles Team. Kai Rosar, der Leiter Administration im NLZ, entlastet mich bei allen organisatorischen Dingen. Und mit Emin Birinci haben wir im Förderzentrum einen Koordinator für den Aufbaubereich, der sich also um die Mannschaften von der U12 bis zur U15 kümmert. Für die U15, die auch im Förderzentrum zu Hause ist, sind wir gemeinsam zuständig, da sie der letzte Jahrgang vor Eintritt in den Leistungsbereich ist und die Übergänge in die U16 sitzen müssen.

Sie waren bislang Trainer und Sportlicher Leiter – welche Rolle liegt Ihnen mehr?

Ich war gerne Trainer, habe aber recht schnell gemerkt, dass mir der Job außerhalb des Platzes mehr liegt. Das letzte Jahr war mit dieser Doppelbelastung schon sehr intensiv!

Welche Spielertypen suchen Sie?

Ich achte nicht nur auf die fußballerische Qualität, sondern eben auf das Gesamtpaket. Das Auftreten, die körperliche Perspektive, die Teamfähigkeit, das schulische Engagement. Wir wollen keine Ego-Zocker, sondern Mannschaftsspieler, die sich darauf freuen, in diesem Umfeld zu trainieren. Die Jungs, die nur für sich spielen, bringen uns nicht weiter und werden es auch schwer haben, im Profibereich dauerhaft Fuß zu fassen.

Den Talenten, die in deutschen Nachwuchsleistungszentren trainieren, wird nachgesagt, dass es ihnen zu gut gehe…

Die Rahmenbedingungen im Nachwuchsbereich haben sich extrem verbessert. Auch bei uns kriegen die Jungs sehr viel abgenommen und genießen Top-Voraussetzungen. Trotzdem erwarten wir hier eine gewisse Bodenständigkeit und leben sie vor. Ich achte genau darauf, wie die Jungs mit ihrem Status als Akademie-Spieler umgehen und ob sie diesen „Luxus“ zu schätzen wissen. Natürlich versuchen wir auch, entsprechend auf sie einzuwirken. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung: Diejenigen, die bodenständig bleiben, ihren Weg und ihre Ziele kennen, haben das Zeug dazu, Profi-Fußballer zu werden.

Apropos Ziele: Wie würden Sie Ihre definieren?

Wenn sich am Ende einer Saison jeder Spieler verbessert hat, bin ich sehr zufrieden. Alles andere – wie gute Tabellenplätze oder hohe Übernahmequoten – ergibt sich dann von alleine. In dem Jahr als Trainer habe ich bemerkt, dass die Jungs sich teilweise sehr unter Druck setzen. Ich versuche, den Druck etwas rauszunehmen. Um sich als Spieler und Persönlichkeit zu entwickeln, braucht man auch eine gewisse Lockerheit. Bei aller Ernsthaftigkeit soll der Spaß am Fußball nicht verloren gehen. Die Jungs sollen spüren, dass wir von ihnen überzeugt sind und dass sie auch mal Fehler machen dürfen, ohne dass die Welt zusammenbricht.

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