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26.08.2013

Farbige Festspiele gegen Freiburg

Die TSG lieferte gegen den SC Freiburg ein Spiel mit Gänsehaut-Faktor ab. Gleich sechs Tore durften die Zuschauer in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena bestaunen, eines schöner als das andere. Zudem boten zwei rote und eine gelbrote Karte sowie ein auf die Tribüne verbannter Trainer jede Menge Gesprächsstoff. Das waren die Zutaten für ein badisches Derby, über das sicherlich noch lange geredet wird.

Den Anfang – sowohl bei den Toren als auch den Platzverweisen – machte Sejad Salihovic. Der Hoffenheimer Standardspezialist erzielte das 1:0 mit seinem 19. verwandelten Elfmeter in der Bundesliga (10.). Noch während des Torjubels ließ sich Salihovic zu einer Tätlichkeit hinreißen. Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte ihm daraufhin die rote Karte (11.).

Fast im direkten Gegenzug glichen die Freiburger durch Oliver Sorg (13.) aus, ehe Kevin Volland die Kraichgauer wieder in Führung brachte (25.). Sein Heber über SCF-Torwart Oliver Baumann ins lange Eck darf mindestens als Bewerbung für das Tor des Monats gewertet werden. Keine vier Minuten später fiel der erneute Ausgleich durch Karim Guedé. Eine hektische Schlussphase der ersten Halbzeit führte zu zwei Platzverweisen auf Seiten der Freiburger. Francis Coquelin musste mit Gelb-Rot vom Feld (42.), was seinen Trainer Christian Streich derart auf die Palme brachte, dass auch er auf der Tribüne Platz nehmen musste (43.).

Drei Gegentreffer nach Standards

Der zweite Durchgang stand dem ersten in Sachen Dramatik kaum nach. Sebastian Freis brachte die Gäste nach einem Eckball in Führung (65.), ehe der eingewechselte Tobias Strobl per Gewaltschuss das 3:3 erzielte (77.). Es war das erste Bundesligator des 23 Jahre alten defensiven Mittelfeldspielers und das 250. der TSG in der Bundesliga. Weil Anthony Modeste in der 90. Minute nur den Pfosten traf, blieb es beim Unentschieden. Das Freiburger Farbenspiel komplettierte der ebenfalls eingewechselte Admir Mehmedi, der Schiedsrichter Stieler den Vogel zeigte und folgerichtig mit Rot vom Platz musste.

"Mit dem Punkt müssen wir leben", resümierte TSG-Kapitän Andreas Beck am Sonntag gegenüber achtzehn99tv. Den Rechtsverteidiger ärgerten zu diesem Zeitpunkt immer noch die Gegentore, die allesamt nach Standardsituationen fielen.

Beste Offensive der Liga

Dennoch sollte der Ärger über den verpassten Dreier nicht allzu lange anhalten. Fünf Zähler aus drei Partien sind ein solider Saisonstart und ergeben den achten Platz in der Bundesligatabelle – weit entfernt vom 18. Platz, den die Hoffenheimer zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr belegten.

Attraktiver Offensivfußball scheint in Sinsheim wieder zuhause zu sein. Zehn Tore in drei Spielen bedeuten den besten Angriff der Liga, der in der Lage ist, die Zuschauer mitzureißen – so geschehen am Samstag. "Die Stimmung war genial", erinnerte sich Beck und auch Alexander Rosen, Leiter Profifußball bei der TSG, sagte: "Die Zuschauer waren heute richtig emotional, obwohl das Stadion noch nicht mal ausverkauft war."

Stuttgart vor der Brust

Bei allem Optimismus bleiben die Kraichgauer aber auf dem Boden. "Wir wissen, dass wir jetzt gegen Stuttgart nachlegen müssen", sagte Beck mit Blick auf das anstehende Spiel gegen den VfB Stuttgart. Wer zu diesem Zeitpunkt bei den Stuttgartern auf der Trainerbank Platz nehmen wird, ist nach dem Rauswurf von Bruno Labbadia am Montagmorgen noch unklar. Die Vorzeichen deuten aber auf den nächsten emotionalen Kracher im Duell zwischen Schwaben und Baden hin.

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