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ALLGEMEIN
10.04.2013

Dietmar Hopp: "Wir sind von unseren Entscheidungen überzeugt " (Teil 1)

1899-Gesellschafter Dietmar Hopp spricht im ersten Teil dieses Interviews über die Fehler der Vergangenheit, die daraus zu ziehenden Lehren und die Perspektiven für die Zukunft der TSG.

Herr Hopp, haben Sie schon das Szenario vor Augen, wenn Hoffenheim nächste Saison in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena vor ein paar Tausend Zuschauern gegen Aue oder Ingolstadt spielt?

Ihre Frage klingt etwas abwertend, das passt nicht zu mir. Sollte es dazu kommen, begegnen wir diesen Mannschaften mit hohem Respekt, so wie wir alle Vereine herzlich und gerne hier bei uns in Hoffenheim empfangen. Ungeachtet dessen wird es unser Ziel und die Aufgabe eines jeden im Verein sein, alles für den direkten Wiederaufstieg zu tun, sollten wir tatsächlich in die Zweite Liga absteigen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie noch, den Abstieg abzuwenden?

Es ist nicht meine Aufgabe und nicht meine Absicht, Möglichkeiten zu bewerten. Die Mannschaft hat Qualität, die sie abrufen muss. Das ist nicht neu und diese Qualität hat sie in den vergangenen Spielen, vor allem zuletzt gegen Fortuna Düsseldorf, in weiten Strecken auch gezeigt. Wir müssen das konservieren. Schaffen wir das nicht, dann wird es in einer Klasse, in der auf einem derart hohen Niveau ausgeglichen Fußball gespielt wird, schwer. Die Konsequenzen werden wir dann zu tragen haben, wenn sie tatsächlich eintreten. Wir sind alle Sportler und wissen, dass man auch diese Option in Betracht ziehen und mit ihr umgehen muss. Scheitern gehört zum Spiel, ebenso wie der Erfolg. Wer das nicht akzeptiert oder verkraftet, darf sich in dieses Umfeld nicht begeben.

Nach den erneut turbulenten Tagen mit der Entlassung von Trainer Marco Kurz und Manager Andreas Müller ist die TSG endgültig zum "Hire-and-Fire-Club" geworden. Was haben Sie persönlich falsch gemacht seit der Herbstmeisterschaft 2008?

Ich bin der Überzeugung, dass sich weder die TSG Hoffenheim noch ich als Person für die Arbeit der Vergangenheit bei irgendwem rechtfertigen muss, außer vor uns selbst. Wir werden uns darüber hinaus nicht von herrschenden Meinungen, Bewertungen, Vermutungen, Legenden oder Klischees beeinflussen lassen, sondern selbstbewusst die Entscheidungen treffen, von denen wir überzeugt sind. Wir haben große Erfolge gefeiert und wir haben Rückschläge und Niederlagen hinnehmen müssen. Wir haben eine Verantwortung für diesen Verein, weit über das Tagesgeschäft Fußball hinaus. Wir haben Fehler gemacht und ziehen unsere Lehren daraus, mit dem Blick auf die Bedeutung der TSG 1899 in der Region und das Wohl des Vereins.

Warum haben Sie den großen Einfluss von Spielerberater Roger Wittmann zugelassen und damit Kritikern eine breite Angriffsfläche geboten?

Ich schätze den Rat von Herrn Wittmann. Er ist ein wichtiger Geschäftspartner der TSG 1899 Hoffenheim, nicht mehr und nicht weniger. Dieses Verhältnis vermögen wir sehr gut zu bewerten, dazu brauchen wir keine Hilfe von außen. Wir haben hier zudem klare Vorstellungen und die setzen wir Gesellschafter gemeinsam mit der Geschäftsführung des Vereins um. Die TSG 1899 Hoffenheim kann und wird ihre Vereinspolitik nicht danach ausrichten, allen zu gefallen oder es den Kritikern recht zu machen. Wir gehen selbstbewusst den Weg, den wir für den richtigen halten.

Sie haben bereits angekündigt, dass Sie auch in der zweiten Liga ihr finanzielles Engagement fortsetzen würden. In welchem Umfang - und mit welchen Vorgaben?

Das werden wir als Gesellschafter intern mit unserer Geschäftsführung und unserer sportlichen Leitung besprechen. Wir werden uns auf die jeweils gegebene Situation einstellen und entsprechend an einem gemeinsamen Konzept arbeiten. Und ehe wir uns ans Umsetzen machen, werden wir wie immer möglichst offen darüber informieren.

Am Donnerstagmorgen lesen sie den zweiten Teil des Interviews mit Dietmar Hopp.

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