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24.07.2012

Wiese: „Mit dieser Mannschaft können wir Großes leisten“

Spätestens jetzt ist er ein richtiger TSGler: Tim Wiese. Am Dienstagabend absolvierte er im Testspiel gegen LASK Linz seine ersten Minuten im Dress der Kraichgauer und überzeugte mit hervorragenden Paraden. 45 Minuten lang dirigierte er seine Vorderleute, motivierte und kritisierte. So stellt sich Markus Babbel seine neue Nummer Eins vor. „Ich hatte einige Wochen Urlaub, war zehn Tage in Dubai, danach noch ein paar Tage in Bremen und zu Besuch bei meiner Mutter in Köln. Ich bin froh, dass es jetzt losgeht und ich hier bei der TSG bin“, sagt Wiese.

Die Gerüchteküche brodelte rund um den Nationalkeeper nach der Bekanntgabe, seinen auslaufenden Vertrag bei Werder nicht zu verlängern und die Hansestadt nach sieben Jahren verlassen zu wollen. Zu den prominentesten Interessenten gehörte der spanische Rekordmeister Real Madrid. Jose Mourinho wollte Wiese in einem persönlichen Gespräch von einem Wechsel in die spanische Hauptstadt überzeugen. Wiese bestätigt: „Er hatte Interesse an mir, hat aber auch deutlich gemacht, welch bedeutende Rolle Iker Casillas in Spanien spielt. Es gab in der Vergangenheit häufiger gute deutsche Torhüter, die ins Ausland gewechselt sind und bei denen es dann nicht geklappt hat, wie zum Beispiel Robert Enke oder Timo Hildebrand.“ Kein Grund für Wiese, einen Rückzieher zu machen, aber: Wiese ist ein Familienmensch. In Rauenberg hat der 30-Jährige bereits ein neues Zuhause für seine Lebensgefährtin Grit, Töchterchen Alina und sich gefunden.

Und so war der Verbleib in der Bundesliga letztlich auch eine Entscheidung für die Familie. „Meine Familie wollte in Deutschland bleiben und ich weiß auch, was ich an Deutschland und der Bundesliga habe. Die Stadien sind voll, die Liga gehört zu den Besten der Welt. Ich bereue meine Entscheidung nicht.“ Dass Wiese seine ehrgeizigen Ziele auch mit der TSG verwirklichen kann, davon ist er restlos überzeugt. „Wir können mit dieser Mannschaft Großes leisten. Hoffenheim war letztes Jahr schon am europäischen Wettbewerb dran. Das muss diese Saison also auch unser Ziel sein: Platz 6 ist auf jeden Fall drin.“

Gemeinsam mit den anderen erfahrenen Spielern im Kader soll Wiese das junge TSG-Team anführen. Dass er mit dieser Rolle bestens klar kommt, bewies er schon in Bremen und bei der Nationalmannschaft. Daher ist er auch einer der Kandidaten auf die Nachfolge von Andi Beck als TSG-Kapitän. „Ich habe kein Problem damit, Verantwortung zu übernehmen. Das gilt auch für das Amt des Kapitäns. Ich bin Angestellter des Vereins. Wenn der Trainer mich bestimmt, dann bin ich bereit.“

Bei den Fans stieß die Verpflichtung Wieses zunächst auf Unverständnis. Weniger der Mensch Tim Wiese stand dabei in der Kritik, vielmehr der Abgang von Publikumsliebling Tom Starke stieß dem Anhang negativ auf. Doch auch in der Hansestadt musste er sich den Status des Fanlieblings erst verdienen. Seine Siegermentalität, die er auch abseits des Platzes vorlebt, brachte ihm viele Sympathien. „Man muss sich überall durchsetzen. Das ist in Hoffenheim nicht anders als bei anderen Vereinen. Als ich damals nach Bremen gewechselt bin, stand dort Andreas Reinke im Tor. Er war genauso Publikumsliebling. Da bekam ich auch erst mal Gegenwind und konnte die Fans dann von mir überzeugen. Wichtig ist, dass wir nächstes Jahr alle gemeinsam 1000 Prozent für den Erfolg geben –Mannschaft und Fans.“ Auf eines freut sich Wiese in der kommenden Saison besonders. „Ich muss nicht mehr gegen Sejad Salihovic spielen – seine Freistöße haben mir stets große Probleme bereitet…“.

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