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15.02.2012

Mainz-Coach Thomas Tuchel im Interview

Thomas Tuchel und seine 05er sind mit fünf Punkten aus den ersten vier Spielen eine der positiven Überraschungen der Rückserie. Auch wenn die Punkteausbeute durchaus hätte besser ausfallen können, hat man sich am Bruchweg im Vergleich zur Vorrunde deutlich gesteigert. Die erfrischende Spielweise aus der Vorsaison scheint zurück zu kommen. Warum Tuchels Mainzer dennoch mit einem mulmigen Gefühl nach Sinsheim fahren, verrät der Cheftrainer im Interview mit achtzehn99.de.

Herr Tuchel, Mohamed Zidan ist zurück in Mainz und hat gleich bei seinen ersten beiden Einsätzen getroffen. Wie glücklich sind Sie, dass der Transfer in der Wintertransferperiode realisiert werden konnte?

Wir haben in der Winterpause ein Anforderungsprofil angelegt für das, was wir der Mannschaft noch an Qualität hinzufügen wollten. Mohamed Zidan war unser Wunschkandidat, weil er sowohl von den sportlichen als auch von den sozialen Komponenten her perfekt gepasst hat. Wir haben uns früh auf ihn festgelegt. Leider hatten wir den Transfer nicht in der Hand, wir waren ja davon abhängig, ob Barrios nach England wechselt oder nicht. Aber wir sind froh, dass sich unsere Geduld ausgezahlt und wir auch ein bisschen Glück gehabt haben, dass wir den Spieler, den wir kannten und wollten verpflichten konnten. Dass Mo so gut einschlägt ist natürlich toll.

Spielfreude, guter Kombinationsfußball und das Publikum im Rücken - in den ersten Partien der Rückrunde hat man wieder das Mainz der vergangenen Saison gesehen. In der Hinrunde blieb das lockerleichte Spiel der Mainzer teilweise auf der Strecke. Was hat sich im Vergleich zur Vorrunde verändert und wo soll der Weg der 05er in dieser Saison noch hingehen?

Zum einen muss man bedenken, dass wesentliche Leistungsträger den Club verlassen und wir insgesamt zehn Neuzugänge integriert haben. Dieser Prozess der Eingliederung braucht einfach seine Zeit. Zum anderen muss man manchmal auch einen Schritt zurück gehen, um zwei vorwärts zu kommen. In der Winterpause haben wir verstärkt den Fokus auf die Dinge gerichtet, die unsere Spielweise ausmachen: aggressives Pressing, hohe Laufbereitschaft, die Emotionalität im Spiel. Dafür werden wir wahrgenommen, das ist unsere Nische in der Liga und in diesem Bereich wollen wir auch besonders gut sein.

Einen personellen Rückschlag gab es für Sie in dieser Woche zu verkraften. Zdenek Pospech fällt mit einer Innenbandverletzung im Knie einige Wochen aus. Wie schwer wiegt sein Ausfall?

Schwer – dazu reicht ein einziger Blick auf die Einsatzstatistik, Zdenek hat immer gespielt, wenn er fit war. Wir haben keinen auf den Positionen klassisch doppelt besetzten Kader, aber unser Anspruch ist es, genug Flexibilität in der Mannschaft zu haben, dass wir keinen Qualitätsverlust erleiden, auch wenn Zdenek auf seiner Position eine Bank war.

Im Hinspiel hat Hoffenheim in Mainz mit 4:0 gewonnen. Was erwarten Sie für das Rückspiel vor dem Hintergrund des Trainerwechsels bei 1899?

Das ist bestimmt einer der schwierigsten Momente, gegen Hoffenheim zu spielen: ein neuer Trainer, dann auch noch seine Heimpremiere. Wir erwarten eine komplett veränderte Mannschaft, sowohl in der personellen Aufstellung als auch in der taktischen Ausrichtung und der emotionalen Befindlichkeit.

Sie haben in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena in der Bundesliga immer gewonnen. Was stimmt Sie positiv, dass sich diese Serie am Freitag fortsetzt und sie den zweiten Sieg in der Rückrunde einfahren?

Positiv stimmt mich vor allem die Art und Weise, wie wir zurzeit spielen und auch wie wir uns auswärts zuletzt gegen Leverkusen und Schalke präsentiert haben. Wir sind hohes Tempo gegangen und haben unseren Gegnern unser Spiel aufgedrängt. Außerdem haben wir durch die Rückkehrer Adam Szalai und Andreas Ivanschitz sowie die Verpflichtung von Mohamed Zidan an Torgefahr dazugewonnen. Wir wissen, dass es schwer wird gegen Hoffenheim, aber trotzdem wollen wir versuchen die Serie fortzusetzen.

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