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26.01.2012

Hoffes starke Bilanz macht Mut - Stani: „Wollen dem BVB Paroli bieten“

1899 Hoffenheim gastiert am Samstag, 15.30 Uhr im Signal Iduna Park bei Borussia Dortmund. Eine vorsichtig ausgedrückt schwere Auswärtsausgabe für die TSG bei einem Team, dass zuletzt erst den Hamburger SV in dessen Arena an die Wand gespielt hat.

Cheftrainer Holger Stanislawski zeigte sich in der Pressekonferenz am Donnerstag beeindruckt von der Dortmunder Stärke: „Der BVB hat eindrucksvoll gezeigt, in welcher Form er ist. Wir wissen um die Qualität der Dortmunder“, so Stani. Dennoch sei man gegen den BVB keinesfalls chancenlos: „Niemand traut uns am Samstag etwas zu, aber wir werden 90 Minuten lang alles investieren, fahren erhobenen Hauptes nach Dortmund und gehen auch so wieder vom Platz. Wir wollen einer momentan vielleicht übermächtig wirkenden Mannschaft Paroli bieten“, so der Trainer.

Compper muss noch warten

Nach dem Weggang von Vedad Ibisevic scheint eine Abkehr vom System mit einer zentralen Spitze wahrscheinlich. Der Trainer sieht in der möglichen Umstellung keine Probleme, man wolle sich der Offensivkraft des BVB ohnehin eher mit einer Vielzahl an Offensivspielern stellen, die auf verschiedenen Positionen spielen können. „Die Hosen voll zu haben“ und sich „hinten rein zu stellen“ sei keine Option. Verzichten muss Stanislawski dabei weiterhin auf Marvin Compper, der bereits Teile des Mannschaftstrainings absolvierte, ein Einsatz am Samstag kommt für den Innenverteidiger aber noch zu früh.

Auch Andreas Ibertsberger und Matthias Jaissle stehen dem Trainer nicht zur Verfügung. Ryan Babel und Neuzugang Sandro Wieser hatten in dieser Woche mit kleineren Blessuren zu kämpfen, ihr Einsatz scheint jedoch nicht gefährdet. Gleiches gilt für Sejad Salihovic. Der Bosnier musste das Mannschaftstraining für zwei Tage aussetzen, kehrte am Donnerstag aber wieder in den normalen Trainingsbetrieb zurück.

Stani's Grundsatzrede

Stani nutzte die Gelegenheit der versammelten Medienschar zu einer Grundsatzrede und legte seine Sicht der Dinge auf die zuletzt aufgekommene Unruhe im Umfeld der TSG darzulegen. „Wir sind mit der Aufgabe angetreten, einen Umbruch einzuleiten, Nachwuchskräfte zu integrieren und gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Das ist jedem bekannt. Und das ist ein Prozess, der dauert“, sagte Stanislawski.

„Wir sind sieben Tage die Woche für den Klub unterwegs, sprechen innerhalb der sportlichen Führung beinahe jeden Abend miteinander und versuchen, den Club voranzubringen. Aber wir können nicht zaubern“, fügte er hinzu. Der Cheftrainer ließ es dabei nicht an Selbstkritik mangeln: „Wir haben nicht immer herausragend gespielt und wir hinterfragen unsere Leistung ständig. In der Defensive sind wir unheimlich stabil geworden, in der Offensive müssen wir zulegen, da ist ein klares Manko. Aber das halten wir uns auch jeden Tag vor Augen, daran arbeiten wir. Und: auch das geht nicht von heute auf morgen.“

Götze außer Gefecht

Stanis Kollege Jürgen Klopp hat derlei Probleme in Dortmund nicht. Dort herrscht Euphorie, für das Spiel gegen 1899 gibt es nur noch Restkarten. Und „Kloppo“ kann beinahe aus dem Vollen schöpfen. Einzig Jungstar Mario Götze fehlt den Schwarz-Gelben. Eine Schambeinentzündung zwingt den Nationalspieler zu einer Pause. Personell ist daher nur eine Änderung im Vergleich zum 5:1-Erfolg beim HSV zu erwarten: „Roman Weidenfeller ist zurück im Mannschaftstraining“, so Klopp, „und dementsprechend auch zurück zwischen den Pfosten." Ein Fragezeichen steht lediglich hinter Zidan, den muskuläre Probleme plagen. Er soll aber am Freitag wieder ins Training einsteigen.

Daten und Fakten

Die bisherige Bilanz spricht eindeutig für die Kraichgauer. Die Borussia konnte nur eines der sieben Bundesliga-Spiele gegen Hoffenheim gewinnen (3 Remis, 3 Niederlagen). Gegen keinen anderen Bundesligaklub ist die Siegquote des BVB so gering (14%), im Schnitt holte der BVB nur 0.85 Punkte gegen 1899. In der Meistersaison 2010/11 war Hoffenheim sogar das einzige Team, das keines der beiden Spiele gegen den BVB verlor. In Dortmund kam der BVB in der Nachspielzeit noch zum 1:1, in Sinsheim gab es ein 0:1 – ebenso wie im Hinspiel dieser Saison. Zudem endeten alle drei Heimspiele des BVB im Oberhaus gegen die 1899 remis. Nur im DFB-Pokal konnten die Schwarz-Gelben einen Heimsieg feiern (3:1 im Februar 2008) – damals war Hoffenheim allerdings auch noch zweitklassig.

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