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07.03.2012

Hockey mit den Holländern

Ein Olympiasieger und Weltmeister zu Gast bei 1899 Hoffenheim! Matthias Witthaus gehört zu den erfolgreichsten Feldhockeyspielern Deutschlands. Zurzeit absolviert der mehrfache Welt- und Europameister ein Praktikum bei der TSG – die perfekte Gelegenheit für ein Revival unserer letztjährigen Titelserie „Sportler trifft Sportler“. Zu diesem Zweck brachte achtzehn99 den Hockeyspieler mit den beiden Holländern im Kader der TSG zusammen.

Spätestens seit Bernhard Peters bei der TSG 1899 Hoffenheim arbeitet, gibt es eine Verbindung des Vereins mit Feldhockey. Der heutige Direktor der achtzehn99 Akademie war 21 Jahre als Trainer beim Deutschen Hockey Bund (DHB) tätig. Fünf Jahre trainierte er die A-Nationalmannschaft der Herren. 2006 verabschiedete sich Peters mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft und nahm das Engagement bei der TSG an. Teil des Teams beim Titelgewinn war auch Matthias Witthaus.


Volkssport in den Niederlanden

Während Hockey in Deutschland zwar Breitensport ist, besitzt er in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus Steigerungspotenzial. Anders in Holland. Dort zählt das Spiel mit dem Schläger bereits zu den beliebtesten Sportarten. Im Jahr 2006 hatte der „Koninklijke Nederlandse Hockey Bond“, kurz KNHB und auf Deutsch „Königlicher Hockeybund der Niederlande“, 184.923 Mitglieder. Fast jedes Kind im Benelux-Staat beginnt mit Hockey, wenn nicht im Verein, dann in der Schule. So auch Edson und Ryan, die gemeinsam in Amsterdam aufwuchsen. „Wir sind aber beide nicht lange dabei geblieben. Fußball hat einfach mehr Spaß gemacht. Wahrscheinlich vor allem, weil wir im Fußball besser waren und uns die Technik im Hockey gefehlt hat“, erzählt Edson, der ältere der Beiden. „Ich habe mich eher für die Hockeydamen interessiert und weniger für den Sport“, berichtet Ryan Babel mit einem Grinsen.

Olympiasieger und Weltmeister

Matthias Witthaus begann mit dem Hockeyspielen im Alter von sechs Jahren. „Ich habe parallel Fußball und Hockey gespielt, bin aber beim Hockey geblieben“, sagt der gebürtige Oberhausener und heutige Mannheimer. Bereits mit 16 Jahren feierte er seinen Durchbruch in der Nationalmannschaft, war jüngster Debütant für die DHB-Auswahl und jüngster Torschütze. Dreimal wurde er Europameister, zweimal Weltmeister und einmal Olympiasieger. Gerade bereitet er sich auf seine vierte Teilnahme an den Olympischen Spielen vor. Mit 344 Länderspielen ist er zudem kurz davor, Rekordnationalspieler zu werden. „Mir fehlen noch fünf Einsätze. Die BILD nannte mich auch schon den „Lothar Matthäus des Hockeysports“, erzählt Witthaus lachend. Trotz des etwas weit hergeholten Vergleichs der Boulevardmedien gibt es etliche Parallelen zwischen den Sportarten. Gespielt wird Elf gegen Elf, auf einem Rasenplatz, derähnliche Ausmaße hat wie ein Fußballfeld. Auch die Anforderungen sind die Gleichen: Ballgefühl, Kondition und Koordination. Eine Partie beim Feldhockey dauert 2 x 35 Minuten, es stehen fünf Auswechselspieler zur Verfügung und es darf ständig gewechselt werden.

Besondere Stimmung bei deutsch-niederländischen Duellen

Wie beim Fußball sind die Duelle zwischen den Niederlanden und Deutschland auch im Hockey etwas Besonderes. Beide Teams gehören zu den Besten der Welt und treffen regelmäßig in den K.o.-Spielen der großen Turniere aufeinander – zuletzt im Finale der Europameisterschaft 2011 in Mönchengladbach, das die Deutschen mit 4:2 für sich entschieden. Statt eines Derbys zwischen Deutschland und den Niederlanden soll das heutige Aufeinandertreffen nicht der Hassliebe zwischen den Nachbarstaaten dienen, sondern in erster Linie Trainingszwecken und den Austausch fördern. Matthias erklärt den beiden Fußballern, die korrekte Stellung zum Ball und den Griff um den Hockeyschläger. Nach einigen Aufwärmund Passübungen geht's zum Zielschießen. Sowohl mit Original Hockey-Ball, als auch mit Mini-Hoffe-Fußball.

Fußball bleibt Fußball

Die beiden Hoffenheimer Kicker stellen sich dabei überraschend gut an. „Man merkt ihnen an, dass sie schon mal einen Hockeyschläger in der Hand hatten und dass sie über Ballgefühl verfügen,“ sagt Witthaus. Alle drei scheinen den sportartübergreifenden Austausch zu genießen. Ein Disziplinen-Wechsel kommt aber für keinen der Drei in Frage. „Dafür bin ich eindeutig zu alt,“ sagt der 29-jährige Witthaus. „Das geht zu sehr auf den Rücken,“ sagt Babel und Braafheid ergänzt: „Wir bleiben beim großen Ball!“

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