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PROFIS
26.07.2012

Gregoritsch: „Möchte von den erfahrenen Spielern profitieren“

Europas jüngster Torschütze der Nachkriegszeit (im Profigeschäft) schnürt seit dieser Spielzeit die Fußballschuhe für die TSG 1899 Hoffenheim. Im zarten Alter von 15 Jahren und 361 Tagen hat sich Michael Gregoritsch diese Bestmarke herausgeschossen. Nur der Italiener Amedeo Amadei (AS Rom) hatte vor mehr als 70 Jahren (Saison 1936/37) bei seinem ersten Serie-A-Treffer noch 77 Tage weniger auf dem Buckel. Bei der TSG versucht der 18-Jährige in der Fußball-Bundesliga Fuß zu fassen. Doch Gregoritsch weiß: „Ich muss mich noch in vielen Bereichen weiterentwickeln. In Hoffenheim kann ich von erfahrenen Spielern profitieren. Diese Chance möchte ich nutzen.“

„Es war unfassbarer Moment“, beschreibt Gregoritsch den Augenblick seines Rekordes. „Der Ball kam in den Strafraum, drei Mann verpassten und ich stand am langen Pfosten und schob ein.“ Im Sprint ging es zu Trainer-Papa Werner an die Trainerbank. „Wir hatten auf dem Platz ein professionelles Spieler-Trainer-Verhältnis. Zuhause war das natürlich etwas anderes. Wir haben aber nie über unsere Spiele geredet. Das war irgendwie tabu.“ Im November trennten sich die sportlichen Wege der Gregoritschs. Vater Werner wurde im November des vergangenen Jahres als Trainer des Kapfenberger SV freigestellt. Auch unter dem neuen Coach Thomas von Heesen gehörte Gregoritsch zum Stammpersonal.

Doch das Abitur verlangte dem Angreifer alles ab. Die Trainingszeiten wurden weniger und so schaffte es Gregoritsch fortan nicht mehr von Heesen von seinen Qualitäten zu überzeugen. „Ich war nicht fit“, gibt Gregoritsch zu. „Durch das viele lernen ist einiges auf der Strecke geblieben.“ Sein Wechsel zur TSG war zu diesem Zeitpunkt bereits vollzogen. Gregoritsch sollte noch ein weiteres Jahr in Österreich bleiben und im Sommer 2012 in den Kraichgau wechseln. In der Wintervorbereitung gehörte der baumlange Grazer erstmals für einige Wochen zum TSG-Kader. Nach seiner Rückkehr nach Kapfenberg kam er nur noch in der Reserve zum Einsatz.

Die Zeit in Österreich hat er nun hinter sich gelassen. Eine neue Herausforderung wartet auf den talentierten Österreicher. Die bisherige Vorbereitung konnte er als einer der wenigen ohne Abstriche absolvieren. „Mein Vater galt immer als der Felix Magath Österreichs. Aber das ist kein Vergleich zur Vorbereitung unter Markus Babbel.“ Entsprechend selbstbewusst tritt er seiner neuen Aufgabe entgegen. „Natürlich bin ich nicht hierhergekommen, um nur auf der Bank zu sitzen. Ich erhoffe mir schon den einen oder anderen Einsatz. Aber ich weiß, dass ich dafür hart arbeiten und mich stetig weiterentwickeln muss.“ Dann könnte auch die U21-Nationalmannschaft wieder ein Thema sein, dessen Trainer ein Altbekannter ist: Sein Vater Werner.

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