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FRAUEN
07.05.2012

Frauen: Niederlage bei Howards Abschied

Die Frauen von 1899 Hoffenheim gingen beim letzten Heimspiel der Saison im Ensinger Stadion in St. Leon als Verlierer vom Platz. Gegen die zweite Mannschaft des SC 07 Bad Neuenahr musste Hoffenheim eine 0:2 (0:1)-Niederlage einstecken. Bad Neuenahr feierte mit dem Sieg den Verbleib in der zweiten Bundesliga.

Trainer Jürgen Ehrmann musste seine Mannschaft im Vergleich zur Partie beim VfL Sindelfingen auf zwei Positionen umstellen, auf der Bank nahmen angeschlagene Spielerinnen Platz, auch Torhüterin Kristina Kober stand als Feldspielerin zur Verfügung. Ein Virus hatte einige Spielerinnen flach gelegt und einen Einsatz gegen Bad Neuenahr ausgeschlossen.

Beim letzten Heimspiel von Sophie Howard im Trikot der Hoffenheimerinnen, die den Verein in Richtung USA verlassen wird, um dort an der University of Central Florida zu studieren und Fußball zu spielen, sahen die Zuschauer einen müden Auftritt der Heimelf. „Die Spielerinnen sind müde und ausgelaugt. Das merkt man langsam. Einige konnten unter der Woche nicht voll trainieren“, verteidigte Ehrmann die Leistung seines Teams, in dem auch in der Startelf die eine oder andere angeschlagene Spielerin stand. Bad Neuenahr agierte engagiert, wohl wissend, dass ein Sieg bei einer Niederlage von Borussia Mönchengladbach den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde. Großen Wert legten die Rheinländerinnen auf Kompaktheit in der Defensive. In der Offensive setzten sie immer wieder ihre schnelle Stürmerin ein, die ihre Mannschaft nach 13 Minuten zum ersten Mal jubeln ließ. Nach einem Doppelpass mit Nadine Fols, die ihre Mitspielerin mit einem langen Ball auf den Weg schickte, vollendete Jasmin Stümper den Angriff mit einem Schuss ins lange Ecke zur 1:0-Führung der Gäste.

Hoffenheims Offensivspiel wirkte gehemmt, Gäste-Torhüterin Elena Bläser wurde kaum geprüft. Bereits im Aufbauspiel unterliefen den Hausherrinnen zu viele Fehler und Bad Neuenahr stand in der eigenen Hälfte kompakt und trieb sich gegenseitig immer wieder nach vorne. Katharina Sternitzke vergab eine gute Möglichkeit, noch vor der Pause auf 2:0 zu erhöhen, als ihr Schuss nur knapp am Pfosten vorbeiging.

Arend-Comeback

Auch nach dem Seitenwechsel konnte Hoffenheim nicht mehr zulegen. Bad Neuenahr seinerseits war nur darauf aus, den Sieg zu verteidigen, stand tief in der eigenen Hälfte und lauerte auf Konter. Noch bevor die Gäste das 2:0 erzielten, gab es auf Seiten der Gastgeberinnen das Highlight der Partie. In der 56. Minute machte Jennifer Schlee Platz für Christina Arend, die nach fünfmonatiger Verletzungspause ihr Comeback gab. Zu einem Torerfolg reichte es aber nicht und als erneut Jasmin Stümper in der 75. Minute auf 2:0 erhöhte, war das Spiel entschieden. Zwei Mal wurde es im Strafraum Bad Neuenahrs noch etwas brenzlig, aber die Gäste hielten sich schadlos und sehnten den Abpfiff regelrecht herbei, nach dem sie sich dann in den Armen lagen und den Klassenerhalt feierten. Die frohe Botschaft, dass Mönchengladbach gegen den 1. FFC 08 Niederkirchen verloren hatte, erreichte das Team von Karl-Peter Stümper sofort. Am kommenden Wochenende setzt die 2. Bundesliga vor dem letzten Spieltag aufgrund des DFB-Pokal-Finales nochmal aus.

Oberliga: Hoffenheim verspielt Führung

Die zweite Mannschaft von 1899 Hoffenheim hat im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga Federn lassen. Am 19. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg kam das Team nach einer 4:1-Führung nicht über ein 4:4-Unentschieden gegen den ASV Hagsfeld hinaus. Für 1899 trafen Jennifer Bitzer, Kerstin Bogenschütz, Selina Häfele und Marisa Ettner.

Es hatte alles so gut begonnen. Die junge Hoffenheimer Elf, die mit Veronika Hafke und Kristin Götz mit Spielerinnen der ersten Mannschaft verstärkt wurde, startete gewohnt spielfreudig und offensiv in die Partie. Selina Häfele verteilte die Bälle aus dem Mittelfeld, auf den Außenbahnen brachten Jenny Bitzer und Laura Bertsch Schwung ins Spiel. Nach elf Minuten erzielte Hoffenheim die verdiente Führung, als Bitzer einen gut getimten Pass in die Gasse mit rechts mitnahm, die Torhüterin verlud und mit links zum 1:0 einschob. Hagsfeld hielt kämpferisch dagegen, hatte Hoffenheim spielerisch aber zunächst nichts entgegenzusetzen. Die Gastgeberinnen bestimmten das Spielgeschehen und bauten die Führung nach 20 Minuten aus. Nach einem Standard von Häfele, wurde Bogenschütz am Fünfmeterraum sträflich allein gelassen. Per Kopf sorgte sie für das 2:0. Hoffenheim ruhte sich nicht aus, musste drei Minuten später aber den Anschlusstreffer hinnehmen. Bei einer Ecke waren fast alle Spielerinnen aufgerückt, so dass Monika Falk nach einem langen Ball allein vor 1899-Keeperin Nicole Vuk auftauchte und auf 1:2 verkürzte. Unbeeindruckt vom Gegentor und mit dem Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, gelang 1899 nach einer halben Stunde das 3:1. Einer der gefürchteten Freistöße von Selina Häfele flog zwar mitten aufs Tor, ASV-Torhüterin Celina Geiss bekam den Ball aber nicht richtig zu Fassen, durch die Hände rutschte das Leder ins Tor. Den Schlusspunkt auf eine gute erste Halbzeit und eine komfortable Pausenführung setzte Marisa Ettner mit dem vierten Hoffenheimer Treffer (40.).

Passivität wird bestraft

Bis zur 70. Minute lief alles seinen gewohnten Gang. Hoffenheim führte verdient. Das Offensivspiel der Gastgeberinnen wurde zwar etwas zurückgeschraubt, Hagsfeld wurde etwas agiler, hatte aber keine nennenswerten Torchancen. Als Schiedsrichter Hakan Peker nach 68 Minuten aber auf den Punkt zeigte und Anja Giraud den fälligen Elfmeter sicher verwandelte, kippte die Partie. Hoffenheim wurde zunehmend passiver und tat sich schwer, die Hagsfelderinnen in Schach zu halten, die nach dem 2:4 wieder Hoffnung geschöpft hatten. Spätestens als Ramona Bohnet das 3:4 erzielte, war klar, dass 1899 der Sieg doch noch nicht sicher war. Fast hätte sich die einzige Einwechslung auf Seiten der Hoffenheimerinnen ausgezahlt. Leonie Keilbach, in der 78. Minute für Ettner, die zuvor auch noch eine gute Möglichkeit vergab, in die Partie gekommen, stand nach einem guten Angriff alleine vor dem ASV-Gehäuse, vergab die große Chance zum 5:3 aber, weil sie den Ball am Tor vorbeischob. Und so wurde auch dieses Mal wieder das alte Sprichwort „Wenn du vorne die Chancen nicht machst, wirst du hinten bestraft“ wahr. Eine Minute vor dem Abpfiff verlängerte Kerstin Zettl einen Freistoß per Kopf und bejubelte anschließend zusammen mit ihrem Team das 4:4 und den Punktgewinn. Für Hoffenheim dürfte sich das Unentschieden nach dem zwischenzeitlichen 3-Tore-Vorsprung wie eine Niederlage angefühlt haben. Das Spiel des Karlsruher SC bei der TSG HD-Rohrbach wurde abgesagt, weil Rohrbach nicht antrat. Damit beträgt der Rückstand Hoffenheims auf den Tabellenführer wieder drei Punkte.

Daten & Fakten zum Spiel »

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