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FRAUEN
09.04.2012

Frauen: Hoffenheim stolpert in Würzburg

Das erste von zwei Auswärtsspielen in Folge der Frauen von 1899 Hoffenheim fand kein gutes Ende. Beim ETSV Würzburg unterlag die Mannschaft um Trainer Jürgen Ehrmann mit 0:2 (0:1). Bereits nach vier Minuten gingen die Gastgeberinnen in Führung, Hoffenheim konnte den Rückstand nicht mehr wettmachen.

Nach den Nationalmannschaftsbedingten Ausfällen von Janina Meißner und Lena Weiss rückten Stefanie Zinner und Veronika Hafke in die Startelf. Die Devise vor dem Spiel war klar: drei Punkte einfahren und auf einen Ausrutscher des VfL Sindelfingen beim TSV Crailsheim hoffen.

Doch schon nach vier Minuten mussten die Kraichgauerinnen den ersten Rückschlag einstecken. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schaltete Würzburg schnell um, im Strafraum wurde Julia Manger bedient. Das Geburtstagskind ließ sich seine Chance nicht nehmen und verwandelte zur 1:0-Führung ins kurze Eck. Das Spiel nahm in der Folge den logischen Verlauf: Hoffenheim musste das Spiel machen, Würzburg stellte sich tief in die eigene Hälfte und lauerte auf Konter. Chancen gab es allerdings nur wenige. Annika Eberhardt scheiterte aus kurzer Distanz, auch Christine Schneider und Theresa Betz verpassten den Ausgleich mit ihren Distanzschüssen. Immer wieder stolperte Hoffenheim in Würzburgs Abseitsfalle oder machte sich das Leben durch Fehler im eigenen Aufbauspiel selbst schwer. Die Gastgeberinnen standen sicher, waren nach vorne mit Kontern und über die schnelle Manger mit Kontern gefährlich. Ein Fernschuss von Anika Höß knallte an die Latte, ein Freistoß von Christiane Bauer strich nur knapp am Tor vorbei. In der Halbzeitpause versuchte Ehrmann sein Team mit ein paar deutlichen Worten wachzurütteln, diese strahlten ihre Wirkung aber nur in den ersten zehn Minuten der zweiten 45 Minuten aus.

Kurzes Aufbäumen nach der Pause

Die erste Möglichkeit in der zweiten Hälfte hatte zwar wieder der ETSV in Person von Manger, aber 1899-Torhüterin Kristina Kober klärte mit dem Fuß. Hoffenheim wurde zunächst druckvoller und ließ Willen erkennen. Nach vergebenen Chancen von Schneider und Eberhardt war die Druckphase aber schnell wieder Geschichte. Noch immer hielt das Abwehrbollwerk des Tabellenvorletzten den zaghaften Angriffsversuchen von 1899 stand und noch immer hatte Würzburg ein paar Aktionen in der Offensive. Nach einem Freistoß, der nur die Latte traf, gelang Jeanette Seitz das 2:0. Die Fränkinnen führten einen Freistoß flach an den Fünfer aus. Im Getümmel reagierte Seitz am schnellsten und stocherte den Ball über die Linie. Aus Hoffenheimer Sicht war das der Nackenschlag und die zweite Niederlage der Saison besiegelt.

Von der Leistung seiner Mannschaft war Trainer Ehrmann enttäuscht: „In der ersten Halbzeit hatten wir genug Chancen. Der Gegner hat uns genug Möglichkeiten geboten, die konnten wir aber nicht nutzen. In der Pause sind deutliche Worte gefallen, aber nur die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit hat man eine Reaktion gesehen. Das 0:2 war der Nackenschlag. Insgesamt bin ich natürlich enttäuscht. Heute hat einiges gefehlt, was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben. Die richtige Einstellung hat gefehlt. Glückwunsch nach Sindelfingen. Die haben die Meisterschaft verdient.“

Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga konnte auch beim TSV Crailsheim gewinnen. Nach dem 2:1-Erfolg liegt Sindelfingen mit zehn Punkten vor Hoffenheim an der Tabellenspitze. Zwar sind noch 15 Zähler an fünf Spieltagen zu vergeben, dass der VfL noch eingeholt wird, ist aber sehr unwahrscheinlich.

Oberliga: Klarer Sieg in Munderkingen

Die zweite Mannschaft der Frauen von 1899 Hoffenheim hat mit einem Sieg am 15. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg den Anschluss an Tabellenführer Karlsruher SC gewahrt. Beim VfL Munderkingen sicherte sich das Team einen 5:0 (1:0)-Erfolg. Die Tore erzielten Lara Karnahl, Lisa Appel, Selina Häfele und Romy Gajdera mit einem Doppelpack.

So deutlich wie das Ergebnis am Ende ausfiel, begann die Partie nicht. Hoffenheim machte sich das Spiel zunächst selbst schwer. Die Gegnerinnen hielten aggressiv dagegen und scheuten nicht davor, die Kraichgauerinnen das eine oder andere Mal mit einem Foul vom Ball zu trennen. Die Offensivaktionen der Gäste verpufften meist schon vor dem Strafraum, weil die Defensive Munderkingens sicher stand und die Angriffe vereitelte. Auf Seiten von 1899 fehlte oft der letzte Pass oder die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Bilanz waren bis zur 45. Minute dann auch nur zwei Torchancen. Nach 20 Minuten streifte ein Distanzschuss von Selina Häfele aus 20 Metern nur die Latte. Zehn Minuten später hatte Marisa Ettner die Führung auf dem Fuß, als sie von Kristina Joisten gut freigespielt wurde. Ihr Versuch ging aber knapp am Tor vorbei. Vor der Pause gelang Hoffenheim dann aber doch noch der Führungstreffer. Nach einer Ecke landete der Ball vor den Füßen von Lara Karnahl, die aus der Distanz abzog und das 1:0 erzielte (45.).

Munderkingen lässt locker

Mit Beginn der zweiten Hälfte nahm das Spiel eine Wendung und Hoffenheim das Spielgeschehen in die Hand. Die junge Mannschaft ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen, wurde zwar immer wieder von Fouls gestoppt, aber Munderkingen konnte sich kaum mehr aus der Umklammerung befreien. 15 Minuten nach Wiederanpfiff baute der Tabellenzweite die Führung aus. Wieder musste ein Eckball herhalten, dieses Mal war Lisa Appel mit dem Kopf zur Stelle und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie. Nur eine Minute später (71.) fiel die Entscheidung. Jana Gramlich hatte am 16er zwei Gegenspielerinnen aussteigen lassen und bediente Gajdera halbhoch. Die Angreiferin, die in der U17 Hoffenheims zu Hause ist, ließ sich ihre Chance nicht entgehen und erzielte mit einem Kopfballaufsetzer das 3:0. Der vierte Treffer in der 77. Minute durch Häfele war die Krönung einer tollen Spielstafette über vier Stationen. Den Schlusspunkt auf eine gute Leistung der Oberligaelf setzte erneut Gajdera mit ihrem zweiten Treffer in der 90. Minute.

Weil die zweite Mannschaft des VfL Sindelfingen dem Karlsruher SC beim 0:4 kein Bein stellen konnte, bleibt Hoffenheim in der Tabelle weiterhin mit einem Zähler Rückstand auf dem zweiten Tabellenplatz. Auf Platz drei hat das Team aber bereits fünf Punkte Vorsprung. Am kommenden Wochenende, 15. April, erwartet Hoffenheim II den SC Unterzeil-Reichenhofen zum Heimspiel am Förderzentrum St. Leon-Rot. Anpfiff zur Partie am 16. Spieltag ist um 14 Uhr.

Daten & Fakten zum Spiel »

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