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FRAUEN
29.04.2012

Frauen: Hoffenheim kann VfL-Meisterfeier nicht aufschieben

Die Meisterschaft ist endgültig entschieden. Am 20. Spieltag der 2. Bundesliga unterlag 1899 Hoffenheim beim VfL Sindelfingen mit 1:2 (1:1). Mit elf Punkten Vorsprung feierte Sindelfingen nach Abpfiff den vorzeitigen Aufstieg ins Oberhaus. Nach der Sindelfinger Führung traf Christine Schneider zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Trainer Jürgen Ehrmann schickte die gleiche Startelf auf den Platz, die eine Woche zuvor gegen den 1. FFC Frankfurt gewonnen hatte. „Wir sind nach Sindelfingen gefahren, um zu gewinnen“, sagte der Coach und ergänzte dann: „Ein Remis wäre heute sicher mehr als verdient gewesen.“ Für Hoffenheim begann die Partie ordentlich, die Kraichgauerinnen fanden gut ins Spiel und erarbeiteten sich in den ersten zehn Minuten gute Möglichkeiten. Annika Eberhardt und Sabine Stoller hatten die Führung auf dem Fuß, nach einer guten Kombination über Leonie Pankratz, Schneider und Stoller, die den Ball flach an den Fünfmeterraum passte, stand keine Abnehmerin in der Mitte.

Von Sindelfingen war in der Offensive zunächst nichts zu sehen. „Wir waren in der ersten Halbzeit verunsichert“, musste Meister-Trainer Niko Koutroubis zugeben. Dennoch ging seine Mannschaft in der 18. Minute in Führung. Nach einem Eckball stand Natalia Mann allein gelassen am Fünfer und erzielte per Kopf den 1:0-Führungstreffer. Zwei Minuten später war Hoffenheim aber zurück in der Partie. Aus zwölf Metern gelang Schneider der verdiente Ausgleich. Nach den beiden Toren gestaltete Sindelfingen die Partie ausgeglichener, Torchancen gab es kaum noch. Hoffenheim versuchte spielerisch zum Torerfolg zu kommen, der VfL agierte vornehmlich mit langen Bällen in die Spitze.

Konter entscheidet Spiel

In den zweiten 45 Minuten musste Hoffenheim gleich zu Beginn zwei brenzlige Situationen überstehen, übernahm dann aber wieder die Initiative und bestimmte das Spielgeschehen. „Wir hatten uns für die zweite Hälfe viel vorgenommen“, sagte Ehrmann. Bis zum Strafraum Sindelfingens lief der Ball in den Reihen der Hoffenheimerinnen gut, spätestens dann stach aber die Abwehr der Gastgeberinnen zu oder 1899 verpasste den Torabschluss. „Wir haben nach der Pause umgestellt, die Abwehr verstärkt und mit einer Fünferkette gespielt“, erklärte Koutroubis die Defensivtaktik seiner Mannschaft nach dem Spiel. Spielerisch war von Sindelfingen nach vorne nichts mehr zu sehen, aber auch nicht zu erwarten. Denn schon ein Unentschieden hätte zur Meisterschaft gereicht. Aus einem Befreiungsschlag entwickelte sich in der 60. Minute ein Konter. Mann entschied das Duell gegen Sophie Howard für sich, passte quer zu Fabienne Dongus, die keine Probleme hatte, den Ball aus sieben Metern zum 2:1 im Tor zu versenken. Nach der erneuten Führung igelten sich die Schwäbinnen noch mehr in der eigenen Hälfte ein, Hoffenheim rannte an, kam aber kaum mehr zu Tormöglichkeiten. Ein Schuss von Claire Savin ging knapp am Tor vorbei, nach fehlender Abstimmung zwischen Verteidigerin und Torhüterin Sindelfingens verpasste Eberhardt den Ball knapp.

Hoffenheim fand die Lücke nicht, der VfL verteidigte bis zum Abpfiff, nachdem es auf Seiten der Hausherrinnen kein Halten mehr gab und die Meisterschaft mit Sektduschen und lautem Jubel gefeiert wurde. „Wir sind überglücklich, es ist ein tolles Gefühl“, sagte Koutroubis. Glückwünsche gab es natürlich auch von Hoffenheimer Seite: „Wir gratulieren Sindelfingen zur Meisterschaft und hoffen, uns dann in der Bundesliga wiederzusehen“, waren die Worte von Ehrmann.

Oberliga:Klare Angelegenheit in Freiburg

Mit einem deutlichen 4:0 (3:0)-Erfolg beim PSV Freiburg hat die zweite Mannschaft von 1899 Hoffenheim ihre Ambitionen auf den Aufstieg in die Regionalliga untermauert. Beim hoch verdienten Sieg am 18. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg erzielten Leonie Keilbach mit einem Dreierpack und Marisa Ettner die Tore.

Von der ersten Minute an riss Hoffenheim das Spielgeschehen an sich und ließ dem Gegner keine Entfaltungsmöglichkeiten in der Offensive. Die einzigen Annäherungen der Freiburgerinnen auf das Tor von Nicole Vuk waren zwei, drei Distanzschüsse. Auf der anderen Seite hatte Martina Nübling deutlich mehr zwischen den Pfosten zu tun. Nach 15 Minuten rette sie ihr Team gerade noch vor dem drohenden Rückstand, nachdem sie einen Kopfball von Kerstin Bogenschütz gerade noch über die Latte lenkte. Nur vier Minuten später war die PSV-Keeperin aber machtlos. Nach einem Freistoß von Selina Häfele erzielte Leonie Keilbach per Kopf den ersten ihrer drei Treffer. Bei hochsommerlichen Temperaturen im Breisgau zeigte Hoffenheim schöne Kombinationen und Ballstafetten. Eine davon vollendete erneut Keilbach zum 2:0 (32. Minute). Die vorzeitige Entscheidung gelang Marisa Ettner vier Minuten vor der Pause. Mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern erzielte die Angreiferin das 3:0.

Nach dem Seitenwechsel ließ Hoffenheim etwas nach, die Defensive des PSV stand kompakter und die Gäste fanden nur noch selten ein Durchkommen. Die Versuche, die Abwehrreihen durch das Zentrum zu überwinden, scheiterten meist, weil ein Abwehrbein dazwischen war oder die Pässe zu ungenau. Einmal gelang es Hoffenheim aber noch. In der 77. Minute sorgte eine Co-Produktion von Ettner und Keilbach für den 4:0-Endstand.

Der Karlsruher SC, erster Konkurrent im Kampf um den Aufstieg, bekam weitere drei Punkte geschenkt. Gegner TB Neckarhausen trat nicht zum Spiel an.

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