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AKADEMIE
09.03.2012

Erst Fußballprofi, dann Lehrer?

Mit 20 Jahren steht für Wenige fest, was sie in ihrem Leben später einmal erreichen und welchen Beruf sie erlernen möchten. Florian Ruck, Verteidiger in der U23-Mannschaft von 1899 Hoffenheim, hat gleich zwei Ziele und Ideen. Zum einen möchte er natürlich als Fußballer Karriere machen. Zum anderen ist er dem Lehrerberuf nicht abgeneigt. In einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) lernt er das Fußballgeschehen und die Struktur eines Vereines kennen. Der Kontakt zu Menschen unterschiedlichen Alters hilft ihm, sich auch sozial weiter zu entwickeln.

Florian überbrückt mit dem FSJ seine freie Zeit nach dem Abitur, das er 2011 bestanden hat, und bekommt einen Einblick hinter die Kulissen eines Fußballvereines. Das waren auch die beiden Hauptgründe für Ruck, ein solches Jahr zu absolvieren. Die achtzehn99 AKADEMIE bietet sich dafür besonders an. Zum einen bekommt der Innenverteidiger der U23 die Organisation rund um die Mannschaften am eigenen Leib zu spüren, zum anderen geht sein Chef Kai Rosar, der für die Administration im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zuständig ist, auf seine Trainingszeiten ein und kann so Training und Arbeit koordinieren. „Trotzdem ist Flo nicht faul oder sieht das hier als Nebenjob an“, lobt Rosar seinen Schützling, „er versucht so oft wie nur möglich da zu sein und zeigt viel Engagement und Eigeninitiative.“

Seine Aufgaben sind größtenteils in der Verwaltung angesiedelt. Außerdem hilft er Athletiktrainer Kai Kraft bei der Statistik für Athletikeinheiten, die jetzt neu angelegt werden. Da das FSJ eine gemeinnützige und sozial-karitative Komponente hat, engagiert sich der 20-Jährige auch in der sogenannten Ballschule in der Grundschule Zuzenhausen und in Hoffenheim. Dort hilft er mit, durch unterschiedliche Ballspiele die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit der Erst-und Zweitklässler zu fördern. „Der Umgang mit den Kindern macht mir am meisten Spaß. Ich brauche den Kontakt mit Menschen“, fasst Florian seine Arbeit zusammen. Dort sieht er auch seine Stärken. Zum einen hat er großes Interesse an der Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum und an der Fußballstruktur, zum anderen aber interessiert er sich für die Menschen, mit denen er zu tun hat. So verwundert es nicht, dass der U23-Spieler auch ein Auge auf ein Lehramtsstudium an der Universität Heidelberg geworfen hat. „Natürlich will ich Sport studieren. Und als Zweitfach Englisch. Vielleicht auch noch Musik, weil ich selbst Schlagzeug spiele“, antwortet er auf die Frage nach der Fächerwahl. Aber an erster Stelle steht ganz klar eine mögliche Profikarriere.

Feuerwehrmann oder Baggerfahrer wollte er als Kind dagegen nie werden. Schon früh war dem gebürtigen Markelsheimer klar, dass Fußballprofi sein Berufsziel ist. Mit drei Jahren rannte er über den Fußballplatz, als Fünfjähriger spielte er beim TSV Markelsheim. 2008 folgte der Wechsel nach Hoffenheim, wo er sich gleich einen Stammplatz in der U17 und später auch in der U19 sicherte. Jetzt spielt er seine erste Saison mit der U23. „Wir hatten am Anfang der Saison einen tollen Lauf und haben Spiele mit 6:0 oder 8:0 gewonnen. Irgendwann haben wir aber vergessen, unsere Chancen zu nutzen und haben mit einem Gegentor meist verloren, ohne selbst Tore zu schießen“, bilanziert Florian die Hinrunde.

Das FSJ bietet für ihn einen Ausgleich zum Fußball. Mehr Spaß bereitet dem 20-Jährigen natürlich das Fußballspielen. Der Zeitaufwand bei Training und FSJ ist ungefähr gleich. Fünf bis sechs Mal in der Woche sind für den U23-Spieler Übungseinheiten angesagt sowie drei bis vier Tage Arbeiten bei Kai Rosar. Genaue Zeiten hat er jedoch nicht. Dann ist aber auch für Florian endlich Schluss. Eine Doppelbelastung FSJ und U23 gibt es aber nicht. „Es ist wesentlich weniger anstrengend, als Abitur und Fußball zu vereinen. Wenn ich nach Hause komme, muss ich nicht mehr lernen oder mich für die Schule vorbereiten. Das ist ein riesiger Vorteil.“

Trotz seines Freiwilligen Sozialen Jahrs hat er seinen Traumjob nicht aus den Augen verloren. Die Profikarriere will „Flo“ aber mit kleinen Schritten angehen. Zunächst möchte er sich in die Stammelf von Trainer Frank Kramer spielen. Nach ein paar kleineren Verletzungen und Krankheiten durfte er zwar spielen, jedoch nicht regelmäßig. Danach ist es sein Ziel, in den Profikader der Hoffenheimer zu gelangen. Die akademische Ausbildung macht er vom Fußball abhängig. Denn auch als Profi will Florian ein Lehramtsstudium absolvieren. Am liebsten wäre es ihm, wenn beides gelingen würde: Fußballspieler in der Bundesliga und Student an der Universität Heidelberg.

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