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ARENA
15.05.2012

Das Warten auf die ersten Halme

Seit rund zwei Wochen fehlt der Heimspielstätte der TSG 1899 Hoffenheim nun schon das saftige Grün. Der Rasen der Arena bekommt eine neue und in Deutschland einmalige Rasenpflege. achtzehn99.de schaut den Greenkeepern dabei genauestens über die Schultern - vom ersten Spatenstich bis hin zum ersten Mähen.

Viele Dinge beeinflussen das Spiel einer Fußballmannschaft: die Fähigkeiten der Einzelspieler, das Funktionieren als Team, das Equipment, das Wetter, die Tagesform und natürlich der Rasen. Hier sollte vor allem die Arbeit der Greenkeeper eines jeden Stadions hervorgehoben werden, da es viel Ausdauer und Geschick erfordert, den Rasen zu jeder Jahreszeit und Witterungsbedingung in einem optimalen Zustand zu erhalten. Um eben jene Beständigkeit des Rasens zu garantieren, hat man sich in Hoffenheim dazu entschlossen, ein komplett neues Verfahren der Rasenpflege anzuwenden, welches bis heute deutschlandweit einmalig ist. In England hingegen greift man schon seit geraumer Zeit darauf zurück. Beispiele hierfür sind die Stadien der Bolton Wanderers und Newcastle United.

Stärkere Verwurzelung und mehr Elastizität

Dieses Verfahren benötigt einmalige Umbauarbeiten, die derzeit in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena in vollem Gange sind. Hierbei wird nicht, wie üblich, nur der alte Rollrasen durch einen neuen ersetzt, auch die sogenannte Rasentragschicht, die sich unterhalb des Rasens befindet, wurde komplett entfernt. Die Arbeiten hierfür wurden bereits Anfang Mai von der Firma GaLaBau Becker in Zuzenhausen aufgenommen. Das ausgebaggerte Material wurde dabei nicht entsorgt, sondern aufbewahrt, um es weiterverwenden zu können. Wenige Tage später nahm die Firma GT-Equipment aus Augsburg die weiteren Bauarbeiten auf. Man vermischte das alte mit neuem Material und füllte mit diesem Gemisch die leere Fläche, in der zuvor die Rasentragschicht, sowie der Rollrasen ihren Platz fanden. Dieses neue Material enthält unter anderem spezielle Fasern, die die Wurzeln stimulieren und zu einer fünffach stärkeren Verwurzelung führen sollen. Außerdem besteht ein Teil der Fasern aus dem Kunststoff PU, wodurch der Platz mehr Elastizität erhält.

Herausgerissene Rasenstücke „von der Größe Australiens“, wie einst Holger Stanislawski bemerkte, sollen der Vergangenheit angehören. „Ziel ist es Schäden des Rasens, wie rausgerissene Rasenstücke während der Fußballspiele, zu minimieren, damit der Platz seine Ebenflächigkeit behält“, so Mark Trübenbacher von der Firma GT-Equipment, „außerdem spart man sich langfristig natürlich das Verlegen des Rollrasens und somit Kosten.“

Unterstützung aus dem Mutterland

Vier Tage lang dauerte es, den Platz vollständig zu befüllen. Schon am Tag danach begann man mit dem Einsähen der Rasensaat. In den folgenden Wochen wird das TSG-Greenkeeperteam dafür sorgen, dass aus dieser Saat ein saftiges Grün entsteht und der Platz pünktlich zur Saisoneröffnung in neuem Gewand erstrahlt. Die gesamte Dauer des Umbaus und der Pflege des Rasens beträgt rund acht Wochen. Während der Arbeiten, bei denen 1700 Tonnen Material bewegt werden, sind zudem einige Spezialisten aus England vor Ort, die bereits beste Erfahrungen mit derartigen Umbauarbeiten mitbringen.

Anstatt des alljährlichen Wechsels des Rollrasens benötigt das Grün nun nur noch einmal im Jahr eine Regenerationszeit, in der frische Rasensaat gesät wird. Insgesamt erhofft man sich dadurch konstante Platzbedingungen während der gesamten Spielzeit einer Saison, egal ob im September, Dezember oder Februar.

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