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27.08.2011

Zweimal gepennt, zweimal bestraft – Unglückliche Niederlage gegen Werder

Trotz einer 1:0 Führung und einer hervorragenden Leistung in der ersten Hälfte ist es der TSG 1899 Hoffenheim in der Partie gegen den SV Werder Bremen nicht gelungen, Zählbares zu erspielen. Die Führung durch Roberto Firmino glich Marco Arnautovic aus, ehe in der Schlussphase Markus Rosenberg den Siegtreffer für die Hanseaten markierte.

Nach zwei Siegen infolge vertraute Trainer Holger Stanislawski derselben Startaufstellung wie bei den Spielen gegen Dortmund und Augsburg. Einzige Änderung: für den angeschlagenen Dominik Kaiser nahm Prince Tagoe auf der Bank Platz. Gäste-Coach Thomas Schaaf nahm eine Änderung im Vergleich zum letzten Spieltag vor. Für Markus Rosenberg begann Marko Arnautovic.

1899 Hoffenheim hatte den ersten Anstoß in der Partie und in der ersten Minute direkt die erste Gelegenheit. Edson Braafheid setzte sich auf der linken Seite durch und flankte in die Mitte. Nach einer zu kurzen Abwehr landete der Ball bei Roberto Firmino, der den Kasten von Tim Wiese aber aus knapp 15 Metern verfehlte. Hoffenheim legte los wie die Feuerwehr. Braafheid tauchte in der dritten Minute erneut vor Wiese auf, entschied sich aber anstatt den Ball in die Mitte auf den freien Ryan Babel zu passen für einen Schuss, den der Bremer Schlussmann zur Ecke klären konnte. Die Anfangsphase gehörte nur den Kraichgauern, die mit sicherem Kurzpassspiel und hoher Laufbereitschaft zu überzeugen wussten.

Nur Hoffenheim spielt

Nach den ersten 15 Minuten ließ es Hoffenheim ruhiger angehen, ohne aber an Ballsicherheit zu verlieren. Werder Bremen fand bis dato in der Offensive nicht statt. Der zweitbeste Angriff der Liga zeigte sich in den ersten 30 Minuten nur infolge von Eckbällen gefährlich. Hoffe dagegen kam durch Andreas Beck nach Kombination mit Fabian Johnson zur nächsten ungenutzten Gelegenheit (25.), ehe Babel eine Flanke von Braafheid nur um Haaresbreite verpasste (31.).

Werder versuchte weiterhin, das Offensivdreieck um Marko Marin, Claudio Pizarro und Arnautovic in Szene zu setzen, scheiterte aber immer wieder an der gut sortierten Abwehr der Kraichgauer. Die zeigten in der Offensive weiterhin herrlichen Kombinationsfußball und belohnten sich dafür in der 37. Minute mit der verdienten Führung. Beck bewies Augenmaß und servierte für den völlig freien Firmino, der den Ball vorbei an Wiese ins lange Eck schob.


Gegenschlag Sekunden später

Im direkten Gegenzug gelang Bremen der Ausgleich. Beim langen Ball von Lukas Schmitz verschätzten sich Marvin Compper und Tom Starke im selbem Atemzug. Arnautovic stolperte sich mitsamt Ball an beiden vorbei und der trudelte ins freie Tor. Noch vor Pausenpfiff hatte Johnson die nächste große Gelegenheit, erwischte den Ball aber nach Zuspiel von Firmino nicht mehr. Der Halbzeitstand von 1:1 war aus Hoffe-Sicht ärgerlich und unglücklich – ließ aber genug Zeit, um das Ergebnis dem Spielverlauf anzupassen.

Wenig Chancen, Werder besser

Die zweite Hälfte begannen beide Teams unverändert. Thomas Schaaf schien in der Kabine die richtigen Worte zur schwachen Leistung seiner Elf gefunden zu haben, denn diese präsentierte sich eindeutig stärker als vor der Pause. Die erste große Gelegenheit nach Wiederanpfiff hatten dennoch die Herren in Blau. Obasi schoss nach Pass von Babel per Direktabnahme, der Ball drehte sich gefährlich Richtung obere lange Ecke, doch Wiese faustete den Ball mit einer Glanzparade zur Ecke. Auf der anderen Seite verdiente sich vor allem Isaac Vorsah eine Bestnote in Sachen Abwehrarbeit. Immer wieder scheiterten die Bremer Bemühungen am Ghanaer in der Innenverteidigung von 1899. In einer langsamer werdenden Partie wurde Werder stärker und verlagerte das Spiel zusehends in die Hälfte der Hoffenheimer, die ihrerseits in Person von Firmino (59.) und Johnson (60.) erfolglose Entlastungsangriffe fuhren. Nach einer Phase ohne nennenswerte Strafraumsituationen war es Sejad Salihovic, der mit einem Distanzschuss aus 18 Metern für ein Raunen auf den Rängen sorgte, den Kasten aber um einen guten Meter verfehlte.

In der 74. Minute entschied sich Schaaf für einen Doppelwechsel. Es kamen Mehmet Ekici und Markus Rosenberg für Arnautovic und Marin. Stanislawski tat es ihm gleich. In der 79. Minute gingen Braafheid und Firmino, Peniel Mlapa und Sven Schipplock ersetzten die Beiden. Kurz zuvor hatte Babel nach Zuspiel von Salihovic die große Chance zur erneuten Führung. Der Wechsel war ein klares Signal Stanislawskis an die Mannschaft, dass man sich hier und heute nicht mit einem Punkt zufrieden geben möchte. Wieder Babel verfehlte in der 80. Minute.

Unglücklicher Gegentreffer

Wenn man vorne die Dinger nicht macht, bekommt man sie hinten. Das bewahrheitete sich in der 84. Minute. Pizarro flankte von der Grundlinie, der eingewechselte Rosenberg kam an den Ball, sein Volleyschuss war noch abgefälscht und es stand 1:2. Bereits vor dem Gegentreffer hatte sich Prince Tagoe zur Einwechslung bereit gemacht. Er ersetzte in der 86. Minute Sebastian Rudy. Nun standen fünf nominelle Stürmer auf dem Platz – Hoffe setzte voll auf Offensive, um wenigstens noch einen Punkt zurückzuerobern. Das bot den Bremern Räume, die sie in der 89. Minute durch Pizarro nutzten. Sei Kopfball segelte aber einen halben Meter über die Latte. So blieb es beim 1:2 und der bitteren Niederlage für Hoffenheim, die es verpassten, sich für einen leidenschaftlichen Auftritt und eine herausragende erste Halbzeit zu belohnen.

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