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U23
06.03.2011

U23 trotzt Lilien einen Punkt ab

Bei der Heimpremiere 2011 behielt die U23 dank eines gerechten 1:1 (0:1)-Unentschiedens gegen den Tabellenzweiten Darmstadt 98 vor 1.500 Zuschauern einen Zähler an der Silbergasse. „Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, in dem wir die Eigenschaften gezeigt haben, die uns in dieser Liga unter die ersten Fünf gebracht haben“, sagte Hofffenheims Trainer Markus Gisdol.

Im ersten Heimspiel des Jahres musste Gisdol auf Innenverteidiger Jannik Vestergaard verzichten, der wegen einer Gelbsperre nur als Zuschauer im Dietmar-Hopp-Stadion war. Für den Dänen rückte Tabe Nyenty in die Startformation und machte seine Sache ordentlich. Nach zehnminütigem Abtasten hatten die Platzherren die erste nennenswerte Gelegenheit, doch der Freistoß von Andreas Ludwig wurde zur sicheren Beute von Lilien-Schlussmann Jan Zimmermann. In einer kurzweiligen Partie versuchten die Hessen nach und nach, die Zügel in die Hand zu nehmen, um ihre Aufstiegschance zu wahren. Durch den Sieg des Spitzenreiters Hessen Kassel im innerhessischen Fernduell war das Team von Trainer Kosta Runjaic unter Zugzwang, um den Rückstand nicht noch weiter wachsen zu lassen. Die rund 400 mitgereisten Darmstädter Anhänger hatten bereits den Torschrei auf den Lippen, als Sven Sökler über rechts ungestört flankte, 98-Kapitän Boris Kolb knapp am Ball vorbeiflog und Oliver Heil gerade so viel zu spät kam, um die Kugel zwar noch zu erwischen, aber unkontrolliert über das Tor zu dreschen (17.). Die Gisdol-Elf präsentierte sich gegen den Tabellenzweiten durchaus auf Augenhöhe, schaffte es aber nicht, Zimmermann ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Ludwig blieb mit seinem Zuspiel auf Adam Jabiri an einem Abwehrbein hängen (20.) und setzte einen Distanzschuss aus 20 Metern über das Tor (28.). Die Darmstädter Aktionen waren da gefährlicher. Ein Freistoß Söklers segelte an Freund und Feind vorbei durch den Strafraum, 1899-Schlussmann Jens Grahl konnte gerade noch zur Ecke klären (21.). Dann die Führung für die Lilien: Nach einem Eckball Söklers verlängerte der aufgerückte Innenverteidiger Markus Brüdigam per Kopf und Heil bugsierte den Ball irgendwie über die Linie - 0:1 (38.). Pech für die Hoffenheimer, dass Philipp Klingmann Sekunden später mit einem strammen Schuss aus 30 Metern nur die Querlatte traf (39.).

Im zweiten Abschnitt zogen sich die Lilien etwas zurück. Runjaic brachte für den eigentlich agilen Sökler Winterneuzugang Michael Schürg in die Partie. „Wir wussten, dass Hoffenheim aufs das 1:1 drängen würde und wollten Konter setzen", erklärte der 39-Jährige diese Maßnahme. „Leider ist uns das nicht gelungen." Robin Szarka, der später mit einer Platzwunde am Kopf ausgewechselt werden musste, brachte Zimmermann mit einem Fernschuss in Kalamitäten (50.) - doch sollte dies für lange Zeit die einzige torgefährliche Szene für die Hausherren bleiben. Nachdem sich Schürg im Laufduell gegen Nyenty durchgesetzt hatte, landete der Ball bei Heil, der ihn aus zehn Metern an die Latte lupfte (68.). Gisdol brachte nun Christoph Hemlein (rechts) und Joseph-Claude Gyau (links), um das Spiel seiner Truppe mehr in die Breite zu ziehen, doch das funktionierte nur bedingt, weil die Hoffenheimer doch immer wieder den Weg durch die Mitte suchte. So auch Kai Herdling, der mit einem Zuckerpass aus dem Mittelfeld in die Schnittstelle Denis Thomalla bediente. Der 18-Jährige ließ Zimmermann im Eins-gegen-Eins mit einem Außenrist-Flachschuss keine Chance (82.). „Danach war alles möglich", sagte Gisdol später. Und tatsächlich versuchte sein Team, nun noch einmal auf Sieg zu gehen. Dabei spielte ihnen in die Karten, dass Yannick Stark nach einem rüden Foul an Wilson Kamavuaka mit Rot vom Platz musste (88.), doch vor dem Darmstädter Gehäuse wurde es nur noch einmal gefährlich, als Hemlein von der Strafraumgrenze abzog und das Ziel um einen Meter verfehlte (90.+1).

„Das war eine klare Steigerung zu unserem Auftritt in Großaspach", freute sich Herdling, der sich auf dem Platz immer wieder schützend vor seine jungen Mitspieler stellte. Von einem „gerechten Unentschieden" sprach 98-Coach Runjaic in der Pressekonferenz: „Hoffenheim hat mehr investiert und wir haben nicht die Reife gehabt, unsere Führung aus der ersten Hälfte auszubauen." Viel zufriedener wirkte dagegen Gisdol, der - Stichwort Reife - einen positiven Prozess in seiner Mannschaft ausgemacht hat. „Gerade gegen diese robusten, abgezockten Teams haben sich meine Jungs deutlich verbessert", so der U23-Trainer, der nach dem Rückstand zunächst größere Probleme befürchtet hatte, als letztlich der Fall war. „Wir haben mit viel Aufwand noch das 1:1 gemacht und ich kann mit dem Spiel meiner Mannschaft sehr zufrieden sein."

1899 Hoffenheim - SV Darmstadt 98 1:1 (0:1)
Hoffenheim:
Grahl - Klingmann, Nyenty, Neupert, Szarka (68. Gyau) - Ludwig (62. Hemlein), Kamavuaka, Kaiser - Herdling - Jabiri, Thomalla.
Darmstadt: Zimmermann - Nakas, Grüter, Brüdigam, Brighache - Hesse (80. Acar), Kolb, Stark, Sökler (46. Schürg) - Heil, Toch.
Tore: 0:1 Heil (38.), 1:1 Thomalla (82.). Zuschauer: 1.500. Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach). Karten: Gelb für Kaiser, Thomalla, Kamavuaka, Jabiri / Grüter, Heil, Schürg; Rot für Stark wegen groben Foulspiels (88.).

Daten & Fakten zum Spiel »

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