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PROFIS
18.05.2011

Roberto Firmino im Porträt

Seit einem halben Jahr spielt Roberto Firmino Barbosa de Oliveira, wie der Neuzugang mit vollständigem Namen heißt, bei 1899 Hoffenheim. Gegen den 1. FC Nürnberg erzielte er sein zweites Tor – diesmal mit dem Kopf. Es war der wichtige Ausgleich und gleichzeitig der Grundstein für den späteren Sieg. Zum Abschluss der Saison 2010/11 hat achtzehn99.de den hochtalentierten Brasilianer genauer unter die Lupe genommen.

Das erste, das dabei auffällt, ist ein Tattoo auf Deutsch. Es ziert den rechten Unterarm Firminos und ist seiner Familie gewidmet. „Familie ist für mich das Wichtigste", sagt er. Seinem Tor gibt er daher eine besondere Bedeutung. Einen Tag vor dem Muttertag, der auch in Brasilien gefeiert wird, widmete er den Treffer seiner Mutter. „Als Muttertagsgeschenk in die Heimat", sagt er lächelnd.

Heimat bedeutet Brasilien, genauer gesagt Maceió, eine Stadt mit ca. 1.000.000 Einwohnern an der brasilianischen Ostküste. Ob er Heimweh habe? „Klar vermisse ich meine Heimatstadt. Maceió ist wunderschön und in ganz Brasilien berühmt für seine Strände. Aber ich lebe ja schon seit einigen Jahren nicht mehr dort." Bevor Firmino den Sprung nach Europa wagte, wechselte er als 17-Jähriger zum Figueirense FC. Der Club ist in Florianópolis beheimatet, ganz im Süden des Landes und über 3.000 Kilometer von Firminos Heimatstadt entfernt. „Das war am Anfang hart. Aber man gewöhnt sich daran und ich hatte immer ein klares Ziel vor Augen. Das macht es leichter."

Das Ziel war Europa

Wie Tausende von Jugendlichen in Brasilien träumte auch Firmino immer von einer Karriere als Profifußballer. Am besten dort, wo das Herz des weltweiten Clubfußballs schlägt: auf dem alten Kontinent.

Nach zwei Jahren bei Figueirense FC erfüllte sich der Traum für den jetzt 19-Jährigen. Firmino wechselte in den Kraichgau und damit in die Bundesliga. Auch wenn ihm die Trennung von Familie, Freunden und Heimatland nach eigener Aussage nicht so schwer fiel, war die Umstellung auf den Trainingsalltag und die Spielweise schwierig. „Das Spiel ist schneller, jeder ständig in Bewegung. Man muss auch als Offensivspieler nach hinten arbeiten und sich taktisch einfügen. Das hat mir am Anfang Probleme bereitet", gibt er zu.

Es dauerte kein halbes Jahr und Firmino schien sich vollständig integriert zu haben. Sowohl auf als auch neben dem Platz. „Die Leute haben mich direkt aufgenommen, alle sind sehr freundlich und ich fühle mich mehr als wohl." Ein Grund für das Wohlbefinden dürfte auch die bestandene Führerscheinprüfung sein. Seit knapp einem Monat hat Firmino die deutsche Fahrerlaubnis und drückt aus, welche Vorteile damit verbunden sind: „Jetzt bin ich flexibel. Außerdem macht Autofahren echt viel Spaß."

Fast so viel wie Tore schießen. Sein zweites gelang ihm gegen den 1. FC Nürnberg per Kopfball. Eher ungewöhnlich für einen Spieler seiner Art, von denen man Tricks und Kunstschüsse erwartet, oder? Firmino widerspricht: „Finde ich nicht. Ich habe auch schon bei Figueirense Kopfballtore erzielt. Mein Timing dabei ist auf alle Fälle eine meiner Stärken."

Die möchte er auch im letzten Spiel gegen den VfL Wolfsburg zur Geltung bringen. „Wenn mir da auch noch ein Tor gelingt, am besten noch das Siegtor, wäre das ein goldener Abschluss!" In dem Spiel wird er auf insgesamt vier brasilianische Landsmänner treffen, von denen drei bereits für die Selecao, die brasilianische Nationalmannschaft, gespielt haben. Auch ein Traum von Firmino? „Na klar! Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erstmal geht es für mich um Hoffenheim!"

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