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AKADEMIE
07.12.2011

Keine Verletzten: Hoffenheim-Trainer On Ice

Die SAP ARENA war nicht ganz ausverkauft. Und kurzfristig musste das Eishockey-Training auch noch in die Nebenhalle verlegt werden. Doch den Spaßfaktor beim Teambuilding-Event der Hoffenheimer Trainer konnte das nicht trüben. Die erfreulichste Nachricht nach fast zwei Stunden Eiszeit: Es wurde niemand verletzt.

Hatten sich einige Teilnehmer zunächst noch in die Haupthalle verirrt, durfte der frühere Nationalspieler und Stürmer der Adler Mannheim, Tomáš Martinec, die Hoffenheimer Delegation pünktlich auf dem Eis der kleinen Trainingshalle begrüßen. Zuvor hatten die 1899-Trainer beim Umziehen in jener Kabine, die an DEL-Spieltagen die Adler-Gegner beherbergt, jede Menge Spaß. Die Spinde waren mit den jeweiligen Namen beschriftet, die Spielkleidung lag bereit und Helfer legten hier und dort Hand an – schließlich hat nicht jeder in seinem Leben bereits eine Eishockey-Uniform getragen. Eine halbe Stunde dauerte das Prozedere. Nach der Einheit nahm das Umziehen nicht weniger Zeit in Anspruch – nur war da die Freude aus den nunmehr gezeichneten Gesichtern etwas gewichen. U23-Co-Trainer Otmar Rösch, ein bekennender Inline-Skater, sowie die „Bayern-Fraktion“ Frank Kramer (U23-Trainer) und Julian Nagelsmann (U16-Trainer) hatten als echte Cracks ihre eigenen Schlittschuhe dabei. Anschließend ging es ohne Federlesens aufs Eis, eine kurze Begrüßung durch Martinec, ein paar Runden gedreht – schon wurde es ernst.

Martinec, der mit den Adlern 2007 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft feierte, gab den Kraichgau-Kufenflitzern eine Laufschulung, zeigte ihnen, wie man sich richtig abdrückt, wie man in der Hocke fährt, exerzierte Drehungen, übte schmerzfreies Fallen und ging dann nahtlos in die Pass- und Torschussübungen über. Auf der voll besetzten Tribüne beobachteten Bernhard Peters, Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung von 1899 Hoffenheim, sowie die verletzten Trainer Alfons Higl (U19), Jens Rasiejewski (U17), Mehmet Öztürk (U17) und Benjamin James (U14) das Treiben auf der Eisfläche. Nach einer Dreiviertelstunde war es schließlich soweit. Im Duell „Team Blau“ gegen „Team Weiß“ ging es im Abschlussspiel um alles oder nichts. Die Mannschaften waren zuvor von den Adler-Organisatoren nach dem Zufallsprinzip eingeteilt worden, als Goalies halfen zwei Spieler aus dem Nachwuchsbereich aus.

Endergebnis unklar

Zwei Trainer, die ungenannt bleiben möchten – und dafür auch bereit waren, eine größere Summe zu investieren – wechselten aus Respekt vor den nun drohenden Body-Checks noch vor dem ersten Bully in die Zuschauerrolle. Und in der Tat: Auf dem Eis ging es hoch her. Schnell zeigte sich, wer nicht zum ersten Mal mit Puck und Schläger zu tun hatte und wer nur ein Kringeldreher ist. Julian „Gretzky“ Nagelsmann brachte die Weißen mit zwei beeindruckenden Solo-Läufen zunächst 2:0 in Führung und glänzte mit einem Rückhandschlenzer. Dem 2:1-Anschlusstreffer der Blauen ging schließlich ein klares Foulspiel voraus, das aber dem unaufmerksamen Schiedsrichter Martinec entging. Der telefonierte eigenen Angaben zufolge gerade mit Adler-Chefcoach Harold Kreis, um ihn auf das ein oder andere Talent aus Hoffenheim aufmerksam zu machen. Paul Tolasz (Kinderperspektivteam-Trainer) nutzte die Gunst der Stunde und beschwor später: „Das Tor war absolut regulär.“ Kramer sorgte mit einem sehenswerten „sliding tackle“ gegen Rösch für ein Raunen auf der Tribüne. Uneinigkeit herrschte später über das Ergebnis. Während Team Weiß einen vermeintlichen 2:1-Erfolg feierte, sprachen andere Quellen von einem gerechten Unentschieden. Nagelsmann, der unter der Dusche wegen seiner eigensinnigen Spielweise gescholten wurde, hatte den Puck vertändelt und einen Konter eingeleitet, den Matthias Kaltenbach (Co-Trainer U19) souverän zum 2:2 abschloss. Erfreulich: Es kam weder zu Schlägereien noch zu Zahnverlust, ernsthaft verletzt wurde auch niemand. Martinec, einst selbst kein Kind von Traurigkeit, musste keine Zeitstrafen verhängen.

Im Restaurant ROSSO ließen die Hoffenheimer Cracks den anstrengenden Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen und gaben sich der fundierten Spielanalyse hin. Hier fehlte niemand verletzungsbedingt. Das Abendessen bestritten sie ebenso leichtfüßig, wie zuvor die Einheit auf dem Eis – und in der Gewissheit, sich bei ihrer Berufswahl für die richtige Sportart entschieden zu haben.

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