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01.10.2011

Hoffe erkämpft sich einen Punkt - 0:0 gegen Bayern München

Eine packende, temporeiche und attraktive Partie zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München endete nach 90 Minuten mit einem torlosen Unentschieden. Selbst wenn aufgrund des Chancenplus auf Seiten der Kraichgauer noch mehr drin gewesen wäre: Ein Punkt gegen den bis dato übermächtigen FCB hätten wohl nur die Wenigsten den Hoffenheimern vor dem Spiel zugetraut.

Trainer Holger Stanislawski veränderte die Startformation auf zwei Positionen. Chinedu Obasi stand wieder in der ersten Elf. Dort befand sich auch erstmals Daniel Williams, der für Dominik Kaiser im defensiven Mittelfeld spielte. Ebenfalls erstmals im Kader: Vedad Ibisevic, der nach ausgeheilter Oberschenkelverletzung zunächst auf der Bank Platz nahm.Gäste-Trainer Jupp Heynckes musste kurz vor Spielbeginn auf Rafinha verzichten. Ersetzt wurde er von Holger Badstuber, der in der Innenverteidigung auflief, während sich Philipp Lahm links außen und Jerome Boateng auf der rechten Außenbahn einrichteten – viel Bewegung in der Viererkette des Rekordmeisters bereits vor Anpfiff.

Bei bestem Fußballwetter entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche Partie, in der sich 1899 bereits in der sechsten und 12. Minute die ersten beiden Eckbälle erkämpfte. Die brachten zwar keine Torgefahr, dienten der Kraichgau-Elf aber als Zeichen, dass man sich nicht zu verstecken brauchte. Hoffe war da, sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena, von wo aus die Fans ihr Team lautstark anfeuerten.Die Klasse des Tabellenführers deutete sich erstmals in der 17. Minute an. Boateng brachte den Ball flach in die Mitte, wo Mario Gomez nur knapp verpasste. Eine Minute später sorgte wieder Boateng für Unruhe. Der deutsche Nationalspieler sprintete auf der linken Außenbahn in den Strafraum, wurde zwar von dem mit nach hinten eilenden Obasi abgegrätscht, der Ball flog jedoch abgefälscht aufs Tor zu. Tom Starke rettete per Reflex auf der Linie zum ersten, Roberto Firmino zum zweiten. Die Bayern erhöhten nun die Schlagzahl. Mit der bekannten Ballsicherheit und immer wieder über Franck Ribéry gelangten sie in den Sechzehner der Hoffenheimer, wurden aber entweder von Starke, Marvin Compper und Sebastian Rudy geblockt.

Die gefährlichste Chance der Anfangsphase hatten aber die Hoffenheimer. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gab in der 22. Minute nach Foul an Ryan Babel einen Freistoß auf der linken Außenseite. Rudy flankte, Compper schraubte sich hoch und köpfte in bester Uwe Seeler-Manier mit dem Hinterkopf genau ins Dreieck. Doch Manuel Neuer verhinderte per Glanzparade die Führung für die Heimmannschaft.1899 präsentierte sich ideenreich und schreckte auch vor den Zweikämpfen nicht zurück. Daniel Williams erkämpfte den Ball gleich zweimal gegen Bastian Schweinsteiger, Gylfi Sigurdsson verfolgte Badstuber fast bis zur Eckfahne. In der 31. Minute fand eine Flanke von Beck Firmino, dessen Kopfball aber kein Problem für Neuer darstellte.1899 blieb am Drücker. Firmino brachte den Ball in die Mitte zu Sigurdsson. Der wuselte um Daniel van Buyten herum, wurde von dem Belgier unsanft zu Fall gebracht und forderte Elfmeter. Kinhöfer ließ weiter spielen (33.). Wieder eine Minute später tauchte der emsige Isländer erneut vor Neuer auf, sein Flachschuss verfehlte den Kasten aber ebenso um einen Meter wie kurz danach Babel. Jetzt war Feuer drin! Die WIRSOL Rhein-Neckar-Arena tobte und Hoffenheim belagerte das Bayern-Tor. Obasi und wieder Babel verfehlten um Zentimeter, ein Kopfball des Niederländers klärte Neuer. Rudy und Williams sorgten mit frühen Balleroberungen dafür, dass sich das Spiel in dieser Phase fast ausschließlich in der Hälfte des FCB abspielte. Anatoliy Timoshcuk konnte sich gegen Rudy nur noch im unfairen Mitteln helfen und sah in der 42. Minute die gelbe Karte. Wenn der Tabellenführer gefährlich wurde, dann über Boateng, dessen Anspiel Ribéry in der Mitte verfehlte (45.). Kinhöfer beendete die erste Halbzeit, in der die Kraichgauer nicht nur mithielten, sondern sich sogar die besseren Chancen erarbeiteten.

Unverändert ging es auf Seiten von 1899 nach der Pause weiter. Beim FCB ersetzte Arjen Robben Ribéry. Auch am Spielblid änderte sich zunächst nicht viel. Hoffenheim machte weiter Druck, vor allem Sigurdsson zwang Neuer mit Fernschüssen ein ums andere Mal zu Rettungsaktionen. In der 56. Minute gab Kinhöfer den sechsten Eckball für Hoffenheim. Torchancen in Durchgang Zwei für die Bayern bis hierhin: Fehlanzeige. In der 58. Minute nahm Heynckes den blass gebliebenen Gomez aus der Partie. David Alaba kehrte auf den Platz alter Wirkungsstätte zurück. Müller nahm die Position in der Mitte ein und Alaba begab sich auf die linke Außenbahn.In der 62. Minute zückte Kinhöfer zum zweiten Mal den gelben Karton. Diesmal sah ihn Schweinsteiger nach Foul an Williams.Hoffe lief, Hoffe kämpfte und Hoffe erspielte sich Chancen. In der 66. Minute verpasste Babel den Ball um Zentimeter, im zweiten Versuch verfehlte Firmino das Dreieck.Die dritte gelbe Karte sah Lahm in der 62. Minute. Im Anschluss wechselte „Stani“ das erste Mal. Williams, mit starkem Startelfdebüt, wurde durch Dominik Kaiser ersetzt. Kurz darauf jubelte der Bayern-Block. Nach einer Ecke und viel Unruhe im Strafraum trudelte der Ball ins Tor. Kinhöfer aber hatte ein Foul an Starke gesehen und gab den Treffer nicht. Das Spiel behielt das hohe Tempo bei, jeder Ball wurde hart umkämpft. Die bis dato beste Chance der Bayern ergab sich in der 72. Minute, aber Compper konnte den Querpass von Müller auf Kroos abgrätschen. Eine Minute später ersetzte Knowledge Musona Firmino. Auch die Bayern tauschten. Der Ex-Hoffenheimer Luiz Gustavo kam ins Spiel und nahm dort den Platz von Daniel van Buyten ein.

Hoffenheim zog sich etwas mehr zurück und ermöglichte sich selbst dadurch Konter. Einen davon leitete Compper mit der Balleroberung ein, spielte in den Lauf von Kaiser, der von Kroos umgerempelt wurde – die Konsequenz: Gelb für den Mittelfeldspieler. Die bekam in der 81. Minute auch Musona nach einem Kopfballduell mit Kroos.

Die Schlussphase läutete Obasi mit einem unnachahmlichen Dribbling ein, an dessen Ende ein strammer Schuss Richtung Dreieck stand – wieder fehlten nur Zentimeter. In der 85. Minute der nächste Wechsel bei den Kraichgauern. Gylfi Sigurdsson ging nach leidenschaftlichem und bemühtem Auftritt vom Platz, Sven Schipplock kam in die Partie.Es blieb dabei, Kinhöfer pfiff pünktlich ab und Hoffe erkämpfte sich den absolut verdienten Punkt! Mit etwas mehr Glück wäre noch mehr drin gewesen, am Ende ist Hoffenheim aber die erste Mannschaft, die den Bayern seit dem ersten Spieltag überhaupt Zählbares abgenommen hat.

Daten & Fakten zum Spiel »

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