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FRAUEN
09.10.2011

Frauen: Last-Minute-Sieg im Saarland

Ein Elfmeter kurz vor Abpfiff entschied das Spiel am fünften Spieltag zugunsten von 1899 Hoffenheim. Beim 1. FC Saarbrücken boten sich die beiden Mannschaften lange Zeit eine Partie auf Augenhöhe, bis Christine Schneider den Strafstoß zum 3:2 verwandelte und damit den vierten Saisonsieg einleitete. Hoffenheim bleibt nach dem 4:2-Erfolg im Saarland ungeschlagen und auf dem zweiten Tabellenplatz.

Trainer Jürgen Ehrmann sollte Recht behalten. Vor der Partie gegen den letztjährigen Bundesligisten Saarbrücken sagte Ehrmann: „Gegen starke Mannschaften spielt Saarbrücken immer gut mit und gegen uns werden sie alles geben.“ Es war eine Partie, in der auch 1899-Torfrau Kristina Kober mal wieder mehr zu tun bekam und die Abwehr mehr gefordert wurde als in den bisherigen Spielen. Von Beginn an sahen die Zuschauer im Stadion am Kieselhumes eine muntere Partie mit Torraumszenen auf beiden Seiten. Den perfekten Start erwischten die Gäste aus dem Kraichgau. Zwei Minuten waren erst gespielt, als Hoffenheim die Führung gelang. Nach einem Freistoß von der linken Seite konnte Saarbrücken nicht klar klären. Aus der zweiten Reihe nahm Stephanie Breitner Maß und erzielte mit kleiner Mithilfe einer Saarländerin, die den Schuss noch abfälschte das 1:0. Die Gastgeberinnen zeigten sich davon aber keineswegs geschockt und stiegen in das Offensivspiel ein.

Kurz nach der Führung hatte Sarah Schatton die erste gute Möglichkeit, vergab aber fünf Meter vor dem Tor, weil sie den Ball in den Himmel jagte. Schatton, die am vergangenen Spieltag gegen Würzburg noch alle drei Treffer für ihr Team erzielt hatte, bekam ein zweites Mal die Gelegenheit, für Saarbrücken einzunetzen. Hätte sie getroffen, wäre der 1. FC in Führung gegangen. Denn in der 14. Minute hatte Jacqueline de Backer einen schönen Spielzug über die rechte Seite vollendet. Im 16er zog sie mit links ab, der Ball zappelte, unhaltbar für Kober, im Netz. Hoffenheim hatte in der Folge Schwierigkeiten, das eigene Spiel aufzuziehen, was zum einen daran lag, dass Saarbrücken die Räume eng machte und die 1899-Offensive somit nicht zur Entfaltung kam. Zum anderen unterliefen den Kraichgauerinnen zu viele Ballverluste im Mittelfeld. Über Christina Arend, die sich an ihrer alten Wirkungsstätte in den ersten 45 Minuten nicht entscheidend in Szene setzen konnte, und Claire Savin versuchte Hoffenheim über die Flügel gefährlich zu werden. Allerdings kam der Tabellenzweite in der ersten Hälfte nur noch zu einem guten Abschluss. Leonie Pankratz verfehlte das Ziel mit einem Distanzschuss nur knapp.

Spannende Schlussphase

Auf Seiten der Saarländerinnen hatte Schatton auch in der zweiten Halbzeit die größten Möglichkeiten, vergab aber wie in Hälfte eins zwei Hundertprozentige. Saarbrückens Torfrau Christina Ehl war dem Verzweifeln im eigenen Tor ob der vergebenen Chancen schon nahe. In der 61. Minute wurden sie und ihre Teamkolleginnen erlöst. Besser als ihre Mitspielerin zielte Nina Rauch, als sie einen Fehler von Kober ausnutzte und mit einem Flachschuss ins lange Eck das 2:1 erzielte. Hoffenheim, seinerseits, fand lange kein Durchkommen durch die dicht gestaffelte gegnerische Defensive und rannte sich immer wieder in Gegenspielerinnen fest. Kurz nach dem Rückstand ergab sich für 1899 durch eine aussichtsreiche Freistoßposition zentral vor dem Tor eine gute Gelegenheit. Der abgefälschte Schuss von Pankratz landete vor den Füßen von Chantal Fuchs, die aus wenigen Metern vergab. Die Gäste gaben nicht auf, was sich in der 75. Minute auszahlen sollte. Theresa Betz spielte Arend mit einem feinen Pass in die Schnittstelle der Abwehr frei. In bester Stürmermanier behielt die 25-Jährige die Ruhe und versenkte das Leder zum verdienten Ausgleich. Hoffenheim wollte mehr und Ehrmann brachte mit Susanne Hartel, die bereits nach der Pause gekommen war, Janina Meißner und Annika Eberhardt frische Kräfte. 1899 drückte aufs Tempo, Saarbrücken verteidigte und blieb nach vorne gefährlich. Erneut war es Schatton, die frei zum Kopfball kam, aber einmal mehr vergab. Auf der anderen Seite hatten die eingewechselte Hartel und Torschützin Arend zwei hervorragende Chancen, den Siegtreffer für Hoffenheim zu erzielen. Hartel scheiterte an Torfrau Ehl, Arends Versuch ging aus spitzem Winkel knapp am Pfosten vorbei.

Die Partie blieb vor 350 Zuschauern bis zum Ende spannend, alle Beteiligten rechneten bereits mit einem Unentschieden, aber es gab doch noch einen Sieger: Kurz vor Ende der Partie foulte Ehl Arend an der Strafraumgrenze, nach kurzer Diskussion zeigte Schiedsrichterin Ines Appelmann auf den Punkt. Christine Schneider trat an und verwandelte sicher zum 3:2 für die Gäste. Danach war immer noch nicht Schluss und Saarbrücken wurde ein weiteres Mal bestraft. Nach dem 2:3 hatten die Gastgeberinnen alles nach vorne geschmissen. 1899 konterte und Arend ließ es sich nicht nehmen, gegen ihr altes Team ein zweites Mal zu treffen. Die Angreiferin ließ Torfrau Ehl aussteigen und setzte mit dem 4:2 den Schlusspunkt. Trainer Ehrmann war nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert: „Ich freue mich natürlich, dass wir doch noch gewonnen haben. Ich hatte mich schon mit einem Unentschieden abgefunden. Saarbrücken hat ein starkes Spiel gemacht und mit ihren schnellen Spielerinnen in der Spitze kamen sie immer wieder gefährlich vor unser Tor“, lautete das Fazit Ehrmanns.

Daten & Fakten zum Spiel »

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