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FRAUEN
23.10.2011

Frauen: Hoffenheim erobert Tabellenspitze

Die Frauen von 1899 Hoffenheim haben sich am siebten Spieltag in der zweiten Bundesliga Süd die Tabellenführung gesichert. Im Ensinger Stadion in St. Leon besiegte Hoffenheim im Topspiel den 1. FC Köln mit 2:0. Beide Treffer erzielte Susanne Hartel.

Im Vergleich zum Sieg gegen Würzburg stellte Trainer Jürgen Ehrmann seine Elf nicht um. Erneut spielten die gleichen elf Spielerinnen von Anfang an, auch Christina Arend war für ihren nächsten Einsatz bereit. Theresa Betz musste wieder pausieren und auch Annika Eberhardt musste aussetzen. Im Abschlusstraining hatte sich die 19-Jährige eine Verletzung am Knöchel zugezogen.

Wie vom Trainergespann gefordert, begann Hoffenheim aggressiv und übte Druck auf die Kölner Defensivreihen aus. „Wir haben gleich Druck gemacht und hatten gute Chancen“, sagte Ehrmann nach der Partie. Womit er auch gleich das Stichwort angesprochen hatte, mit dem der Coach nicht zufrieden war: die Chancen und deren Verwertung. Bereits zur Halbzeit hätte das Spiel entschieden sein können, aber die Gastgeberinnen geizten gegen Köln mit Toren. Bereits in der zweiten Minute hatte Stephanie Breitner eine Doppelchance. Erst klatschte der Ball aber an den Pfosten, den Nachschuss setzte die Verteidigerin an die Latte. Die Kölnerinnen gingen zwar wie erwartet aggressiv in die Zweikämpfe und stellten sich keineswegs nur in die eigene Hälfte, die guten Tormöglichkeiten hatte aber Hoffenheim. Nach fünf Minuten setzte sich Christina Arend ein erstes Mal durch und schloss aufs lange Eck ab. Sie verfehlte zum ersten Mal knapp, die bessere Variante wäre hier wohl der Pass auf Mitspielerin Hartel gewesen. Die 23-Jährige sollte kurz darauf aber ihre Chance bekommen und diese zur Führung nutzen. Einen stark geschossenen Freistoß von Leonie Pankratz konnte FC-Keeperin Lena Nuding mit den Fingerspitzen zur Ecke klären. Der darauffolgende Eckball führte dann aber zum 1:0. Am Fünfmeterraum stieg Hartel am höchsten und brachte Hoffenheim mit einem Kopfball und ihrem fünften Saisontreffer in Führung (12.). 1899 war die effektivere Mannschaft, aber Köln blieb gefährlich. Noch vor der Pause hätten allein Arend, die bis dahin neun Tore in der Liga erzielt hatte, und Hartel die Führung der Hoffenheimerinnen ausbauen und das Spiel sogar schon entscheiden können. Doch Arend verfehlte das Tor in der 13. Minute knapp und traf nach einer guten halben Stunde nur den Pfosten. Hartel hatte eine Minute vor der Halbzeit eine Doppelchance, aber Köln eine gute Torhüterin zwischen den Pfosten. Nuding vereitelte die Chance und hielt ihr Team im Spiel.

„Es war ein Topauftritt“

„In der zweiten Halbzeit hatte sich Köln mehr vorgenommen und war vor allen Dingen bei Standards gefährlich“, kommentierte Ehrmann den Auftritt der Gäste. Das stimmte, die besseren Torchancen hatte aber weiterhin Hoffenheim. Im Mittelpunkt stand dabei wie gehabt das Sturmduo. Kurz nach dem Wiederanpfiff traf Arend das Außennetz, als der Ball nach einer ihrer Chancen doch endlich mal im Netz zappelte, stand die 25-Jährige im Abseits. Auch Christine Schneiders Kopfball landete in den Armen von Nuding. Glücklicherweise bewies Hartel ihren Torriecher und erhöhte in der 60. Minute auf 2:0. Die Versuche Arends ihr zehntes Tor zu markieren, gingen weiter, doch das Tor wollte nicht fallen. Immer wieder stand ihr Kölns starke Keeperin Nuding im Weg, was auch Ehrmann feststellte: „Nuding hat im Eins gegen Eins mehrmals gut reagiert.“ Auch Hartel hatte noch eine gute Möglichkeit, rutschte aber knapp am Ball vorbei. Dass auch Hoffenheim eine starke Torfrau zwischen den Pfosten hat, bewies Kristina Kober zehn Minuten vor Spielende, als sie ihrem Team vor einem Gegentreffer und einem spannenden Spielende bewahrte. An einen Flachschuss der Kölnerinnen brachte sie gerade noch die Fingerspitzen dran und lenkte den Ball damit an den Pfosten. Von dort prallte das Spielgerät ins Feld zurück, aber Kober packte sicher zu. Für diese Szene gab es auch ein Lob von Profi Tom Starke, der die Frauen unterstützte: „Den hat sie stark gehalten“, sagte Hoffenheims Nummer 1. Mehr sollte nicht mehr passieren und weil Sindelfingen gegen Borussia Mönchengladbach nur unentschieden spielte, erobert Hoffenheim mit dem 2:0-Erfolg die Tabellenspitze. „Das war ein Topauftritt meiner Mannschaft, wir hatten heute keine Schwächeperiode und Köln mit neun Punkten auf Distanz gebracht“, lobte Ehrmann die Leistung seines Teams. Kölns Trainer Willi Breuer sagte: „Der Sieg geht in Ordnung. Wir haben uns gut präsentiert. Für unsere Moral war es wichtig, nicht höher verloren zu haben. Ich glaube, wir haben ein sehr ansehnliches Zweitligaspiel gesehen.“

Oberliga: Auch 1899 II sichert sich Tabellenspitze

In der Oberliga Baden-Württemberg hat 1899 Hoffenheim die Spitzenposition eingenommen. Am siebten Spieltag setzte sich die Elf von Trainer Marco Göckel gegen den PSV Freiburg mit 6:1 (3:1) durch. Aufgrund der Niederlage des SC Unterzeil-Reichenhofen rutscht 1899 damit an die Spitzenposition.

So deutlich wie das Ergebnis begann das Spiel aber keineswegs. Die Gäste aus dem Breisgau gingen die Partie offensiv und aggressiv an und ließen Hoffenheim in den ersten Minuten kaum Entfaltungsmöglichkeiten – bis zur zehnten Minute, als sich die individuelle Klasse von Jennifer Schlee durchsetzte. Die 16-Jährige ließ zwei Gegenspielerinnen aussteigen und schob den Ball zum 1:0 über die Linie. Die zu diesem Zeitpunkt etwas glückliche Führung hielt aber nicht lange an, denn bereits eine Minute später gelang Freiburg der Ausgleich. Carina Schlageter nutzte einen individuellen Fehler in der Hoffenheimer Abwehr eiskalt aus und erzielte das 1:1. Mit der Zeit nahmen die Unstimmigkeiten in der Freiburger Defensive zu und in der 24. Minute gelang Schlee mit ihrem zweiten Tor die erneute Führung. Noch vor der Halbzeit konnte 1899 auf 3:1 erhöhen. Der PSV ließ Hoffenheims beste Distanzschützin, Selina Häfele, sträflich alleine aus ca. 20 Metern schießen. Der Ball senkte sich unter die Latte und schlug im Tor ein.

Effektivität setzt sich durch

Auch in der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer ein gutes Spiel von beiden Seiten, wobei Hoffenheim das Spielgeschehen mehr und mehr in die Hand nahm. Vier Minuten nach Wiederanpfiff nutzte die eingewechselte Lara Karnahl ihre zweite Möglichkeit und erzielte das 4:1. Nachdem Laura Bertsch auf 5:1 erhöht hatte (60.), war das Spiel endgültig entschieden. Dass sich die Breisgauerinnen dennoch nicht aufgaben und weiterhin guten Fußball zeigten, ist erwähnenswert. Den Schlusspunkt auf den sechsten Saisonsieg der Kraichgauerinnen setzte Katrin Benig drei Minuten vor Spielende mit dem 6:1. Hoffenheim ging mit seinen Torchancen sehr effektiv um und besiegte den PSV nach 90 Minuten verdient.

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